Mögliches Sponsoring - Katar dementiert Verhandlungen und zeigt auf den DFB

Ein Flugzeug von Qatar Airways am Flughafen von San Francisco

Deutsche Botschaft schaltet sich ein

Mögliches Sponsoring - Katar dementiert Verhandlungen und zeigt auf den DFB

Die Botschaft Katars in Berlin hat dementiert, dass die staatliche Fluglinie mit dem Deutschen Fußball-Bund über ein Sponsoring verhandelt habe. Gleichwohl sei der DFB mit diesem "Begehren" an Qatar Airways herangetreten.

Der DFB schwieg bislang beharrlich, nun meldete sich der vermeintliche Gesprächspartner zu Wort. Allerdings nicht Qatar Airways selbst, sondern die Botschaft des Emirats in Berlin.

"Entgegen der Presseberichterstattung hat es zu keinem Zeitpunkt Verhandlungen oder Gespräche zwischen Qatar Airways und dem DFB über ein Sponsoring oder sonstige Förderungen gegeben", ließ Botschafter Abdulla Mohammed Al-Thani am Freitag (16.07.2021) verbreiten.

Das Interesse an einem Deal sei vielmehr einseitig gewesen, so der Botschafter des WM-Gastgebers von 2022: "Qatar Airways wurde zwar von Seiten des DFB mit einem derartigen Begehren kontaktiert, dies blieb aber bis zum heutigen Tag unbeantwortet. Qatar Airways zieht es derzeit nicht in Betracht, entsprechende Verhandlungen aufzunehmen."

Sportethiker Bockrath über DFB-Handlungen: "In jedem Fall problematisch" Sportschau 14.07.2021 01:03 Min. Verfügbar bis 14.07.2022 Das Erste

Der DFB hat aktuell die Lufthansa als Flugpartner. Das deutsche Unternehmen teilte der Sportschau mit, dass der Vertrag noch bis zum 31. Dezember 2022 gültig sei. Verschiedene Medien, darunter auch die Süddeutsche Zeitung, die zuerst eine mögliche Partnerschaft zwischen Qatar Airways und dem DFB vermeldet hatte, berichteten vom Wunsch des DFB, sich vorzeitig von der Lufthansa zu trennen.

Heftige Kritik

Die vermeintlichen Gespräche zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und Qatar Airways, das unter anderen den Weltverband FIFA und den FC Bayern sponsert, hatten heftige Reaktionen in der Politik und bei Menschenrechtsorganisationen hervorgerufen. Ein Deal mit dem Unternehmen eines Staates, in dem etwa Homosexulität unter Strafe stehe, sei nicht mit den Werten eines Verbandes vereinbar, die der DFB proklamiere.

Der Sportethiker Prof. Franz Bockrath sagte der Sportschau, er halte es schon für problematisch, dass der DFB nicht offensiv eine Partnerschaft ausschließe.

In der Mitteilung Katars bittet der Botschafter "die deutschen Medien keine voreiligen Aussagen zu treffen, ohne vorher die Tatsachen zu prüfen". Dies hatte auch die Sportschau mit Fragenkatalogen versucht. Der DFB bat um Verständnis, dass er sich "aktuell hierzu" nicht äußern wolle. Eine am Morgen des 12. Juli verschickte E-Mail an Qatar Airways blieb ohne Reaktion.

bar | Stand: 16.07.2021, 14:13

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