Eriksens Wunsch konnten die Spieler nicht ablehnen

Paulus Arajuuri (L) im Zweikampf mit Martin Braithwaite

Dänemark gegen Finnland

Eriksens Wunsch konnten die Spieler nicht ablehnen

Von Jan Wochner

Es fühlt sich natürlich nicht richtig an, dass ein Fußballspiel weitergeht, so kurz nach dem Vorfall um Christian Eriksen. Aber: Der Betroffene selbst hat einen Wunsch formuliert. Den konnten die Spieler nicht ablehnen.

Fühlte sich das richtig an, als sich da die dänischen und finnischen Spieler für den Wiederbeginn auf dem Platz formierten? Nein! Natürlich nicht.

Selbst mir als Unbeteiligtem fiel es schwer, unter dem Eindruck der Geschehnisse, mich wieder auf Fußball einzulassen.  Wie muss es erst den Spielern auf dem Feld ergangen sein? Erst recht denen, die minutenlang neben Christian Eriksen gestanden hatten. Mit Tränen in den Augen und der offenbar berechtigten Sorge um das Leben ihres Mitspielers, ihres Freundes.

Bei der Frage, ob die Wiederaufnahme des Spiels richtig war, zählt aber vorrangig der Wille der Spieler. Und an einem Tag wie diesem, vorrangig der Wille von Christian Eriksen selbst. Vertreter und Spieler der dänischen wie finnischen Delegation berichteten von einem Videoanruf Eriksens, in dem dieser um eine Spielfortsetzung bat.

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Eriksens Beweggründe für diesen Wunsch sind nicht bekannt. Wie reflektiert sein Wunsch angesichts des Vorfalls überhaupt sein konnte, ist nebensächlich. Vorerst zählt nur eins: Eriksens Gesundheitszustand scheint stabil zu sein. Seinen Wunsch konnten die Spieler beider Mannschaften schlicht und einfach nicht ablehnen.

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Stand: 12.06.2021, 22:24

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