Fußball

Corona-Beschlüsse: Was jetzt für Fußballfans in Deutschland gilt

Von Michael Buchartz

Das Treffen zwischen Bund und Ländern hat eine bundesweite Vereinbarung auf Zuschauerbegrenzungen bei Fußballspielen ergeben. Bayern und Baden-Württemberg führen strengere Corona-Regeln ein.

Die Fans im Profifußball müssen großteils wieder den Stadien fernbleiben: Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sollen maximal 30 bis 50 Prozent der Stadionkapazität genutzt werden und insgesamt nicht mehr als 15.000 Zuschauer bei Fußballspielen in den Stadien dabei sein dürfen. "Einige Bundesländer werden noch weitreichendere Beschränkungen ergreifen", sagte der designierte neue Bundeskanzler Olaf Scholz nach den Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag (02.12.2021).

Geisterspiele in einigen Bundesländern geplant

So steht im Beschluss, der der Sportschau vorliegt: "In Ländern mit hohem Infektionsgeschehen müssen Sportveranstaltungen ohne Zuschauer durchgeführt werden."

Genau definiert wurde das "hohe Infektionsgeschehen" jedoch nicht. In Sachsen, Bayern oder Baden-Württemberg sind Geisterspiele bereits eingeführt worden.

In Bayern schon am Wochenende ohne Zuschauer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte bereits am Donnerstag angekündigt: "Bei den Geisterspielen wollen wir das ab diesem Wochenende machen, sonst macht das ja keinen Sinn. Für dieses Jahr also Geisterspiele, im nächsten Jahr muss man dann sehen, wie die Infektionslage ist." Am Freitag dann beschloss das bayerische Kabinett das Vorhaben.

Die Heimspiele von Bundesligist FC Augsburg gegen den VfL Bochum sowie des Zweitligisten 1. FC Nürnberg gegen Holstein Kiel müssen am Samstag somit vor leeren Rängen stattfinden.

In Baden-Württemberg maximal vor 750 Zuschauern

Auch Baden-Württemberg verbietet von Samstag (04.12.2021) an Großveranstaltungen. Für Fußballspiele wie Kulturveranstaltungen soll es eine "harte Obergrenze" von 750 Personen geben.

Davon am Wochenende betroffen werden die Bundesligisten VfB Stuttgart und TSG Hoffenheim sein, und ebenso die Zweitligisten SV Sandhausen und der 1. FC Heidenheim sowie der SC Freiburg II in der 3. Liga. Bis wann diese Regelung gilt, ist bisher nicht bekannt.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sprach sich ebenfalls für strengere Einschränkungen bei Sportveranstaltungen aus. 15.000 Zuschauer seien aktuell "viel zu viele".

Nur Geimpfte und Genesene, Maskenpflicht am Platz

Möglich ist das aufgrund der sogenannten "Länderöffnungsklausel" im aktuellen Infektionsschutzgesetz. "Die Vereinbarungen mit dem Bund sind Mindeststandards. Länder können schärfer reagieren", sagte die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Außerdem einigten sich Bund und Länder darauf, dass nur Geimpfte und Genesene Zugang zum Stadion erhalten sollen. Es soll zudem Maskenpflicht am Platz herrschen.

DFL zeigt Verständnis für Zuschauer-Restriktionen

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) zeigt Verständnis für die erneuten Zuschauer-Restriktionen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie durch die Politik. Eine "vorübergehende Beschränkung bei der Zulassung von Fans in die Stadien" sei "dem Grunde nach verständlich", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Die DFL hofft, "dass mit diesem Beschluss von Bund und Ländern die Grundlage für eine zügige Verbesserung der pandemischen Lage gelegt ist".

Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, äußerte sich zum Profifußball: "Es ist kein Problem, dass auch ein Fußballverein von sich aus sagt, wir spielen mit weniger Zuschauern als jetzt rechtlich möglich ist. Das ist nicht verboten." Fraglich scheint aber, dass diese Einstellung von den Vereinen geteilt wird.

Im aktuellen ARD-DeutschlandTrend spricht sich eine Mehrheit für mehr Beschränkungen und eine allgemeine Impfpflicht aus. Von den Befragten befürworten zudem 81 Prozent, dass Fußballspiele wieder ohne Publikum stattfinden sollen.

Nur 15.000 Zuschauer beim Topspiel BVB gegen Bayern

Problematisch ist nach Aussagen von Medizin-Experten vor allem die Anreise in voll besetzten Bahnen und Autos, nicht der Stadionbesuch selbst. Im Vorfeld der zu erwartenden Maßnahmen hatten einige Fußballklubs den Ticketverkauf gestoppt oder bereits verkaufte Karten storniert.

Nach den neuesten Beschlüssen wird die Zuschauerzahl für das Top-Spiel der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München drastisch reduziert. Wie der Tabellenzweite am Donnerstag mitteilte, werden für die Partie an diesem Samstag nur die maximal erlaubten 15.000 Eintrittskarten verkauft.

Auch Borussia Mönchengladbach wird zum Spiel gegen den SC Freiburg am Sonntag nur noch 15.000 Karten verkaufen, teilte der Verein via Twitter mit.

Der FSV Mainz 05 darf gegen den VfL Wolfsburg nur 10.000 Zuschauer ins Stadion lassen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) kündigte am Donnerstag in Mainz eine entsprechende Anpassung in der neuen Corona-Verordnung von Rheinland-Pfalz an.

Der Berliner Senat hat am Freitag angekündigt: Hertha und Union Berlin dürfen noch bis zu 5.000 Zuschauer empfangen. Das Freitagabend-Spiel der Unioner gegen Leipzig ist noch nicht betroffen, die Regelung greift ab dem 8. Dezember 2021.

Hilfsprogramm für den Profisport

Bund und Länder kündigten ebenfalls im Beschluss an, dass das Hilfsprogramm für den Profisport verlängert werden soll. Bis wann, ist jedoch nicht genau festgelegt. Es heißt lediglich, dass die "weitere Entwicklung im Blick behalten werden" solle.