DFB-Elf im "Flick-Modus" nach Nordmazedonien

DFB-Auswahl jubelt gegen Rumänien

Fußball | WM-Qualifikation

DFB-Elf im "Flick-Modus" nach Nordmazedonien

Von Dirk Burkhardt

An Nordmazedonien hat die deutsche Nationalmannschaft keine guten Erinnerungen. Seitdem der Bundestrainer Flick heißt, ist der Erfolg zurück. In Skopje könnte Flick einen Rekord einstellen.

Gerade etwas mehr als ein halbes Jahr ist es her, dass eine hilf- und ideenlose deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit hängenden Köpfen vom Rasen der Duisburger Arena schlich. 1:2 gegen Nordmazedonien in der WM-Qualifikation. Ein Rückschlag, eine Demütigung. Der 31. März 2021 schrieb eins der eher quälenden Kapitel, die zwischen der Ankündigung des Rücktritts von Bundestrainer Joachim Löw und dessen Vollzug mit dem 0:2 im EM-Achtelfinale gegen England lagen.

Beim Wiedersehen mit Nordmazedonien am Montag (11.10.2021, ab 20.30 Uhr im Sportschau-Livecenter) in Skopje ist der Bundestrainer ein anderer und vor allem die Stimmung eine ganz andere. Beim 2:1-Sieg gegen Rumänien hat die DFB-Elf gezeigt, dass man gegen einen zähen Gegner auch anders auftreten kann: willensstark, unermüdlich, energiegeladen. "Das war enorme Mentalität, was die Mannschaft da auf den Platz gebracht hat. Man hat gespürt, dass sie das Spiel einfach umbiegen will", lobte Flick kurz vor dem Abflug der Mannschaft aus Hamburg.

Flicks Ziel: "Eine Mannschaft, die begeistert"

Dabei deckte sich die Startelf gegen Rumänien auf sechs Positionen mit der beim 1:2 gegen Nordmazedonien. Allein daran kann man ablesen, was der neue "Flick-Modus" bedeutet. "Wir wollen eine Mannschaft, die begeistert und mitzieht. Da sind wir auf einem guten Weg", sagt der Bundestrainer selbst. Diese Qualitäten wird die deutsche Auswahl auch vor 18.200 Zuschauern in der wegen der Corona-Pandemie nur zur Hälfte besetzten Arena von Skopje brauchen.

Zwar haben die Nordmazedonier in Stürmer-Legende Goran Pandev ihren Nationalhelden in den Ruhestand verabschiedet und auch seit Anfang August einen neuen Trainer. Trotzdem ist das Team Blagoja Milevksi als Tabellenzweiter der Gruppe J erster Verfolger des deutschen Teams. In den vier Qualifikationsspielen seit der EM blieb die junge Nation ungeschlagen, trotzte Rumänien ein 0:0 ab und gewann zuletzt ungefährdet mit 4:0 in Liechtenstein.

DFB-Team: Flick setzt auf starken Bayern-Block Morgenmagazin 11.10.2021 01:40 Min. Verfügbar bis 11.10.2022 Das Erste Von Bernd Schmelzer

Flick arbeitet an "kleinen Details"

"Die Mannschaft ist eingespielt und wird vor eigenem Publikum mit viel Selbstvertrauen auftreten", ist sich Bundestrainer Flick sicher. Deshalb wird das Team auf dem Platz vor allem die gegen Rumänien vermisste Präzision im letzten Angriffsdrittel und die Beweglichkeit des Angriffspersonals verbessern müssen. "Da geht es um kleine Details", deutet Flick an, dass er die Baustellen erkannt hat.

Vielleicht gönnt der Bundestrainer dem gegen Rumänien im Zentrum in einigen Szenen unglücklich agierenden Timo Werner eine Pause. Der Einsatz von Kapitän Manuel Neuer scheint nach zuletzt muskulären Problemen genauso gesichert wie der von Antonio Rüdiger (Rückenprobleme). "Es sind alle Mann an Bord", sagt Flick.

WM-Quali und Startrekord winken

Mit einem Sieg gegen Nordmazedonien könnte Deutschland gleich zwei Zwischenmarken erreichen. Gewinnt Armenien im Parallelspiel in Rumänien nicht, wäre die deutsche Mannschaft zwei Spieltage vor Schluss bereits für die WM 2022 qualifiziert. "Und wir haben ja immer gesagt, dass wir die Qualifikation so früh wie möglich schaffen wollen", sagt Flick.

Er selbst würde mit einem Erfolg den Startrekord seines Vorgängers Löw von fünf Siegen in Serie einstellen. Vielleicht bei den bisherigen Gegnern keine besondere Marke, aber vielleicht ein weiteres Zeichen dafür, dass die verkrampften und hilflosen Zeiten vorbei sind.

Stand: 11.10.2021, 09:32

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