Nations League Spanien ohne Tempo, aber mit spätem Siegtor

Stand: 27.09.2022 23:33 Uhr

Spanien ist der vermeintlich stärkste Gegner Deuschlands in der Vorrunde der Fußball-WM. Aber auch der Titelträger von 2010 hat so seine Probleme. Immerhin durfte er jubeln.

Am Dienstag (27.09.2022) kamen die Spanier am letzten Spieltag der Nations League zu einem 1:0 in Portugal. Dieser Sieg durch einen Treffer von Alvaro Morata in der 87. Minute reichte, um in das Finalturnier einzuziehen. Im Juni 2023 spielen die Iberer mit Kroatien, den Niederlanden und Italien um den Pokal der Nations League.

Der Weltmeister von 2010 zeigte sich lange zwar gewohnt ballsicher und kombinationsstark, aber auch weitgehend harmlos. Das änderte sich in der entscheidenden Szene.

Drittes Duell bei großen Turnieren im 21. Jahrhundert

Spanien gegen Deutschland, dieses Duell gab es in diesem Jahrtausend schon bei zwei großen Turnieren. Das Finale der Europameisterschaft 2008 gewannen die Spanier mit 1:0, mit dem gleichen Resultat endete das Halbfinale der Weltmeisterschaft zwei Jahre später.

Am 27. November 2022 kommt es nun zum dritten Vergleich bei einem großen Turnier, dieses Mal ist es allerdings die Gruppenphase der Weltmeisterschaft in Katar. Etwa zehn Wochen vor der Partie ist kein Favorit auszumachen, zu schwankend waren die Leistungen der beiden Teams in den vergangenen Monaten.

Ähnlich wie Deutschland holte sich Spanien in einem Heimspiel einen herben Dämpfer ab. Die Mannschaft von Trainer Luis Enrique verlor mit 1:2 gegen die Schweiz, einen Tag nachdem die Auswahl des DFB den Ungarn mit 0:1 unterlegen gewesen war.

Die deutsche Nationalmannschaft zeigt beim 3:3 in England ein Spiel, nach dem Bundestrainer Hansi Flick der Kopf brummen dürfte.

Enrique ging das Spiel in Braga mit mit einer stark veränderten Startelf an. Gleich sieben Spieler kamen neu in die Mannschaft, beim System blieb der ehemalige Profi von Real Madrid und dem FC Barcelona bei einem 4-3-3.

Nach der ersten Halbzeit standen 66 Prozent Ballbesitz für die Spanier zu Buche, aber keiner der drei Abschlüsse kam auch aufs Tor. Das Tempo in den Angriffen war - wie schon gegen die Schweiz - zu gering, um den Gegner in Verlegenheit zu bringen. Die Portugiesen waren gefährlicher, aber Unai Simon von Athletic Bilbao zeigte im Tor der Gäste eine gute Leistung, unter anderem wehrte er einen Schuss von Diogo Jota ab.

Schwache zweite Halbzeit

Das Niveau des Spiels sank in der zweiten Halbzeit. Die Spanier legten weiter mehr Wert auf Kontrolle als auf dynamische Angriffe. Alvaro Morata im Angriffszentrum kam etwa 20 Minuten vor dem Ende der Partie immerhin zu einem Schuss aufs Tor.

In der Schlussphase baute Spanien dann ein wenig Druck auf, aber an zwingenden Chancen mangelte es bis zur 87. Minute. Dann legte Nico Williams einen perfekten weiten Pass mit dem Kopf in die Mitte, und Morata schoss aus kurzer Distanz ein.