13. Etappe: Lennard Kämna verpasst Etappensieg hauchdünn

13. Etappe - die letzten drei Kilometer Sportschau 11.09.2020 11:19 Min. Verfügbar bis 11.09.2021 Das Erste

Tour de France - Freitag, 11. September

13. Etappe: Lennard Kämna verpasst Etappensieg hauchdünn

Lennard Kämna hat den Sieg auf der 13. Etappe der Tour de France und damit den größten Erfolg seiner Karriere hauchdünn verpasst. Der Fahrer aus dem deutschen Team Bora-hansgrohe lieferte sich am Schlussanstieg ein heißes Duell mit dem Kolumbianer Daniel Martínez, der am Ende siegte. Bora-Teamkollege Maximilian Schachmann wurde hervorragender Dritter.

Zwei Tage nach seinem 24. Geburtstag griff Kämna 100 Meter vor dem Ziel im extrem steilen Schlussanstieg an, konnte den Sprint jedoch nach 191,4 Kilometern und insgesamt sieben Bergwertungen nicht entscheidend durchziehen. Primoz Roglic aus Slowenien verteidigte die Gesamtführung und fährt weiter im Gelben Trikot.

Lennard Kämna fährt bei der 13. Etappe erschöpft ins Ziel

Lennard Kämna fährt bei der 13. Etappe erschöpft ins Ziel

Damit wurden alle Mühen des deutschen Bora-hansgrohe-Teams wie schon am Vortag nicht belohnt. Der erste deutsche Etappensieg seit John Degenkolb 2018 lässt weiter auf sich warten. Dabei lief alles nach Plan. Schachmann hatte die Attacke vorbereitet und lag bis 1,6 Kilometer vor dem Ziel sogar selbst in Führung. Doch Martinez ließ sich nicht austricksen.

Schlagabtausch auf dem Schlussanstieg

Als Kämna und Co. bereits den Zielstrich passiert hatten, war der Schlagabtausch der Stars auf dem 5,4 Kilometer langen Schlussanstieg mit durchschnittlich 8,1 Prozent Steigung noch in vollem Gange. Top-Favorit Primoz Roglic verteidigte dabei sein Gelbes Trikot und schüttelte dabei Vorjahressieger Egan Bernal ab. Gesamtzweiter ist nun sein Landsmann Tadej Pogacar. Die französischen Hoffnungsträger Guillaume Martin und Romain Bardet verloren dagegen Zeit und dürften ihre Chancen auf einen Toursieg eingebüßt haben.

13. Etappe - die Zusammenfassung Sportschau 11.09.2020 04:18 Min. Verfügbar bis 11.09.2021 Das Erste

Womöglich findet sich Kämna in den nächsten Jahren auch in der Gruppe der Sieganwärter wieder. Am Freitag deutete der Youngster wieder sein großes Potenzial an. Vergessen und verdaut waren die drei Stürze zu Beginn der Rundfahrt. Vielmehr knüpfte er an die starke Vorstellung bei der Dauphiné-Rundfahrt an, als er die Etappe nach Megève gewann.

Damals wie heute bekam Kämna freie Fahrt. "So einen richtigen Leader haben wir nicht mehr, außer den Peter (Sagan) für die Flachetappen", meinte Kämna mit Blick auf den in der Gesamtwertung abgeschlagenen Vorjahresvierten Emanuel Buchmann und fügte hinzu: "Wir werden jeden Tag versuchen, in die Gruppe zu gehen und um den Etappensieg mitzukämpfen. Da bekommt jeder seine Chance."

Kämna: "Bin schon enttäuscht, war auch sauer" Sportschau 11.09.2020 01:46 Min. Verfügbar bis 11.09.2021 Das Erste

Schachmann angriffslustig

Begleitet wurde Kämna in einer 17-köpfigen Ausreißergruppe von Schachmann, der es bereits am Vortag versucht und Platz sechs belegt hatte. Der Berliner war es auch, der aus der Gruppe heraus attackierte. Der Schlussanstieg, der auf den letzten zwei Kilometern Steigungen von elf und zwölf Prozent aufwies, war aber eher auf Kämna zugeschnitten. Der Norddeutsche ist ein guter Kletterer mit einem Gardemaß von 1,81 Metern bei nur 65 Kilogramm Körpergewicht. Im Gegensatz zu Buchmann hat er auch überragende Zeitfahrer-Qualitäten. Alles Voraussetzungen, die Hoffnung auf mehr machen.

Das Peloton mit allen Sieganwärtern ließ es bis zu den letzten beiden Anstiegen gemächlich angehen. Und trotzdem gab es wieder Stürze. Dabei erwischte es auch den französischen Hoffnungsträger Romain Bardet, der ausgerechnet in seiner Heimat hart auf den Asphalt knallte. Auch der zweimalige Tour-Zweite Nairo Quintana konnte weiterfahren - im Gegensatz zum bis dato auf Platz 13 platzierten Niederländer Bauke Mollema, der aufgeben musste.

Sorge wegen steigender Infektionszahlen

Unterdessen bereiten die steigenden Corona-Infektionszahlen - am Donnerstag waren es fast 10.000 Neuinfektionen in Frankreich - bei der Tour weiter Sorgen. So ging es am Freitag (11.09.2020) auch durch eine Rote Zone. Christian Prudhomme, der selbst positiv getestet wurde und daheim in Quarantäne sitzt, ist aber noch zuversichtlich. "Wir stehen seit Beginn der Tour in Verbindung mit den Gesundheitsbehörden. Wir haben zwei Szenarien, ein strengeres mit der Reduktion von Zuschauern in roten Zonen wie in Nizza oder Lyon. Das hatten wir seit dem Frühjahr schon im Blick und das haben wir seit dem Start so angewendet", sagte er der ARD.

Die Streckenanimation der 13. Etappe Sportschau 28.08.2020 01:00 Min. Verfügbar bis 01.07.2021 Das Erste

Die 14. Etappe führt am Samstag (12.09.2020) von Clermont-Ferrand über 194 Kilometer nach Lyon. Im ständigen Wechsel zwischen Berg- und Flachetappe könnten hier wieder die Sprinter auf ihre Kosten kommen. Doch schon bald nach dem Verlassen Clermont-Ferrands sammeln sich die ersten Höhenmeter an, und auf dem zweiten Teil der Strecke stellen sich dann sogar ganz ordentliche Hügel in den Weg. Auf den letzten zehn Kilometern sind dann noch einmal zwei Bergpunkte zu vergeben, und wenn ein Sprinter hier am Ende die Nase vorn haben sollte, ist er mit Sicherheit einer derjenigen, die auch das Klettern gelernt haben.

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