EM-Tagebuch - wehmütig in den Schlaf

Der scheidende Bundestrainer Joachim Löw bei seiner letzten Pressekonferenz

Reporter vor Ort

EM-Tagebuch - wehmütig in den Schlaf

Von Marcus Bark (Herzogenaurach)

Geschichten rund ums deutsche Team und die Fußball-Europameisterschaft: Sportschau-Reporter Marcus Bark ist unterwegs rund um das DFB-Team. Das EM-Tagebuch - Folge 19.

Dafür, dass er seit 816 Stunden wach war, sah er noch ganz gut aus. Er habe 24 Stunden am Tag gearbeitet seit dem Beginn der Vorbereitung, sagte Joachim Löw. Kann sein, dass es ein bisschen übertrieben war, aber bestimmt nur ein bisschen.

Alle haben viel und gut gearbeitet, sagt auch sein Chef, der jetzt sein ehemaliger Chef ist, Oliver Bierhoff.

Dessen Chefs arbeiten bestimmt auch sehr viel, sagen aber nichts. Die Interimsspitze des DFB ist stumm geblieben während der mehr als 800 Stunden, seitdem Löw die Nationalmannschaft in Seefeld versammelte.

Die volle Verantwortung übernahm der Bundestrainer für das zweite frühe Scheitern hintereinander. Eine Stunde sprach er über 17 gemeinsame Jahre beim DFB. Die Wehmut, die er in Seefeld und Herzogenaurach lange negierte, überkam ihn mehrmals.

Löw stolz über Entwicklung: "Unglaublich große Befriedigung" Sportschau 30.06.2021 02:55 Min. Verfügbar bis 31.12.2022 Das Erste

EM-Viertelfinale ohne Deutschland und ohne FC Bayern

Abbau im Basecamp. Die EM geht ohne Deutschland weiter. Und ohne Bayern. Der Meister aus München stellte 14 Spieler für verschiedene Nationen ab. Alle raus.

Karl Lauterbach haut auch einen raus. UEFA sei verantwortlich für den Tod von vielen Menschen, sagt der von Hansi Flick einst als sogenannter Experte titulierte Experte.

Wird auch keinen interessieren. Die Nummer wird jetzt durchgezogen. Bald 60.000 in Wembley. Stimmung! La ola ist die vierte Welle!

Löw sitzt dann irgendwo. Guckt zu, vielleicht auch nicht. Vielleicht schläft er ein, wenn mit der Ukraine und der Schweiz zwei Gruppendritte das Finale bestreiten werden.

Stand: 30.06.2021, 19:30

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