Warum es im Eröffnungsspiel kurz vor der Pause keinen Elfmeter gab

Darum gab es keinen Handelfmeter für Italien Sportschau 11.06.2021 01:41 Min. Verfügbar bis 11.06.2022 Das Erste

Türkei gegen Italien

Warum es im Eröffnungsspiel kurz vor der Pause keinen Elfmeter gab

Kein Handspiel? Der türkische Spieler Zeki Celik bekam im Eröffnungspiel gegen Italien den Ball an die Hand - einen Strafstoß gab es nicht. Warum der Pfiff nicht erfolgte, erklärt ARD-Schiedsrichterexperte Lutz Wagner: Die neue Handspielregel kam direkt zur Anwendung.

Kurz vor dem Ende der ersten Hälfte gab es unter den 16.000 Fans im 72.000 Menschen fassenden Olympiastadion einen Aufschrei. Italiens Leonardo Spinazzola hatte geflankt, Zeki Celik bekam den Ball an den Arm. Das soll kein Handspiel sein?

Leonardo Spinazzola (r., Italien) flankt, Zeki Celik (Türkei) bekommt den Ball an die Hand

Leonardo Spinazzola (r., Italien) flankt, Zeki Celik (Türkei) bekommt den Ball an die Hand.

Wagner sieht natürliche Bewegung: "Die Hand ist ohne Spannung"

Hintergrund ist die neue Handspielregel. Die UEFA wendet bei dem Turnier bereits das neue Regelwerk für die Saison 2021/22 an. Und darin wurde die Handspielregel erneut modifiziert. Wagner fragt dem neuen Regelwerk entsprechend: "Wollte er den Ball aufhalten? Oder ist es eine normale Bewegung im Laufen?" Der Spieler sei gelaufen und habe entsprechend mit den Armen geschwungen: "Die Hand ist auch ohne Spannung."

Deshalb habe Schiedsrichter Danny Makkelie aus den Niederlanden zu Recht nicht auf Strafstoß entschieden.

Nach der neuen Regel liegt In folgenden Fällen ein Handspiel vor:

  • Wenn der Ball absichtlich mit der Hand oder dem Arm gespielt wird.
  • Eine Ballberührung mit dem Arm oder der Hand ist zudem dann strafbar, wenn ein Spieler seinen Körper "unnatürlich vergrößert". Das sei gegeben, wenn die Position seines Arms oder seiner Hand keine Folge der Körperbewegung des betroffenen Spielers oder der speziellen Situation ist. Außerdem gilt die "unnatürliche Vergrößerung", wenn der Spieler mit seiner Körperhaltung das Handspiel "in Kauf nimmt". Damit hat der Schiedsrichter mehr Spielraum zur Interpretation als bisher.
  • Wenn ein Spieler unter Zuhilfenahme der Hand oder des Arms ein Tor erzielt, zählt das Tor weiterhin in keinem Fall, egal ob die oben genannten Kriterien zutreffen oder nicht.

Der letzte Punkt galt bislang auch für Vorbereitungen von Toren. Dieser Teil ist gestrichen. Damit ist eine Torvorbereitung bei einem sonst nicht strafbaren Handspiel grundsätzlich wieder möglich. "Da sind wir einen Schritt zu weit gegangen", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino zu der Rückabwicklung dieses Teils der Regel. Die FIFA stellt die Hälfte der acht stimmberechtigten Mitglieder im entscheidenden Gremium des IFAB, das die Änderungen beschloss.

red | Stand: 11.06.2021, 22:28

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