FIFA WM 2022 Krawalle in mehreren Städten nach Belgien-Niederlage

Stand: 27.11.2022 21:26 Uhr

In Belgien und den Niederlanden ist es nach der 0:2-Niederlage der belgischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar gegen Marokko zu schweren Krawallen gekommen. Die Polizei war in verschiedenen Städten mit Großaufgeboten im Einsatz.

Besonders schwer waren die Ausschreitungen in Belgiens Metropole Brüssel. Rund 100 Polizisten gingen dort mit Wasserwerfern gegen jugendliche Fans vor, die Stadtmobiliar zerstörten und die Beamten mit Gegenständen bewarfen. Die Brüsseler Polizei forderte die Menschen über Twitter dazu auf, den Boulevard du Midi und angrenzende Straßen im Zentrum der Stadt zu meiden.

"Die Polizei hat bereits energisch eingegriffen. Ich rate daher allen Fans davon ab, in das Stadtzentrum zu kommen", schrieb Brüssels Bürgermeister Philippe Close auf Twitter. Er habe angewiesen, Unruhestifter festzunehmen. Der Nahverkehr in Brüssel wurde teilweise eingestellt.

Gegen 19 Uhr sei in den Stadtteilen, in denen es Ausschreitungen gegeben hatte, Ruhe eingekehrt, teilte die Polizei am Sonntagabend (27.11.2022) mit. Zuvor war es zu elf Festnahmen gekommen. Eine dieser Person wurde in Gewahrsam genommen.

Mitfavorit Belgien hat in seinem zweiten WM-Gruppenspiel überraschend gegen Marokko verloren und muss nun um den Achtelfinal-Einzug bangen.

Randalierer greifen Polizeistation an

Laut einer Polizeisprecherin hatten bereits gegen 15.20 Uhr, als die Partie im entfernten Katar noch lief, Dutzende Personen in Brüssel die Konfrontation mit den Ordnungskräften gesucht. Dabei sei unter anderem Pyrotechnik eingesetzt und Feuer auf einigen Straßen gelegt worden. Die Krawalle ereigneten sich am Rande friedlicher Versammlungen von Marokkanern, die eine der größten ausländischen Gemeinschaften im Land bilden.

Auch in Lüttich kam es zu schweren Zwischenfällen. Um kurz nach 18 Uhr wurden dort die Scheiben einer Polizeistation eingeworfen und Dienstwagen beschädigt. Auch eine Bushaltestelle sowie drei Nachtclubs fielen dem Vandalismus zum Opfer. Zudem stürzte ein Laternenmast unter dem Druck von Menschen, die auf ihn geklettert waren, ein.

Polizei setzt Wasserwerfer ein

In Antwerpen feierten marokkanische Fans ebenfalls den überraschenden Erfolg ihres Teams und schlugen dabei vereinzelt über die Stränge. Es seien Feuer gelegt worden und Gegenstände wie Steine, Autospiegel und Eier auf Polizisten geworfen worden, berichtete die Tageszeitung "Het Laatste Nieuws" ("HLN") auf ihrem Online-Portal. Wie in Brüssel hätte die Polizei auch in Antwerpen Wasserwerfer eingesetzt, hieß es weiter.

Sieben Personen seien bis jetzt in Gewahrsam genommen worden. Verletzte gibt es dem Bericht zufolge bislang keine. "Es wird viel gefeiert. Wir versuchen, die Lage zu beruhigen und kein Öl ins Feuer zu gießen", teilte die Polizei mit.

Marokko-Fans randalieren in den Niederlanden

Auch in mehreren niederländischen Städten, darunter Rotterdam, Amsterdam und Den Haag, kam es zu Krawallen. In Rotterdam hätten rund 500 marokkanische Anhänger den Sieg ihres Teams gefeiert. Dabei seien Feuerwerkskörper und Glas auf die Polizei geworfen worden, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Einige hundert Fans nordafrikanischer Herkunft waren nach "HLN"-Informationen auch in Amsterdam unterwegs. Dort sei ebenfalls Pyro gezündet und zudem Brände gelegt worden. "Es gab eine Feier. Die ist nun zum Ärgernis geworden", sagte ein Polizeisprecher der Zeitung.

Der Favorit aus Belgien beißt sich im WM-Gruppenspiel gegen Marokko die Zähne aus und verliert am Ende verdient mit 0:2 gegen die Afrikaner. Die Zusammenfassung der Partie.