Kommentar - Der einfache Fußball ist viel zu kompliziert

Mark van Bommel begeht einen Wechselfehler in seinem ersten Pflichtspiel als Trainer des VfL Wolfsburg

Wechsel, Handspiel und mehr

Kommentar - Der einfache Fußball ist viel zu kompliziert

Von Marcus Bark

Der VfL Wolfsburg wird für seinen Wechselfehler im DFB-Pokal vermutlich bestraft werden. Das ist in Ordnung so. Aber der neue Trainer Mark van Bommel ist auch Opfer einer schlimmen Entwicklung geworden.

Der Fall liegt klar. Wolfsburg wechselte sechs Spieler ein, fünf sind erlaubt. Da der Fehler beim Stand von 1:1 passierte, fällt er ins Gewicht. Der SC Preußen Münster dürfte die zweite Runde des DFB-Pokals erreichen, obwohl er das Spiel mit 1:3 verlor.

Schlimmer kann ein Einstand als Trainer kaum sein. Mark van Bommel steht jetzt als Depp da. Er ist aber auch Opfer einer schlimmen Entwicklung im Fußball.

Passiv? Aktiv? Neue Spielsituation?

Der im Grunde so einfache Sport ist in den vergangenen Jahren, schon vor Corona, verkompliziert worden. Die Handspielregel wird ständig angepasst. Welche Spielsituation jetzt neu ist oder nicht, wer im passiven oder aktiven Abseits steht  – wer weiß das schon?

Schiedrichter, Trainer, Manager, Reporter müssen sich eingehend damit beschäftigen und zumindest wissen, was wo nachzuschlagen ist. Aber der Fußball muss die Masse mitnehmen, die ihn zu einer so erfolgreichen wie begeisternden Sportart gemacht hat.

Hier so, da anders

Wenn es bei der Europameisterschaft Anfang Juli erlaubt ist, einen sechsten Spieler in der Verlängerung einzuwechseln, dann ist es niemandem zu vermitteln, dass es Anfang August im DFB-Pokal verboten ist, auch wenn es in den vergangenen beiden Spielzeiten schon so war.

Und hätte nicht der VAR …? Nein, den VAR gibt es in der ersten Runde nicht, den gibt es erst ab …

Abschreckend

Ja, ab wann gibt es den im DFB-Pokal? Steht auch irgendwo. Genau wie nachzulesen, wer von der Europa League in die Conference League absteigt und wer sich über die Nations League noch für ein großes Turnier qualifiziert.

Es schreckt ab, den Fußball, diesen grundsätzlich so herrlich einfachen Sport nicht mehr zu verstehen. Die Männer und ganz wenigen Frauen, die sich mit Änderungen und möglichen Verbesserungen befassen, sollten dafür sorgen, dass die Gefahr geringer wird, ein Depp zu sein.

Stand: 09.08.2021, 12:00

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