Leverkusens Jeremie Frimpong verärgert über die Leistung seiner Mannschaft

Champions League Bitterer Abend für Leverkusen beim FC Porto

Stand: 04.10.2022 22:56 Uhr

Die Krise von Bayer Leverkusen geht auch in der Champions League weiter. Das Team von Trainer Gerardo Seoane unterlag Porto an einem rabenschwarzen Abend. Für ein Leverkusener Wechselbad der Gefühle sorgten zwei VAR-Einsätze.

Von Julian Tilders

Am Dienstagabend (04.10.2022) musste sich Leverkusen dem portugiesischen Topklub mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. Die Treffer für den schlicht effektiveren und später auch dominanten FC Porto besorgten Zaidu Sanusi (69. Minute) und Galeno (87.). Leverkusen beendete die Partie zu zehnt, weil Jeremie Frimpong mit Gelb-Rot vom Feld musste (88.).

Hudson-Odoi wegen Andrichs Foul zurückgepfiffen

Zum Start versuchte Leverkusen, sich über Ballbesitzphasen Selbstvertrauen zu holen. Wenn es nach vorne ging, dann über Moussa Diaby und Callum Hudson-Odoi als schnelle Offensivkräfte.

Wie das Offensivspiel bei Leverkusen in Perfektion funktionieren kann, zeigte sich recht früh: Robert Andrich eroberte den Ball, nahm Diaby mit, bekam ihn wieder und setzte Hudson-Odoi stark in Szene. Letzterer verwandelte souverän. Der Haken: Nach VAR-Check wurde ein Foul bei der Balleroberung von Andrich an Pepê erkannt, das Tor zählte nicht (17.).

Spielerisch passierte nicht allzu viel. Porto blieb lange ungefährlich, erst Mateus Uribes Distanzschuss stellte Bayer-Torhüter Lukas Hradecky auf die Probe (40.).

Zweiter VAR-Check: Leverkusener Wechselbad der Gefühle

Und dann hatten Schiedsrichter Anthony Taylor sowie sein Video-Assistent Stuart Attwell (England) alle Hände voll zu tun.

Der Reihe nach: Erst jubelte der FC Porto, weil Mehdi Taremi nach einem Konter zur vermeintlichen Gastgeber-Führung getroffen hatte (42.). Aber dem Gegenstoß vorausgegangen war ein Handspiel von David Carmo im eigenen Sechzehner – statt Tor für Porto gab es Elfmeter für Leverkusen nach Intervention des VAR.

Das führte zu Jubel bei den Auswärtsfans, die aber nur wenig später mitansehen mussten, wie Stürmer Patrik Schick den Strafstoß verschoss (45.). Portos Torwart Diogo Costa ahnte die Ecke und sorgte für ein echtes Leverkusener Wechselbad der Gefühle.

Körperbetontes Kampfspiel in Porto nach Wiederanpfiff

Spielfluss kam in Hälfte zwei dann nicht wirklich zustande. Es wurde körperbetonter, zuweilen ruppig. Uribe sah nach einem rüden Einsteigen die dritte Gelbe Karte nach dem Wiederanpfiff. Zuvor hatten bereits João Mário (50.) sowie Frimpong (53.) und Andrich (56.) Gelb gesehen.

Sanusi besiegelt schwarzen Leverkusener Abend

Spielerisch sorgte die nach dem Rückstand benommen wirkende "Werkself" kaum noch für Akzente. Stattdessen wirbelte Porto offensiv nun selbstbewusster. Ein herausragend vorgetragener Angriff über die linke Leverkusener Seite endete nach Taremis Flanke bei Sanusi, der Hradecky keine Chance ließ.

Er besiegelte damit den schwarzen Leverkusener Abend, der Seoane-Elf fiel danach nichts mehr ein. Stattdessen machte Galeno den Deckel drauf. Zu allem Überfluss sah Leverkusens Frimpong auch noch Gelb-Rot für sein zweites härteres Foul.

Krisenduell mit Schalke 04 steht an

Viel Zeit zum Durchatmen ist für Bayer 04 nicht. In der Bundesliga empfängt Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr) den FC Schalke 04 zum Krisenduell.