Drittes Springen, dritter Tournee-Sieg für Kobayashi

Kobayashi dominiert - Eisenbichler bleibt optimistisch Sportschau 05.01.2022 03:48 Min. Verfügbar bis 05.01.2023 Das Erste

Skispringen | Vierschanzentournee

Drittes Springen, dritter Tournee-Sieg für Kobayashi

Von Dirk Hofmeister

Der Japaner Ryoyu Kobayashi ist seinem zweiten Tournee-Grand-Slam einen großen Schritt nähergekommen. Karl Geiger wurde in Bischofshofen starker Tagesvierter - mit vier Top-15-Plätzen konnte das deutsche Team auch mannschaftlich überzeugen. Pech hatte der bisherige Tournee-Dritte bei einem Sturz - beim Finale am Donnerstag steht nun ein Dreikampf um Rang drei an.

Karl Geiger hat beim Innsbruck-Ersatzspringen in Bischofshofen das Podest nur knapp verpasst. Der Weltcup-Gesamtzweite wurde beim dritten Tournee-Springen am Mittwoch (05.01.2022) mit Weiten auf 133 und 136 Meter Vierter - und lag damit nur 1,6 Punkte hinter Rang drei.

Kobayashi kontert Lindvik-Führung

Den Tagessieg holte sich der Japaner Ryoyu Kobayashi, der zuvor am Mittwochnachmittag auch die Qualifikation gewonnen hatte. Nach 137 Metern im ersten Durchgang musste sich der 24-fache Weltcupsieger noch mit Rang zwei begnügen. Im Finale flog er dann aber auf 137,5 Meter und siegte.

Kobayashi fing dabei noch Marius Lindvik aus Norwegen ab. Der Gesamt-Zweite führte nach dem ersten Durchgang und 137,5 Metern noch mit 5,7 Punkten vor dem Japaner. Im zweiten Durchgang kam der 23-jährige Norweger aber nur auf 135,5 Meter und musste sich um 4,7 Punkte geschlagen geben.

Bei Schneefall, einigen Aufwindphasen und dadurch immer wieder verkürztem Anlauf flog Halvor Egner Granerud mit Weiten auf zweimal 135,5 Meter auf Rang drei (- 8,9 Punkte). Granerud verbesserte sich damit auch in der Gesamtwertung von Platz fünf auf Rang drei.

Das dritte Springen in Bischofshofen - Analyse und Stimmen Sportschau 05.01.2022 14:18 Min. Verfügbar bis 05.01.2023 Das Erste

"Beeindruckend" - Kobayashi vor Grand Slam

Tagessieger Kobayashi bekam nach seinem dritten Sieg im dritten Tournee-Springen viel Lob vom deutschen Konkurrenten Geiger: "Es ist schon beeindruckend. Es läuft auch in seinem Sinne, der Lindvik hätte das heute knacken können. Aber er macht sein Zeug, er macht keine Fehler und springt auf einem extrem hohen Niveau", sagte der Oberstdorfer zum Sieg von Kobayashi.

Geiger: "Habe mich gefangen"

Zu seinem vierten Platz sagte Geiger: "Ich sehe das gar nicht so negativ. Es ist ein bisschen schade. Aber es war heute ein guter Wettkampf. Ich habe mich soweit gefangen. Jetzt geht es nach vorn", sagte der 28-Jährige, der in Garmisch noch enttäuschter Tages-Siebter wurde und damit den Gesamtsieg abhaken musste.

Karl Geiger: "Ich sehe es gar nicht so negativ" Sportschau 05.01.2022 01:07 Min. Verfügbar bis 05.01.2023 Das Erste

Eisenbichler von 16 auf acht

Der bisherige Gesamtvierte und beste DSV-Springer Markus Eisenbichler erwischte wieder mal nur einen guten Sprung. Eisenbichler ärgerte sich nach dem ersten Durchgang über einen Satz auf 130 Meter und Rang 16. Im zweiten Durchgang verbesserte sich der Oberbayer mit 140 Metern noch auf Rang acht.

"Den ersten habe ich zu früh begonnen. Ich bin da eigentlich immer zu spät. Da sollte ich mehr auf mein Gefühl vertrauen", erklärte der 30-Jährige nach dem Wettkampf in der Sportschau. "Das habe ich beim zweiten Sprung gemacht. Der war besser vom Tisch und dann geht er besser."

Horngacher: "Läuft nicht immer"

Lob bekam Eisenbichler von Bundestrainer Stefan Horngacher: "Markus springt eine tolle Tournee, er ist als kompletter Außenseiter reingegangen. Aber er zeigt hier viele gute Sprünge, war einmal sogar schon auf dem Podest", sagte der 52-Jährige in der Sportschau.

Der Österreicher war insgesamt zufrieden mit dem Auftritt seines Teams und vier Top-15-Plätzen in Bischofshofen: "Es läuft nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Wir haben aber gezeigt, dass wir vorn mitspringen können, speziell der Karl und der Markus im zweiten Durchgang. Morgen geht es gleich weiter, da können wir gleich anschließen."

Horngacher: "Haben uns im zweiten Durchgang deutlich verbessert" Sportschau 05.01.2022 01:40 Min. Verfügbar bis 05.01.2023 Das Erste

Kos verliert Rang drei

Eine große Enttäuschung war das Springen in Bischofshofen für den bisherigen Tournee-Dritten Lovro Kos aus Slowenien. Im ersten Durchgang stürzte der 22-Jährige nach seinem Sprung auf 136 Meter, fiel als 30. weit zurück. Im Finale konnte sich der Slowene mit 138,5 Metern immerhin auf Rang 25. verbessern. Das Tour-Podest ist aber uneinholbar weit entfernt. Kos fiel auf Rang sieben zurück (- 65,1 Punkte).

Donnerstag: Dreikampf um Rang drei

Beim Abschlussspringen am Donnerstag (06.01.2022) in Bischofshofen dürfte sich aber ein Dreikampf um Rang drei entfachen: Granerud (845,8 Punkte) als Dritter sowie Eisenbichler (842,4 Punkte) und Geiger (841,7 Punkte) liegen nur 4,1 Zähler auseinander. Der Tournee-Gesamtsieg dürfte Kobayashi (884,5 Punkte) nicht mehr zu nehmen sein, auf den Gesamt-Zweiten Lindvik (866,6 Punkte) hat er einen komfortablen Vorsprung.

Freund mit halber Olympianorm

Und die anderen Deutschen? Severin Freund flog auf 131,5 und 133,5 Meter und wurde Zwölfter - der Rastbüchler sicherte sich damit die halbe Olympianorm.

Andreas Wellinger überraschte am Nachmittag noch mit einem starken siebten Rang in der Qualifikation. Im Wettkampf flog der Olympiasieger von 2018 dann mit Weiten auf 129,5 Meter und 130,5 Meter auf Rang 15. Wellinger hatte mit Rang sechs in Klingenthal bereits die Norm für die Olympischen Spiele gelöst.

Stefan Horngacher - der Mann fürs richtige Timing Sportschau 05.01.2022 05:30 Min. Verfügbar bis 05.01.2023 Das Erste

Leyhe am 30. Geburtstag 20.

Einen versöhnlichen Tag erlebte auch Stephan Leyhe. Nach 130,5 Metern und Rang 26 im ersten Durchgang verbesserte sich der Schwarzwälder im Finale mit 135,5 Metern noch einmal. Der Willinger flog an seinem 30. Geburtstag auf Rang 20.

Schmid scheidet knapp aus

Im ersten Durchgang ausgeschieden waren Constantin Schmid und Pius Paschke. Dabei hatte vor allem Schmid Pech. Im K.o.-Duell schied der Oberaudorfer trotz guter Weite auf 132 Meter gegen den Japaner Yukiya Sato (137 Meter) aus, war aber optimistisch:

"Ich hatte keinen so schlechten Sprung, hatte auch etwas Glück mit den Bedingungen. Es wäre schon echt schade, wenn ich nicht nochmal ran dürfte", sagte der 22-Jährige in der Sportschau. So kam es dann aber leider. In der Lucky Loser-Wertung schied er knapp als Sechster aus - bei "normaler" Top-30-Wertung wäre Schmid als 24. ins Finale eingezogen.

Die Termine der Vierschanzentournee im Überblick
DatumWettbewerbAustragungsort
28.12.2021QualifikationOberstdorf
29.12.2021WettbewerbOberstdorf
31.12.2021QualifikationGarmisch-Partenkirchen
01.01.2022WettbewerbGarmisch-Partenkirchen
05.01.2022QualifikationBischofshofen (Ersatz Innsbruck)
05.01.2022WettbewerbBischofshofen (Ersatz Innsbruck)
06.01.2022Qualifikation (ab 14.30 Uhr/Livestream und Ticker)Bischofshofen
06.01.2022Wettbewerb (ab 17.30 Uhr/Livestream und Ticker)Bischofshofen

Stand: 05.01.2022, 23:00

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