WM alle zwei Jahre? FIFA-Boss deutet Kompromisse an

FIFA-Präsident Gianni Infantino

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WM alle zwei Jahre? FIFA-Boss deutet Kompromisse an

Mit einer weiteren Drohgebärde aus Europa spitzt sich die Debatte um die umstrittenen FIFA-Pläne für eine WM alle zwei Jahre zu. Gianni Infantino, Präsident des Weltverbandes, hofft dessen ungeachtet auf eine "gemeinsame Lösung und einen Konsens" spätestens bis zu einem außerordentlichen Treffen der Mitgliedsverbände am 20. Dezember.

Während einer Pressekonferenz nach der Sitzung des mächtigen FIFA-Councils am Mittwoch (20.10.2021) deutete er auch mögliche Kompromisslösungen an. "Wie diese gemeinsame Position letztlich aussieht, steht in den Sternen. Ist eine WM alle zwei Jahre die eierlegende Wollmilchsau? Ich weiß es nicht, vielleicht gibt es einen Weg, den wir bislang nicht erkannt haben. Wir sind immer offen für Vorschläge", sagte Infantino - offenkundig im Bemühen, die "hitzigen Diskussionen" zu versachlichen und die heftigen Reaktionen aus Europa zu kontern.

Mehr als ein Dutzend Verbände erwägt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die Mitgliedschaft im Weltverband als letzte Option zu beenden und aus der FIFA auszutreten. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur AP darüber berichtet.

Vehementer Widerstand

Infantino hatte am Dienstag bei zahlreichen europäischen Verbandschefs für die Reform des internationalen Spielkalenders der Männer ab 2024 geworben - und war dabei auf vehementen Widerstand gestoßen. "Der Austausch wird mit harten Bandagen geführt", räumte der 51-Jährige ein, berichtete aber von "positiven" Gesprächen im Council. Er vertraue darauf, "dass wir am 20. Dezember eine gemeinsame Lösung vorstellen können".

"Insgesamt haben die europäischen Verbände sehr deutlich gemacht, dass sie geschlossen gegen die FIFA-Pläne stehen. Der FIFA wurden zahlreiche Argumente gegen die Pläne vorgelegt", teilte der Deutsche Fußball-Bund auf Anfrage der dpa mit. "Unser Eindruck war, dass der FIFA-Präsident sehr nachdenklich wirkte und verstanden hat, warum es keinen Sinn macht, so vorzugehen."

Vermutlich keine Abstimmung noch im Jahr 2021

Die FIFA und ihr Präsident hatten angekündigt, bis zum Jahresende Klarheit dafür haben zu wollen. Ob am 20. Dezember weitere Beratungen anstehen oder es zu einer Abstimmung kommt, ließ Infantino auch auf Nachfrage offen. Bei einem Votum wären die Verbände aus Europa und Südamerika alleine weit von einer Mehrheit entfernt. Nach Informationen der "Bild-Zeitung" lehnte das Council den Plan einer Abstimmung ab.

Äußerungen von Aleksander Ceferin legen das ebenfalls nahe. "Ich warne Sie und die FIFA ausdrücklich davor, auf eine Abstimmung zu drängen. Das könnte schlimme Folgen für den Fußball haben", sagte der Präsident des europäischen Verbandes UEFA laut AP zu Infantino.

Statt der Abstimmung solle nur ein Vorschlag für den nächsten FIFA-Kongress am 31. März 2022 in Doha erarbeitet werden. Eine Abstimmung über die Pläne noch in diesem Jahr solle unbedingt verhindert werden, hatte zuvor auch schon der DFB, dessen Interimspräsident Peter Peters im FIFA-Council sitzt, erklärt.

DFB setzt auf "einvernehmliche Lösung" beim Spielkalender

In dem erbittert geführten Streit setzt der deutsche Verband auf "eine gemeinsame von FIFA und UEFA erarbeitete einvernehmliche Lösung" beim internationalen Spielkalender. Der DFB antwortete auf die Frage, ob der Austritt aus dem Weltverband FIFA eine Option sei: "Der DFB ist in enger Abstimmung mit der UEFA und den anderen Verbänden."

Als möglicher Kompromiss könnte noch eine weltweite Nations League, nach dem Vorbild der europäischen Version, als zusätzliche Veranstaltung anstelle einer WM alle zwei Jahre wieder auf die Agenda rücken. "Wir müssen den globalen Fußball verbessern und uns überlegen, wie die Turniere für die Fans bedeutungsvoller werden können", sagte Infantino bei der Pressekonferenz.

dpa/red | Stand: 21.10.2021, 12:34

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