Karim Benzema feiert seinen Führungstreffer gegen den FC Chelsea.

FC Chelsea - Real Madrid 1:3 Benzema lässt Chelsea gegen Real Madrid leiden

Stand: 06.04.2022 22:53 Uhr

"King Karim" Benzema hat auch den FC Chelsea das Fürchten gelehrt. Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League erzielte der Franzose gleich drei Treffer für Real Madrid an der Stamford Bridge.

Von Olaf Jansen

Real Madrid hat sich im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Chelsea eine hervorragende Ausgangsposition für den Einzug ins Halbfinale erarbeitet. Der aktuelle Tabellenführer der spanischen La Liga bezwang den FC Chelsea auf dessen Platz mit 3:1 (2:1). Garant des Sieges war der Franzose Karim Benzema, der alle drei Real-Treffer markierte (21., 24., 46. Minute). Chelseas zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 1:2 hatte Kai Havertz erzielt (40.).

Typisch englisches Wetter empfing Real im Londoner Westen, doch die "Königlichen" ließen sich vom eiskalten Dauerregen an der Stamford Bridge nicht beeindrucken. Chelsea übernahm zwar zu Beginn die Spielkontrolle, doch die vom zentralen Mittelfeldmann Casemiro hervorragend angeführte Real-Defensive zeigte sich von Beginn an hellwach.

Vinicius Junior sendet ersten Warnschuss

Und - was Chelsea auch bald erkennen musste: Real war absolut bereit, eigene Offensivaktionen zu initiieren. Die erste sahen die frierenden Fans in der 10. Minute, als Real einen schnellen Konter nach links zu Vinicius Junior verlagerte. Der zog im Strafraum nach innen, hatte freie Schussbahn, traf aus elf Metern aber nur die Querlatte des Chelsea-Tores.

Es war ein Warnschuss für Chelsea, das sich bei eigenem Ballbesitz sehr weit nach vorn locken ließ und immer wieder anfällig für schnelle Gegenangriffe wirkte. Real erkannte dies und nutzte es eiskalt aus. In der 21. Minute spielten Benzema und Vinicius einen einfachen Doppelpass, mit dem Vinicius links durch war. Dessen Flanke verwertete der durchgestartete Benzema per wuchtigem Kopfball aus 13 Metern in den linken Winkel - 0:1.

Doppelschlag durch "King Karim"

"King Karim", der im Achtelfinal-Rückspiel bereits Paris St. Germain beinahe allein geschlagen hatte, war also wieder auf Betriebstemperatur. Und der Franzose brauchte nur weitere drei Minuten, um das 0:2 nachzulegen: Diesmal flankte Luka Modric aus dem rechten Halbfeld und Benzema setzte einen wunderbaren Kopfball mit viel Gefühl gegen die Laufrichtung von Chelseas Keeper Edouard Mendy ins rechte Eck.

Chelsea war geschockt. Eiskalt erwischt. Der Unmut des mittlerweile tief hinter Kapuze und dickem Schale versteckten Trainers Thomas Tuchel war nur zu erahnen. Doch Chelsea fing sich. Und sendete noch vor dem Seitenwechsel ein Lebenszeichen. Auch dies fand per Kopfball statt: Jorginho flankte in der 40. Minute butterweich auf Havertz, der aus elf Metern an Thibaut Courtois vorbei zum 1:2 einnickte.

Kalte Dusche für Chelsea nach dem Wechsel

Chelsea war wieder im Spiel, die Zuschauer waren auch aufgewacht. Mussten aber gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts den nächsten Tiefschlag verdauen: Keeper Mendy erlaubte sich in der 46. Minute einen grauenvollen Fehlpass in Richtung Antonio Rüdiger. Benzema ging dazwischen und hatte keine Mühe, die Kugel aus 20 Metern ins leere Chelsea-Tor zum 1:3 einzuschieben.

Die Partie entwickelte sich zu einem immer interessanteren Kampf der anstürmenden Engländer gegen routiniert verteidigende Real-Akteure. Chancen waren da für Chelsea: In der 69. Minute hätte der kurz zuvor eingewechselte Romelu Lukaku eigentlich für den Anschlusstreffer sorgen müssen, setzte einen Kopfball völlig freistehend aber aus sechs Metern rechts am Tor vorbei.

Schweres Gepäck für Chelsea

Und in der Nachspielzeit zielte der ebenfalls eingewechselte Hakim Ziyech aus 13 Metern nur hauchdünn links am Real-Tor vorbei.

Das blieben die besten Möglichkeiten der Londoner, die am nächsten Dienstag somit schweres Gepäck dabei haben, wenn in Madrid das Rückspiel angepfiffen wird.