Merle Frohms

Frauen-Nationalmannschaft Torhüterin Merle Frohms - auf dem Weg in die Weltspitze

Stand: 22.02.2023 18:13 Uhr

Es lief noch nicht alles rund bei den deutschen Fußball-Frauen im ersten Testländerspiel des WM-Jahres. Eine große Gewinnerin gab es aber: Torhüterin Merle Frohms.

Vorne nicht zwingend genug, wenig eingespielt und sehr holprig im Spielaufbau - viel klappte nicht bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen die Schwedinnen am Dienstag (21.2.2023) in Duisburg.

Alexandra Popp von der deutschen Nationalmannschaft köpft den Ball vor der Schwedin Fridolina Rolfö weg

Da ist noch Luft nach oben: Die deutschen Fußball-Frauen sind in einem Testländerspiel gegen Schweden nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. mehr

So blieb also vor allem nach dieser müden Nullnummer die Erkenntnis, dass auf dem Weg zur Weltmeisterschaft im Sommer in Neuseeland und Australien (20. Juli bis 20. August) noch etliche Baustellen zu beackern sind.

Spektakuläre Paraden von Merle Frohms

Nur eine Spielerin präsentierte sich bereits jetzt in weltmeisterlicher Form: Das war die deutsche Torhüterin Merle Frohms. Sie legte nicht nur eine fehlerlose Partie hin, sondern zeigte mit ihren spektakulären Paraden beispielsweise gegen Stina Blackstenius und Kosovare Asllani, dass die gut 20.000 Zuschauer im Duisburger Stadion ihr Kommen doch nicht bereuen sollten.

"Ich habe versucht, Tore zu verhindern und freue mich natürlich, dass die Null hinten steht. Es war auch Glück dabei, aber das muss man auch haben", gab sich die deutsche Nummer eins nach der Partie bescheiden und meinte mit Glück vor allem den Pfostentreffer der Schwedin Rytting Kaneryd in der 81. Minute. "Merle hat uns im Spiel gehalten", lobte auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg die 28-Jährige.

Die gebürtige Cellerin zeigte in Duisburg einmal mehr, dass sie sich in den vergangenen drei Jahren zu einer Keeperin mit Weltformat entwickelt hat.

Merle Frohms - "Bin zufrieden mit dem Kampfgeist der Mannschaft"

Sportschau

Eine der besten Torhüterinnen des EM-Turniers

Frohms Stern war bei der Europameisterschaft in England im vergangenen Jahr aufgegangen. Damals hatte die Torhüterin des VfL Wolfsburg die Babypause von Almuth Schult genutzt und die langjährige Stammkeeperin als Nummer eins im deutschen Tor abgelöst.

Die Skepsis war damals nicht gerade klein gewesen, ob Frohms die große Lücke würde schließen können. Nach der Europameisterschaft, die mit dem Vizetitel für die DFB-Auswahl endete, waren die Zweifel weg. Frohms zeigte über die gesamte EM hinweg gute Leistungen und rechtfertigte das Vertrauen des Trainerteams, das sich vor dem Turnier auf Frohms als Nummer eins festgelegt hatte.

"Almuth Schult war während des EM-Turniers immer gegenwärtig. Viele warteten nur darauf, dass Merle patzt. Wie sie diesem mentalen Druck standgehalten hat, hat mich zutiefst beeindruckt", sagte der ehemalige Wolfsburger Trainer Karsten Kellermann dem NDR.

Merle Frohms pariert einen Schuss der Schwedinnen spektakulär.

Merle Frohms pariert einen Schuss der Schwedinnen spektakulär.

Frohms' Gesellinnenjahre in Freiburg und Frankfurt

Im vergangenen Sommer war die Ausnahmekeeperin zurück nach Wolfsburg gewechselt. Ihren Stammverein hatte sie vor viereinhalb Jahren verlassen, um aus dem Schatten von Almuth Schult zu treten, der auch beim Verein groß war. Frohms absolvierte ihre Gesellinnenjahre - jeweils zwei - beim SC Freiburg und bei Eintracht Frankfurt, wo sie die notwendige Spielpraxis sammeln konnte, um zu einer echten Spitzenkeeperin zu reifen.

Mit dem VfL Wolfsburg strebt sie in diesem Jahr das Triple an. Es sieht nicht schlecht aus. Schon am kommenden Dienstag, 28. Februar, steht das Viertelfinale im DFB-Pokal beim 1. FC Köln an. Am 22. März geht es im Champions-League-Halbfinale mit den Wölfinnen zu Paris Saint-Germain, und in der Meisterschaft ist der Vorsprung mit acht Punkten Vorsprung auch komfortabel - bei einem Spiel mehr als Verfolger FC Bayern München.

Dass nun auch bei der anstehenden WM für die deutsche Mannschaft einiges drin ist, davon ist Merle Frohms überzeugt: "Wir haben eine brutale Qualität im Kader", sagte die Nummer eins nach dem Spiel gegen Schweden.

Marc Eschweiler, Sportschau, 22.02.2023 09:02 Uhr

Nun müssen die Teamkolleginnen die Baustellen bis zum Sommer schließen. Dann steht einem erfolgreichen Großturnier wohl nichts im Wege.