Ungarn - mit 65.000 Fans im Rücken in die EURO

Adam Szalai (Nummer 9) ist Ungarns Hoffnungsträger im Sturm.

Außenseiter will mindestens eine Sensation

Ungarn - mit 65.000 Fans im Rücken in die EURO

Von Sebastian Hochrainer

In kein EM-Stadion dürfen so viele Zuschauer wie in Budapest. Diesen Heimvorteil will Ungarn im Spiel gegen Portugal nutzen - und ist gegen den Titelverteidiger erstaunlich selbstbewusst.

Mehr Außenseiter als Ungarn geht eigentlich nicht. Der 37. der Fifa-Weltrangliste hat die Gruppe mit Deutschland, Frankreich und Portugal erwischt. Ohnehin war die Qualifikation für die EM schon ein äußerst schwieriges Unterfangen. Ungarn schaffte es nur über die Nations League in die Playoffs. Und nun muss das ungarische Team auch noch ohne den Mann auskommen, der dort die EM-Teilnahme überhaupt erst ermöglichte.

Ungarn konnte Portugal schon 2016 ärgern

Mit seinem Tor in der Nachspielzeit gegen Island (2:1) machte sich Dominik Szoboszlai unsterblich in seiner Heimat. Er laboriert jedoch an einer Schambeinverletzung. Der 20-Jährige war im Januar von RB Salzburg zu RB Leipzig gewechselt. Und nun muss er zuschauen, wenn seine Mannschaft die nahezu aussichtslose Mission angeht, gegen den Weltmeister, den Europameister und das DFB-Team zu bestehen.

Zum vierten Mal ist Ungarn bei einer Europameisterschaft dabei. Auch 2016 gehörte das Team zum Teilnehmerfeld - und beim ersten Spiel des jetzigen Turniers kommt es gegen Portugal nun gleich zu einem Wiedersehen. Denn beinahe hätte Ungarn den Titel von Cristiano Ronaldo und Co. vor fünf Jahren verhindert.

Szalai würde erneutes Remis "unterschreiben"

In einem spektakulären Spiel trennten sich die beiden Mannschaften damals 3:3. Hätte Ungarn, das dreimal in Führung lag, gewonnen, wäre Portugal rausgeflogen. Adam Szalai, Stürmer von Mainz 05, war 2016 schon dabei. "Wenn wir das gleiche Ergebnis holen könnten, würde das jeder von uns unterschreiben", sagte der 33-Jährige.

Gulacsi mit Hommage an Neuer: „Einer der allerbesten Torhüter der Geschichte“ Sportschau 02.06.2021 01:07 Min. Verfügbar bis 02.06.2022 Das Erste

Ebenfalls vor fünf Jahren im Kader war Peter Gulacsi. Damals hatte er hinter der ungarischen Torhüter-Legende Gabor Kiraly keine Chance auf Einsätze, heute ist er einer der Hoffnungsträger und wahrscheinlich der Mann, auf den es ankommen wird. "Es ist etwas ganz Großes in einer Spielerkarriere, dass man ein großes Turnier zu Hause spielen kann. Dass wir das schaffen, war für mich und meine Mannschaft in der Qualifikation eine extra Motivation", sagte Leipzigs Keeper im Sportschau-Gespräch.

Volles Haus in Budapest

Gulacsi und sein Vereinskollege Willi Orban sind die Anführer der Mannschaft. "Wir haben die Riesenchance, bei dieser EM ein Ausrufezeichen zu setzen", sagt der Abwehrchef. Die Portugiesen um ihre Offensiv-Stars Ronaldo, Bruno Fernandes, Joao Felix, Diogo Jota und Bernardo Silva zu stoppen, wäre ein solches.

Möglich machen könnten das die 65.000 Fans, die in Budapest dabei sein dürfen. Die ungarische Hauptstadt ist der einzige Austragungsort, bei dem eine 100-prozentige Auslastung möglich ist. "Das gibt uns eine riesige Portion Extra-Motivation, einen emotionalen Push", sagte Gulacsi. "Wir sind Außenseiter in unserer Gruppe, obwohl wir mehrere Spieler in Top-Ligen haben und mit jungen Spielern näher an das Top-Niveau in Europa herankommen. Unser großes Ziel ist es, einen der drei Großen zu schlagen."

Stand: 14.06.2021, 18:31

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