Champions-League-Auslosung Diese 32 Teams kicken um zwei Milliarden Euro

Stand: 25.08.2022 07:56 Uhr

Wenn bei der Champions-League-Auslosung in Istanbul heute die Kugeln kreisen, geht es natürlich irgendwie um Fußball - auf jeden Fall aber auch um unfassbar viel Geld für 32 Klubs.

Zwei Milliarden Euro (das ist eine Zwei mit neun Nullen) lautet die magische Summe, die unter allen 32 Teams ab der Gruppenphase aufgeteilt wird. Im Gedränge an den Fleischtöpfen profitieren jedoch vor allem die Platzhirsche. Freilich erwartet auch die fünf (!) deutschen Starter Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, RB Leipzig und die als Europa-League-Sieger qualifizierte Frankfurter Eintracht ein warmer Geldregen.

"Diese Eintracht hat Potenzial"

Sie alle lechzen danach, so weit wie möglich in der Königsklasse zu kommen, weshalb bei der Einteilung der Gruppen am Donnerstag (25.08.2022, heute ab 18 Uhr im Liveticker bei sportschau.de) auf möglichst machbare Gegner gehofft wird. Gerade für Frankfurt ist die Königsklasse ein Geschenk. "Diese Eintracht hat Potenzial", hatte Präsident Peter Fischer nach dem Europapokal-Gewinn frohlockt. Doch das reiche "sicher nicht, um die Champions League zu gewinnen. Aber das ist auch nicht das Ziel".

Vielmehr werde das in Topf eins gesetzte Team dort "mit Spaß rangehen". Laut Vorstandsboss Axel Hellmann seien gerade die wirtschaftlichen Themen "interessant", Mehreinnahmen von rund 30 Millionen Euro locken. Allein für die Qualifikation für die Gruppenphase erhält jeder Starter 15,64 Millionen Euro aus dem mit 500,5 Millionen gefüllten Topf der UEFA.

Jeder Punkt bringt eine knappe Million

Für jeden Sieg in der Vorrunde gibt es 2,8 Millionen Euro, für jedes Remis 930.000 Euro. 600,6 Millionen an fixen UEFA-Geldern werden auf diese Weise ausgeschüttet. Marschiert ein Verein, die Bayern werden es nach ihrem Viertelfinal-Aus 2021/2022 versuchen, mit sechs Siegen durch die Gruppenphase und gewinnt am 10. Juni in Istanbul gar das Finale, ist mit 84,27 Millionen zu rechnen.

Zusätzlich werden die Klubs für ihr Europapokal-Abschneiden der vergangenen zehn Jahre über einen Koeffizienten erfolgsabhängig entlohnt. Von den ebenfalls 600,6 Millionen über diesen Schlüssel zur Verfügung stehenden Euro dürften die Bayern als Zweiter des Rankings rund 35,25 Millionen erhalten.

Die vier Lostöpfe
Topf 1 Topf 2 Topf 3 Topf 4
Real Madrid FC Liverpool Borussia Dortmund Glasgow Rangers
Eintracht Frankfurt FC Chelsea RB Salzburg Dinamo Zagreb
Manchester City FC Barcelona Schachtar Donezk Olympique Marseille
AC Mailand Juventus Turin Inter Mailand FC Kopenhagen
FC Bayern München Atlético Madrid SSC Neapel Club Brügge
Paris Saint-Germain FC Sevilla Benfica Lissabon Celtic Glasgow
FC Porto RB Leipzig Sporting Lissabon Viktoria Pilsen
Ajax Amsterdam Tottenham Hotspur Bayer Leverkusen Maccabi Haifa

Bayern, City oder Real im Vorteil

Dieser Modus begünstigt selbstverständlich besonders die europäischen Top-Klubs wie Bayern, Manchester City oder Real Madrid, die Jahr für Jahr in der Champions League weit kommen. Genauso wie die Auszahlungen über den Marktpool, der auf insgesamt 300,3 Millionen Euro geschätzt wird und in dem die Fernsehgelder inbegriffen sind.

Dort wird von der UEFA eine Hälfte der TV-Einnahmen analog zum Abschneiden in der Liga aufgeteilt. Die Bayern bekommen als Bundesliga-Meister 40 Prozent, Dortmund als Vize 30 Prozent, der Dritte Leverkusen 20 Prozent und die viertplatzierten Leipziger 10 Prozent. Frankfurt, nicht über die Liga qualifiziert, geht hier leer aus.

Neuer Deal mit Paramount

Da die Vergabe der zweiten Hälfte des Marktpools jedoch von den in der Champions League absolvierten Spielen abhängt, können die Frankfurter bei einem überraschenden Lauf in der K.o.-Runde weitere Millionen abräumen. Die finanzielle Attraktivität der Champions League bleibt also auch nach dem gescheiterten Einführungsversuch der Super League im vergangenen Jahr ungebrochen.

Gerade erst schloss die UEFA einen neuen Vertrag mit der US-amerikanischen Mediengruppe Paramount, welche die Champions League, die Europa League und die Conference League bis zur Saison 2029/30 in den USA überträgt. Laut "The Athletic" soll der ab der Spielzeit 2024/2025 gültige Deal der UEFA 250 Millionen Euro pro Saison bringen. Die Goldader Fußball scheint nicht zu versiegen.