FIFA WM 2022 Brasilien kämpft sich ohne Neymar ins Achtelfinale

Stand: 28.11.2022 18:53 Uhr

Superstar Neymar liegt verletzt im Bett, Brasilien steht dennoch im Achtelfinale. Die Südamerikaner sind gegen die Schweiz lange zu harmlos, dann sorgt Casemiro für die Erlösung.

Ohne Superstar Neymar ist Brasilien am Montag (28.11.2022) vorzeitig ins Achtelfinale der WM in Katar eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Tite biss sich gegen die Schweiz bis in die Schlussphase hinein die Zähne aus, ein später Treffer von Casemiro (83. Minute) macht den 1:0 (0:0)-Sieg aber perfekt. Die "Selecao" steht damit mit sechs Punkten an der Spitze der Gruppe G, die Schweiz hat als Zweiter mit drei Punkten ebenfalls gute Chancen auf die nächste Runde.

"Wir wussten, dass es keine leichte Gruppe ist und dass die Schweizer viel zu bieten haben", sagte Torschütze Casemiro: "Das sind keine schönen Spiele, da sind Kleinigkeiten ausschlaggebend. Dieses Mal habe ich den Ball voll erwischt."

Fred ersetzt Neymar, Schweiz ohne Shaqiri

Das große Thema vor dem Spiel war die Verletzung von Brasiliens Superstar Neymar. Der 30-Jährige, der seine voraussichtlich letzte WM unbedingt mit dem Titel krönen will, war gar nicht erst mit ins Stadion gereist und verfolgte die Partie mit dick bandagiertem Knöchel vom Hotelbett aus. Seinen Platz im Team nahm Fred von Manchester United ein, den ebenfalls angeschlagenen Danilo vertrat Eder Militao. Bei den Schweizern rotierte überraschend Xherdan Shaqiri aus der Startelf.

Das WM-Gruppenspiel zwischen Brasilien und der Schweiz - die Analyse und Stimmen zum Spiel.

Brasilien ohne Neymar harmlos

Und das Fehlen Neymars merkte man der "Selecao" durchaus an. Die Brasilianer, die in Abwesenheit ihres Zehners in einer etwas veränderten Grundformation ohne Spielmacher aufliefen, bestimmten zwar das Geschehen. Die ganz großen Geistesblitze gab es im ersten Durchgang aber nicht.

Lucas Paqueta von West Ham ließ bei zwei schönen, aber letztlich erfolglosen Pässen auf Richarlison seine Klasse aufblitzen (12./19.). Vini Junior von Real Madrid scheiterte nach schöner Flanke von Raphinha aus kurzer Distanz am Schweizer Keeper Yann Sommer, Raphinha versuchte es zudem einmal mit einem Distanzschuss (31.). Den Rest verteidigten die Eidgenossen, die sich selten bis nie auf den Weg zum brasilianischen Tor machten, sauber weg. Das ganz große Risiko gingen beide Teams nicht.

Treffer von Vini Junior wird einkassiert

Nach dem Seitenwechsel wagten sich die Schweizer zunächst etwas mehr aus der Deckung und nahmen auch mit der Offensive am Spiel teil. Nach einem starken Flankenwechsel von Granit Xhaka tauchte der Mainzer Silvan Widmer plötzlich frei im Strafraum auf. Da seine Hereingabe (53.) jedoch genauso das Ziel verfehlte wie eine Flanke von Vini Junior mit Außenrist auf der Gegenseite (57.), blieb die spielerische Qualität überschaubar.

In Brasilien können sich die Fans wie in keinem anderen Land mit der Nationalmannschaft identifizieren - und das sieht man überall auf den Straßen.

Pech hatten die Brasilianer dann beim vermeintlichen Führungstor durch Vini Junior (64.), das wegen einer Abseitsstellung von Richarlison in der Entstehung des Treffers nach Eingreifen des VAR zurückgenommen wurde. Nicht direkt erkennbar, letztlich aber vollkommen korrekt.

Das WM-Gruppenspiel zwischen Brasilien und der Schweiz in voller Länge. Kommentator: Gerd Gottlob.

Casemiro lässt Brasilien jubeln

In der Schlussphase erhöhten die Brasilianer dann merklich den Druck und wurden dafür belohnt. Casemiro, der seit dieser Saison bei Manchester United spielt, fasste sich nach schöner Vorarbeit von Vini Junior und Rodrygo ein Herz und sorgte mit einem satten Schuss aus rund zwölf Metern für den Lucky Punch.

Brasilien musste sich ohne Neymar deutlich strecken und erkämpfte sich die drei Punkte hart. Der Sieg war letztlich aber verdient. Die Südamerikaner bekommen es am letzten Spieltag mit Kamerun zu tun. Die Schweiz trifft auf Serbien.