Leipzigs Christopher Nkunku jubelt nach seinem Tor gegen Atalanta Bergamo in der Europa League

Atalanta Bergamo - RB Leipzig 0:2 Europa League - Nkunku schießt Leipzig ins Halbfinale

Stand: 14.04.2022 20:50 Uhr

Mit einer taktisch herausragenden Vorstellung ist RB Leipzig ins Halbfinale der Europa League eingezogen. Der Held des Abends bei Atalanta Bergamo war Christopher Nkunku, der doppelt traf.

Von Christian Hornung

Noch hat Leipzig in seiner jungen Klubgeschichte keinen Titel geholt. In dieser Saison könnte es etwas werden, denn nach dem 2:0 (1:0) beim Achten der italienischen Serie A steht das Team von Domenico Tedesco unter den Top Vier dieses Wettbewerbs.

Aus dem Hinspiel gelernt

Aus dem zähen 1:1 im Hinspiel hatten die Rasenballsportler die richtigen Lehren gezogen. Diesmal gingen die "Bullen" defensiver zu Werke, lockten Atalanta mit einem 5-4-1-System aus der Deckung, um dann immer wieder schnelle Konter zu fahren.

Aus so einem Spielzug resultierte auch die Führung nach 20 Minuten. Über Torwart Peter Gulácsi und Benjamin Henrichs lösten sich die Sachsen technisch sauber aus dem hohen Pressing der Gastgeber, Henrichs schickte rechts Konrad Laimer steil, der von keinem Gegenspieler mehr zu halten war. Laimer drang von rechts in den Strafraum ein und legte perfekt auf den heranrauschenden Christopher Nkunku zurück, der zum 1:0 vollstreckte.

Tedesco nach dem Halbfinaleinzug: "Streben nach mehr"

Jan Günther, Sportschau, 14.04.2022 08:24 Uhr

Viel Druck über Laimer und Angeliño

Der seit Wochen überragende Laimer kurbelte auch in der Folge immer wieder das Leipziger Spiel an, auch Angeliño sorgte auf der linken Außenbahn immer wieder für Gefahr. Richtige Top-Chancen ergaben sich im ersten Durchgang aber nicht mehr, eine Kopfballablage von André Silva auf Nkunku in der 40. Minute war einen Tick zu ungenau.

Europa League: Leipzig nach Nkunku-Doppelpack im Halbfinale

Jan Günther, Sportschau, 14.04.2022 08:24 Uhr

Bergamo fiel gegen die dichte Abwehr und die aufmerksame Mittelfeldzentrale der Leipziger nur ganz wenig ein. Zwei Distanzschüsse von Teun Koopmeiners offenbarten eher Ratlosigkeit, als für Gefahr zu sorgen.

Kein Elfmeter nach Olmo-Handspiel

Brenzlig wurde es dann aber nach 50 Minuten. Nach einem Freistoß von Remo Freuler blockte Dani Olmo im Strafraum den Ball mit der Hand - der Video Assistant Referee rief Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz zur Kontrolle an die Seitenlinie. Der Spanier gab den durchaus diskutablen Elfmeter dann aber nicht, weil Olmo beim Wegdrehen seine Körperfläche nicht unnatürlich vergrößert hatte - vertretbar.

Sofort danach stand die Leipziger Abwehr wieder stabiler, die Lombarden rannten zwar an, kamen aber kaum in Abschlusssituationen. Das war bei den Sachsen anders: Nkunku hatte in der 68. Minute nach einem Zuspiel von Kevin Kampl bereits die Vorentscheidung auf dem Fuß, schloss aber aus spitzem Winkel etwas zu eigensinnig ab und scheiterte an Keeper Juan Musso.

Poulsen mit dem entscheidenden Pass

Das Zittern hielt sich aber auch danach in Grenzen, weil das Tedesco-Team weiter hoch konzentriert verteidigte. Fünf Minuten vor dem Ende schickte der eingewechselte Yussuf Poulsen Nkunku in die Tiefe, den Torwart Musso nur noch unfair von den Beinen holen konnte. Nkunku selbst verwandelte den Strafstoß zum 2:0 - und damit zum sicheren und hochverdienten Einzug ins Halbfinale.

Einziger Wermutstropfen: Die Verteidiger Willi Orban und Mohamed Simakan sind im Halbfinal-Hinspiel gesperrt - das trübte die Freude über den zweiten Einzug in ein europäisches Halbfinale aber kaum.