Österreichs Daniel Bachmann: In drei Wochen zum "Spiel des Lebens"

Österreichs Torhüter Bachmann freut sich auf Wembley und Familie Morgenmagazin 25.06.2021 01:30 Min. Verfügbar bis 25.06.2022 Das Erste Von Christoph Nahr

Österreich

Österreichs Daniel Bachmann: In drei Wochen zum "Spiel des Lebens"

Von Wolfram Porr

Erst vor drei Wochen feierte Daniel Bachmann sein Nationalmannschaftsdebüt. Am Samstag hütet der Wahl-Engländer vom FC Watford im EM-Achtelfinale gegen Italien das österreichische Tor. Ein besonderes Spiel für den 26-Jährigen, der sich eine Partie über 120 Minuten wünscht.

Italien ist bei dieser EM bisher das Nonplusultra. Drei Siege feierte die "Squadra Azzurra" in der Gruppenphase, kassierte kein Gegentor und stellte nebenbei einen Rekord ein: Denn seit 30 Pflichtspielen ist die Mannschaft von Trainer Roberto Mancini ungeschlagen. Eine längere Serie hat keine andere Mannschaft des Turniers vorzuweisen.

Und trotzdem soll Österreich, das erstmals seit der WM 1978 (Cordoba!) mal wieder bei einem großen Turnier über die Vorrunde hinausgekommen ist, eine Chance haben? "Ich traue mich zu sagen: Wenn wir gegen Italien ins Elfmeterschießen kommen, dann kommen wir weiter", so Torhüter Daniel Bachmann. "Wir spielen gegen eines der besten Teams der Welt. Aber wir können jedem Gegner Probleme bereiten."

Besonderes Spiel für Foda und Bachmann

Österreichs Trainer Franco Foda

Österreichs Trainer Franco Foda

Bisher hat das Team Austria sein Potenzial zwar nur beim 1:0-Sieg im dritten Gruppenspiel gegen die Ukraine angedeutet. Die Partie sollte der Mannschaft aber Rückenwind geben. Trainer Franco Foda stellte nach zwei enttäuschenden Partien mit Dreierkette erstmals auf eine offensivere Variante um, mit der sich die Spieler sichtlich wohler fühlten. Und prompt lief es.

Für Foda und Bachmann wird die Partie in Wembley eine ganz besondere: Foda, Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters, besaß bis zu seinem siebten Jahr auch die italienische Staatsbürgerschaft. Bachmann spielt seit seinem 18. Lebensjahr in England und hätte wohl noch vor drei Wochen nicht geglaubt, dass er in Wembley ein EM-Achtelfinale spielen würde.

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"Es gibt keine größere Fußballbühne"

"Wenn mir das einer vor sechs Monaten erzählt hätte, hätte ich ihn ausgelacht", so Bachmann, der überhaupt erst vor drei Wochen sein Nationalmannschafts-Debüt feierte und erst kurz vor dem Turnier zur Nummer eins bestimmt wurde. Dass es nun in seiner Wahlheimat England gegen einen Hochkaräter wie Italien geht, bedeutet für den 26-Jährigen die Erfüllung eines Traumes.

"Das ist fast nicht zu beschreiben", so der Schlussmann des Premier-League-Aufsteigers FC Watford, nachdem die Achtelfinalpaarung feststand. "Es gibt keine größere Fußball-Bühne. Und dann gegen eine der besten Mannschaften der Welt."

Österreichs Daniel Bachmann über Italien: "Im Moment überragend" Sportschau 25.06.2021 00:51 Min. Verfügbar bis 31.12.2021 Das Erste

Träumen von der Sensation

Bachmann, der in der Jugend für Admira Wacker Mödling, Sturm Graz und die beiden Wiener Klubs Rapid und Austria spielte, verdient seit 2013 sein Geld auf der Insel. Über Stoke City, FC Wrexham, Ross County und FC Bury landete er 2017 beim FC Watford, der ihn zwischenzeitlich an den schottischen Klub FC Kilmarnock auslieh. Zuletzt war er wieder beim FC Watford, mit dem er als Tabellenzweiter hinter Norwich City den Aufstieg in die Premier League schaffte.

Nun will Bachmann das nächste Kapitel seiner Erfolgsstory schreiben: Italien sei "die beste Mannschaft in diesem Turnier", findet er. "Es wird schwer, aber wir gehen in das Spiel, um zu gewinnen." Und sein Kapitän David Alaba ergänzt: "Wir sind hier, um zu träumen. Im Fußball ist alles möglich."

"Elfmeter-Killer" verbreitet Optimismus

In London kann Bachmann nun auch auf die Unterstützung zumindest eines Teils seiner Familie setzen. "Meine Frau und Kinder können zum Spiel kommen. Bis jetzt durften sie wegen der Ausreisebeschränkungen nicht dabei sein", erzählte er. Seine Eltern können dagegen nicht kommen.

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"Gemischte Gefühle" löse das bei ihm aus, gesteht er. Deutlich forscher ist er, wenn es ums Sportliche geht. Österreich müsse sich nur ins Elfmeterschießen retten. Bachmann gilt als "Elfmeter-Killer" und sagt: "Ich schaue mir vor jedem Spiel die möglichen Schützen an. Wie sie anlaufen, wo sie normalerweise hinschießen." Und weiter: "Das ist sicher im Hinterkopf, dass ich da keine schlechte Statistik habe."

sid/wp | Stand: 25.06.2021, 11:34

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