Der Pokal als Sinnbild für die Stimmungslage am Rhein

Gladbach jubelt, Frust in Köln

Der Pokal als Sinnbild für die Stimmungslage am Rhein

Von Cora Lanzerath

Nach dem Sieg gegen Arminia Bielefeld und dem damit verbundenen Sprung von den Abstiegsplätzen war sie beim 1. FC Köln kurz zu spüren: Die Vorfreude auf das Derby gegen Borussia Mönchengladbach am Samstagabend.

Die Stimmungslage war ausnahmsweise mal gelöst und Spieler, Fans und Verantwortliche blickten wieder optimistischer in die Zukunft. Jetzt noch ein Sieg im Pokal-Achtelfinale beim Zweitligisten Jahn Regensburg und Gladbach kann kommen. Vielleicht ist nach zuletzt drei Derbyniederlagen in Serie ja mal wieder etwas Zählbares drin für den FC, zumal der Gladbacher Siegeszug in der Liga durch das 1:1 bei Union Berlin etwas gebremst wurde.

Soweit der Plan der Geißböcke. Doch drei Tage später sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Der FC ist im Pokal an Zweitligist Regensburg gescheitert. Und zwar auf die undankbarste Art und Weise: Mit Pech und Drama. Im Elfmeterschießen.

Köln und die "Pokal-Aus-Floskeln"

Der Schwung ist schlagartig verflogen. Stattdessen flüchtet man sich am Geißbockheim in die typischen "Pokal-Aus-Floskeln". "Wir müssen das jetzt ganz schnell abhaken und die Köpfe wieder aufrichten", erklärte Torwart Timo Horn im Anschluss an die Partie. Schließlich habe man in der Bundesliga "ganz wichtige Spiele" vor der Brust.

Während in Köln also wieder einmal Tristesse herrscht, könnte die Stimmung beim kommenden Gegner kaum besser sein. Die Borussia blieb durch den Pokalerfolg beim VfB Stuttgart auch im siebten Spiel des Jahres ungeschlagen, fünfmal ging man sogar als Sieger vom Platz. "Es war ein richtiger Pokalfight und es ist einfach ein richtig gutes Gefühl, heute hier zu gewinnen", freute sich Kapitän Lars Stindl.

Marco Rose: "Jeder Sieg bringt uns näher an's große Ziel" Sportschau 03.02.2021 03:41 Min. Verfügbar bis 03.02.2022 Das Erste

Zudem bewies die Elf von Trainer Marco Rose gegen die Schwaben einmal mehr Moral und drehte einen frühen Rückstand noch in einen 2:1-Sieg. Das ist etwas, was dem FC in dieser Saison überhaupt noch nicht gelungen ist. Von den elf Partien, in denen die Kölner zurücklagen, gingen neun verloren. Zweimal konnte man immerhin noch einen Punkt mitnehmen.

Alles spricht für Gladbach

Es spricht also nicht viel dafür, dass der 1. FC Köln gegen Gladbach auch nur den Hauch einer Chance hat. Stimmung, Tabellensituation, aktuelle Form und auch der direkte Vergleich sprechen klar für die Fohlen. Zu allem Überfluss droht beim FC auch noch Bielefeld-Matchwinner Marius Wolf auszufallen. Der 25-Jährige verletzte sich gegen Regensburg am Sprunggelenk.

Nun ist also einmal mehr Markus Gisdol gefragt, der sich in Köln immer mehr zum Überlebenskünstler mausert. Seit Monaten schwankt der Trainer zwischen Zittern und Erleichterung. Und immer wenn man denkt, nach der nächsten Niederlage ist für ihn Schluss, schafft er mit seinem Team irgendwie nochmal die Wende. Der Coach zumindest glaubt auch gegen die starken Gladbacher an eine Chance: "Wir haben solche Gegner auch schon bezwungen. Wir können das." Das hatten die meisten vor dem Pokalspiel gegen einen Zweitligisten allerdings auch gedacht.

Stand: 04.02.2021, 11:44

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