Antisemitische Beleidigungen überschatten Union-Sieg

Fans und Spieler von Union jubeln nach dem Abpfiff

1. FC Union Berlin - Maccabi Haifa 3:0

Antisemitische Beleidigungen überschatten Union-Sieg

Union Berlin hat gegen Maccabi Haifa den ersten Sieg in der Conference League eingefahren. Israelische Fans sind am Rande des Spiels im Berliner Olympiastadion offenbar antisemitisch beleidigt worden.

Gegen den israelischen Fußball-Meister gewann die Mannschaft von Trainer Urs Fischer hochverdient mit 3:0 (1:0). Die Tore erzielten Andreas Voglsammer (33. Minute), Kevin Behrens (48.) und Taiwo Awoniyi (76.). In der Tabelle der Gruppe E liegt Union Berlin nun mit drei Punkten auf Rang zwei hinter Feyenoord Rotterdam.

So erfreulich das Europapokal-Spiel sportlich verlief, so unerfreulich waren einige Begleitumstände. Offenbar sind Fans des israelischen Fußballmeisters antisemitisch beleidigt worden. Zudem soll versucht worden sein, eine Flagge Israels anzuzünden, wie das Junge Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin-Potsdam bei Twitter berichtet.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

"Im gemischten Block wurden wir von Union-Fans bedroht, mit Bier beworfen" und unter anderem "als 'scheiß Juden' beleidigt", heißt es in einem Tweet: "Ein Union-Fan hat versucht, die Israel-Fahne einer unserer Zuschauerinnen anzuzünden, was glücklicherweise schnell durch Zivilpolizisten verhindert werden konnte."

Es habe auch Union-Fans gegeben, "die sich gegen dieses Verhalten ausgesprochen haben", hieß es weiter, dennoch sei die Gruppe "sicherheitshalber in den Maccabi-Block gewechselt." Union bat via Twitter um Hilfe bei der Ermittlung der mutmaßlichen Täter.

Immerhin 23.342 Zuschauer im Olympiastadion

Zum rein Sportlichen sagte Trainer Fischer: "Ich bin vor allem mit der Art und Weise zufrieden". Zu diesem Zeitpunkt hatte der Schweizer noch keine Kenntnis von den Vorgängen auf den Rängen. "Wir brauchten einen Moment, um die Nervosität abzulegen. Dann hat die Mannschaft es sehr gut gespielt."

Spielszene aus dem Conference League Spiel Union Berlin gegen Maccabi Haifa

Vor 23.342 Zuschauern im Berliner Olympiastadion brauchte Union etwas Zeit, um sich zu finden, doch war schnell die spielbestimmende Mannschaft. Die Gastgeber versuchten es häufig über die rechte Seite mit den flinken Christopher Trimmel und Sheraldo Becker, bis zu einer echten Chance dauerte es aber.

Kevin Möhwald (28.) prüfte Maccabi-Torwart Joshua Cohen zuerst von der Strafraumgrenze. Fünf Minuten später musste dann Voglsammer den Ball lediglich über die Linie drücken, nachdem sich Behrens auf der rechten Seite durchgesetzt hatte und überlegt seinen Mitspieler fand. Union kontrollierte Haifa in dieser Phase problemlos, der starke Becker brach immer wieder durch - die Führung war gerechtfertigt.

Optimaler Start nach der Pause

Nach der Pause erwischte Union den bestmöglichen Start. Zwei Minuten nach Wiederbeginn köpfte Behrens einen Trimmel-Freistoß von rechts wuchtig ein. Erstmals in der Partie überließ Union Haifa im Anschluss größere Spielanteile, der Gast wurde aber selten gefährlich. Dafür setzte Union effektive Nadelstiche, Becker (69.) traf per Volley jedoch nur den Pfosten. Der eingewechselte Awoniyi zielte dann genauer.

Union Berlins zweite Sturmgarde bekam nach der erfolgreichen Europapokal-Nacht ein Extralob vom Trainer. "Vorne habe ich wirklich ein bisschen die Qual der Wahl. Die Jungs machen das im Moment wirklich sehr gut", sagte Fischer.

Nächste Partie in Rotterdam

In der nächsten Partie im drittklassigen Europapokal tritt Union am 21. Oktober bei Feyenoord Rotterdam an.

sid/dpa/red | Stand: 01.10.2021, 07:18

Weitere Themen

Darstellung: