Fußball | Schottland Vergewaltiger ausgeschlossen - Raith Rovers bitten Fans um Verzeihung

Stand: 03.02.2022 13:03 Uhr

Der schottische Zweitligist Raith Rovers wird den wegen einer Vergewaltigung bestraften David Goodwillie nicht spielen lassen und verhandelt mit ihm über eine Vertragsauflösung. Sponsoren und Fans hatten sich zuvor von dem Klub wegen des Transfers abgewandt.

Von Marcus Bark

"Wir haben einen Fehler gemacht", gab der Vorstand des Fußballklubs aus Schottland am Donnerstag (03.02.2022) zu. Die Rovers bedauerten dies und baten bei allen, die an dem Klub hängen, um Verzeihung.

Einen Tag zuvor hatte etwa die Trikotsponsorin Val McDermid, eine bekannte Krimiautorin, ihr Engagement aufgekündigt und gesagt, sie werde sogar "meine Dauerkarte zerreissen". Spielführerin Tyler Rattray von den Raith Rovers Women trat aus Protest nach zehn Jahren im Verein zurück. Auch Mitarbeitende des Klubs waren freiwillig aus dem Job geschieden oder hatten ihre Empörung wie viele Fans öffentlich kundgetan.

Hohe Geldstrafe wegen Vergewaltigung

Der 32 Jahre alte Fußballprofi David Goodwillie war am Montag von den Rovers verpflichtet worden. Der Transfer löste umgehend einen Sturm der Entrüstung aus, weil der ehemalige schottische Nationalspieler 2017 wegen der Vergewaltigung einer Frau mit einer Entschädigungszahlung von mehr als 100.000 Euro belegt worden war.

Zu einem Strafverfahren gegen Goodwillie war es aus Mangel an Beweisen nie gekommen. Goodwillie bestritt nie, mit der Frau Sex gehabt zu haben, dieser sei jedoch "einvernehmlich" gewesen. Das Opfer, so der Zivilrichter, habe aber glaubhaft versichert, dass es an dem besagten Abend zu betrunken gewesen sei, um kraft ihrer Sinne zu entscheiden.

Trikotsponsorin begrüßt Rückzieher

Trikotsponsorin Val McDermid begrüßte den Rückzieher des Klubs als "eine Art Sieg" für all diejenigen, die ihre Stimme erhoben hätten.

Ob sie den Verein weiterhin unterstützen werde, ließ sie offen. Es sei noch ein Weg zu gehen, schrieb die Beststellerautorin, schließlich hätten die Verantwortlichen noch immer ihre Posten.