Kameruns Nationalspeler Nicolas Moumi Ngamaleu

Fußball | Afrika-Cup Afrika-Cup: Massenpanik bei Kamerun-Spiel fordert Menschenleben

Stand: 25.01.2022 07:30 Uhr

Beim Afrika-Cup hat eine Massenpanik mit mehreren Toten das Spiel zwischen Kamerun und den Komoren überschattet. Der Sieg der Gastgeber geriet zur Nebensache.

Vor dem Spiel in Kameruns Hauptstadt Yaounde am Montagabend (24.01.2022) hatte es eine Massenpanik gegeben. Dabei seien acht Menschen ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen vorläufigen Bericht des kamerunischen Gesundheitsministeriums. Mindestens 50 Menschen seien demnach bei dem Gedränge vor dem Stadion in der Hauptstadt Jaunde am Montagabend verletzt worden.

Massenpanik vor dem Stadion in Yaounde

"Wir sind nicht in der Lage, die Gesamtzahl der Opfer zu geben", hatte die Nachrichtenagentur AP am Montagabend den regionalen Gouverneur Naseri Paul Biya zitiert.

Die Panik soll vor dem Südeingang des Olembe-Stadions vor dem Achtelfinale des Gastgebers gegen die Komoren (2:1) ausgelöst worden sein. Aufgrund von Corona-Vorgaben war die Kapazität des Stadions von eigentlich 60.000 auf 48.000 Besucher herabgesetzt worden.

Afrika-Cup in Kamerun: Offenbar Tote bei Massenpanik

Sportschau, 25.01.2022 00:31 Uhr

Das Ministerium erklärte, die Opfer seien "sofort" in Krankenwagen abtransportiert worden, aber "starker Verkehr verlangsamte den Transport". Der afrikanische Kontinentalverband CAF teilte mit, er untersuche die Situation und versuche, mehr Details über die Geschehnisse zu erfahren. Am Dienstagmorgen will der Verband eine Krisensitzung mit dem Organisationskomitee abhalten.

Kamerun sollte bereits 2019 den afrikanischen Nationen-Pokal ausrichten, die Veranstaltung wurde jedoch kurzfristig nach Ägypten verlegt. Die CAF hatte dies mit Verzögerungen beim Bau von Stadien und Infrastrukturprojekten sowie mit Sicherheitsmängeln begründet.

Sieg von Kamerun wird zur Nebensache

Angesichts der Ereignisse geriet das Spiel im Anschluss, bei dem die Gastgeber das Viertelfinale erreichten, zur Nebensache. Die Komoren, ein kleiner Inselstaat zwischen Ost-Afrika und Madagaskar, mussten mit einem Feldspieler im Tor spielen, nachdem alle etatmäßigen Keeper entweder verletzt oder positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren. Der Underdog spielte von Beginn an gut mit, verlor aber seinen Kapitän Jimmy Abdou gleich in der siebten Minute mit einer Roten Karte nach einem rüden Foul. Karl Toko Ekambi schoss nach einer knappen halben Stunde die Gastgeber in Front, Vincent Aboubakar erhöhte spät auf 2:0.

Und dann begann noch einmal das große Zittern bei den "unzähmbaren Löwen": Youssouf M'Changama verwandelte einen Freistoß in der 81. Minute sehenswert ins linke Kreuzeck. In der Folge aber brachten die Kameruner den Sieg über die Zeit.

Alhadur macht das Spiel seines Lebens

Zum eigentlichen Helden der Partie avancierte der Komorenspieler Chaker Alhadhur: Als Aushilfs-Torhüter machte er seine Sache bravourös und hielt die Komoren mit sehenswerten, wenn auch unkonventionellen Paraden im Spiel. Vorwürfe wird dem mutigen, üblicherweise als Linksverteidiger in der zweiten französischen Liga bei AC Ajaccio spielenden Ersatz-Keeper auch für das 0:2 niemand machen, bei dem er durch ein mutiges Herauslaufen möglicherweise den Treffer hätte verhindern können.

Gambia überrascht

Am frühen Abend war Gambia ins die Runde der letzten acht eingezogen: Der Außenseiter schlug Guinea knapp. Musa Barrow schoss den Goldenen Treffer für Gambia in der 71. Minute, das Team trifft nun auf den Sieger der Partie Kamerun gegen die Komoren.

Jubel bei den Spielern der Nationalmannschaft von Gambia

Gegen Ende zweimal Gelb-Rot

Gambia verlor drei Minuten vor dem Ende Yusupha Nije durch eine Gelb-Rote Karte, rettete sich aber über die Zeit. In der hektischen Nachspielzeit musste dann auch Guineas Ibrahima Conte mit Gelb-Rot vom Platz. Am Spielergebnis änderte das nichts.