Fußball | Bundesliga Bundesliga-Relegation: HSV siegt bei müder Hertha

Stand: 20.05.2022 07:24 Uhr

Der Hamburger SV hat Hertha BSC im ersten von zwei Relegationsspielen der Fußball-Bundesliga geschockt. Die Hanseaten siegten am Donnerstag (19.05.2022) in der Hauptstadt mit 1:0.

Den Siegtreffer gegen Hertha BSC erzielte Hamburgs Ludovit Reis mit einem Flankenball (57. Minute). Damit verschaffte sich die Mannschaft von Tim Walter eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel in der Relegation in vier Tagen, wenn der HSV die Hertha daheim erwartet.

Gute Stimmung - wenige Chancen

Die erste Begegnung in Berlin war mehr von Taktik, weniger von herausgearbeiteten Torchancen geprägt. Von Beginn an sorgten zwar die 75.000 Zuschauer im ausverkauften Berliner Olympiastadion für viel Stimmung, von der aber nur wenig auf dem Rasen ankam. Beide Teams agierten defensiv sehr diszipliniert und mit wenig Risiko nach vorne.

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Erst nach einer guten halben Stunde prüfte Robert Glatzel mit einem abgefälschten Schuss Herthas Keeper Oliver Christensen. Die Gäste agierten in der Folge mutiger, ohne jedoch zum Torerfolg zu kommen. Von den müde wirkenden Gastgebern war wenig zu sehen: Einzig Berlins Ishak Belfodil gelang noch vor dem Pausenpfiff ein Treffer, der aber zu Recht wegen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde.

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Lange prüften die Unparteiischen auch eine Situation, als Peter Pekarik der Ball an die Hand sprang. Doch Schiedsrichter Harm Osmers und Kollegen hatten nach Studium der Videobilder auch ein Handspiel vom Hamburger Maximilian Rohr zuvor erkannt.

Hertha-Trainer Felix Magath brachte zum zweiten Abschnitt Stevan Jovetic, mit dem das Berliner Angriffsspiel deutlich belebt wurde. Doch auch dessen vielversprechende Aktionen wurden nicht durch ein Tor für die Gastgeber gekrönt. Einzig Belfodil kam in der 61. Minute in der rechten Strafraumhälfte nach schönem Solo zum Abschluss, fand seinen Meister allerdings in HSV-Tormann Daniel Heuer Fernandes.

Reis flankt - und trifft

Überraschend, aber nicht unverdient ging der Hamburger SV in Führung: Reis leitete einen Vorstoß selbst ein und arbeitete sich per Doppelpass mit Miro Muheim auf der linken Seite nach vorne. Seine Flanke war vermutlich für die Box gedacht - doch sie drehte sich gefährlich aufs lange Eck, der Ball flog über Keeper Christensen hinweg und schlug oben rechts mithilfe des Innenpfostens ein.

"Wir genießen das Ganze, weil wir es uns verdient haben. Das ist das Schöne, die Euphorie nehmen wir mit. Wir sind die jüngste Mannschaft der zweiten Liga, hier so zu bestehen, ist aller Ehren wert", sagte Hamburgs Trainer Walter nach dem Spiel. Sein Kapitän Sebastian Schonlau richtete seinen Dank an die mitgereisten Anhänger der Hanseaten: "Es war phänomenal, wie uns die Fans nach vorne gepeitscht haben."

Der Bundesliga-16. Hertha steht mit dem Rücken zur Wand und muss im Rückspiel vor allem offensiv deutlich mehr anbieten als am Donnerstag, um den siebten Abstieg der Klubgeschichte und den ersten von Trainer Felix Magath noch zu verhindern. Der HSV-Ikone droht ausgerechnet bei seiner alten Liebe diese Demütigung.

Magath sagte nach der Partie: "Wir sind aufgetreten wie ein Bundesligist. Der HSV aber auch. Der HSV hat jetzt etwas bessere Karten. Wir fahren aber nicht chancenlos nach Hamburg. Ich glaube noch daran, dass wir es in Hamburg biegen können."