Ceferin: UEFA und Südamerika könnten WM boykottieren

FIFA-Präsident Gianni Infantino (r.) mit UEFA-Präsident Aleksander Ceferin

Fußball | WM

Ceferin: UEFA und Südamerika könnten WM boykottieren

Von Chaled Nahar

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat einen Boykott der Fußball-WM durch die Länder aus Europa und Südamerika ins Spiel gebracht, falls die FIFA den Zweijahresrhythmus durchsetzt.

"Viel Erfolg mit einem solchen Turnier", sagte Ceferin der englischen Zeitung "Times". Eine WM, die alle zwei Jahre ausgetragen wird, werde "den Fußball töten". Der UEFA-Präsident kritisierte, dass die FIFA die Pläne in der Öffentlichkeit präsentierte, bevor Gespräche mit Interessengruppen wie der UEFA stattfanden.

"Sie sind zu jedem gegangen. Aber ich habe keinen Anruf und auch kein Schreiben erhalten. Ich habe das alles nur in den Medien verfolgt", sagte Ceferin. Auch der weltweite Verband der Fußball-Ligen, mehrere Fan-Organisationen und in abgeschwächter Form die Europäische Klub-Vereinigung hatten den Plan und das Vorgehen der FIFA in der Kommunikation bemängelt.

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Ceferin: "Jeden Sommer ein Turnier? Das ist für die Spieler viel zu hart"

"Soweit ich weiß, ist Südamerika auf derselben Seite", sagte Ceferin: "Ich glaube, dass der Rhythmus nicht verändert wird, weil es gegen die Grundregeln des Fußballs verstößt. Jeden Sommer ein einmonatiges Turnier auszurichten, ist für die Spieler viel zu hart."

Das Verhältnis zwischen der UEFA und der FIFA ist seit Jahren schlecht, gute Verbindungen gibt es dagegen zwischen der UEFA und der südamerikanischen Konföderation CONMEBOL, die sich zuletzt meist gegen die Wünsche von FIFA-Präsident Gianni Infantino stellten.

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FIFA-Direktor Wenger: "Ich bin zu 100 Prozent überzeugt: Das ist die richtige Lösung"

Die FIFA muss allerdings nicht die UEFA oder die CONMEBOL von dem Plan überzeugen, sondern die nationalen Verbände, die dem WM-Plan zustimmen müssten. 166 der 211 FIFA-Mitgliedsverbände hatten für eine Machbarkeitsstudie zum Zweijahresrhythmus gestimmt. Die Studie leitet Arsène Wenger, Direktor für globale Fußballentwicklung bei der FIFA. In einer Pressekonferenz in Doha/Katar am Donnerstag (09.09.2021) konkretisierte er seine Pläne: Die WM soll demnach alle zwei Jahre stattfinden, die EM und andere Kontinentalturniere in den ungeraden Jahren ebenfalls.

Durch eine Straffung der Qualifikationswettbewerbe und die Beschränkung auf ein oder zwei Länderspielfenster im Jahr statt aktuell fünf soll es insgesamt nicht zu mehr Spielen für die Spieler kommen, sagte Wenger. Er argumentierte, dass sein Vorschlag die Zahl der bedeutsamen Spiele erhöhe und die Zahl der sinnlosen Spiele verringere. "Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass das die richtige Lösung ist", sagte Wenger. FIFA-Präsident Gianni Infantino sagte in einer Videobotschaft am Mittwoch, dass eine Entscheidung bis zum Ende des Jahres stehen solle. Man werde "jeden anhören".

Stand: 09.09.2021, 16:04

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