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Vorrunden-Aus bei WM in Katar Die finanziellen Folgen für den DFB

Stand: 02.12.2022 22:38 Uhr

Deutschlands Vorrunden-Aus bei der WM in Katar hat auch finanzielle Folgen: Neben den geringen Einnahmen von der FIFA sind weitere Auswirkungen zu erwarten.

Wie viel Geld verpasst der DFB?

Bei einem Titelgewinn hätte der DFB 42 Millionen US-Dollar von der FIFA bekommen, durch das Vorrunden-Aus sind es nur 9 Millionen US-Dollar. Jede weitere Runde hätte mehr Geld gebracht. Dafür spart der DFB an anderer Stelle Geld. Für einen WM-Titel hätte jeder der 26 Spieler 400.000 Euro bekommen, also wären insgesamt 10,4 Millionen Euro fällig geworden.

Andere Verluste lassen sich nicht in Euro und Cent berechnen: Weniger verkaufte Trikots und weniger Eintrittskarten für die kommenden Spiele sind eine naheliegende Folge des schlechten Abschneidens.

Mareike Zeck, Sportschau, 02.12.2022 16:39 Uhr

Ist die Abhängigkeit von den WM-Einnahmen groß?

Die Gesamteinnahmen im letzten veröffentlichten Geschäftsbericht betrugen rund 350 Millionen Euro. Ein Gewinn des WM-Titels hätte die Einnahmen also zumindest beträchtlich steigern können. Die Hauptsäule der Einnahmen des DFB ist allerdings Sponsoring. Hier könnte der sportliche Auftritt Folgen haben und die Mannschaft als Sponsoringfläche abwerten. Der Lebensmitteleinzelhändler REWE kündigte seinen Vertrag beim DFB zum Jahresende - allerdings schon vor dem Turnier.

Eine andere mögliche Folge für den deutschen Fußball ist eine generelle Abwertung. Sportökonom Christian Müller von der Hochschule Fresenius in Köln sagte im Gespräch mit der Sportschau, dass das Vorrunden-Aus auch für die Bundesliga schlecht sei. Die WM sei schließlich eine Bühne für deutsche Spieler und den deutschen Fußball. Drei schwache Turniere in Folge lassen auch den Wert sinken.

Wie geht es dem DFB finanziell?

Die Finanzbehörden werfen dem DFB Steuerhinterziehung vor. Im Raum steht derzeit eine zweistellige Millionennachzahlung. Der DFB musste deshalb Rücklagen in Höhe von mehr als 46 Millionen Euro bilden, was in der Bilanz für das Jahr 2021 zu einem Minus im zweistelligen Millionenbereich führen wird.