Vierschanzentournee - Kobayashi gewinnt Neujahrsspringen knapp vor Eisenbichler

Sportschau 31.12.2021 03:27 Min. Verfügbar bis 01.01.2023 Das Erste

Skispringen | Vierschanzentournee

Eisenbichler fehlen 0,2 Punkte zu historischem Sieg

Stand: 01.01.2022, 17:57 Uhr

Markus Eisenbichler ist beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen nur ganz knapp geschlagen worden. Karl Geiger muss die Gesamtwertung dagegen abhaken.

Von Dirk Hofmeister

Markus Eisenbichler hat den ersten deutschen Tournee-Tagessieg in Garmisch Partenkirchen seit 2002 um die Winzigkeit von 0,2 Punkten verpasst. Der Oberbayer flog am Samstag (01.01.2022) auf 141,0 und 143,5 Meter Meter und wurde starker Zweiter. Eisenbichler musste sich dem Japaner Ryoyu Kobayashi (143,0 Meter/135,5 Meter) geschlagen geben.

Der japanische Tournee-Spitzenreiter ging im zweiten Durchgang mit verkürztem Anlauf in die Spur und bekam trotz geringerer Weite durch eine saubere Telemark-Landung bessere Haltungsnoten. Dritter wurde der Slowene Lovro Kos (135,5 Meter/138,0 Meter), der 5,2 Punkte Rückstand auf den Tagessieger hatte.

Eisenbichler: "Hat sich alles so leicht angefühlt"

"Am meisten freuen mich die beiden Sprünge, die waren so angenehm und schön. Es hat sich alles so leicht angefühlt", sagte Eisenbichler nach dem Wettkampf. "Ich bin einfach happy, dass die Sprünge wieder so laufen. Da ist das Ergebnis - wirklich, das ist jetzt kein Witz - zweitrangig", jubelte der Bayer.

"Auf einmal war das Vertrauen wieder da." Dieses Gefühl wolle er in Innsbruck und Bischofshofen stabilisieren: "Einfach schöne Sprünge machen - mit einer schönen Landung", fügte er schmunzelnd an.

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Geiger verliert 26,2 Punkte auf Kobayashi

Während sich Eisenbichler über den starken zweiten Platz freute, war Karl Geiger tief enttäuscht. Der Weltcupspitzenreiter hatte in beiden Durchgängen Pech mit starkem Rückenwind. Nach 130 Metern im ersten Durchgang und Rang acht konnte er sich mit 127,5 Metern im zweiten Sprung nur minimal auf Rang sieben verbessern. Enttäuscht ließ er die Arme im Auslauf fallen und winkte ab.

Geiger: "Es nervt gerade einfach"

"Es tut mir so leid, dass ich mich da jetzt auskotze, aber mich nervt es gerade einfach", sagte Geiger selbstkritisch. "Ich muss das Ganze noch einordnen. Es sind wieder ein paar Sachen zusammengekommen - schon wieder bei der Tournee, es ist einfach bitter.", erklärte er geknickt am Sportschau-Mikrofon. Im Kampf um die Gesamtwertung der Vierschanzentournee büßte Geiger 26,2 Punkte auf Spitzenreiter Kobayashi ein.

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Granerud verliert trotz Aufholjagd

Einen großen Rückschlag erlebte auch der bisherige Gesamt-Zweite Halvor Egner Granerud. Der Norweger beendete den ersten Durchgang nach 128,0 Metern nur als 22.. Mit neuem Anzug flog er im zweiten Durchgang dann auf 140,5 Meter und konnte sich bis auf Platz neun verbessern. Auf Kobayashi verlor Granerud aber 27,0 Punkte.

Halbzeit der Tour: Eisenbichler Gesamt-Vierter

In der Gesamtwertung führt Kobayashi nun deutlich. Der Tournee-Sieger von 2018/2019 hat mit 593,2 Punkten schon 13,2 Zähler Vorsprung auf den neuen zweitplatzierten Marius Lindvik aus Norwegen. Neuer Dritter ist der erst 22-jährige Slowene Kos (- 17,7 Punkte). Bester Deutscher ist Eisenbichler als Vierter, sein Rückstand auf Kobayashi beträgt 21,1 Punkte, zum Podest und Kos sind es aber nur 3,4 Zähler. Granerud und Geiger als Fünfter und Sechster mit 29,8 Punkten und 32,3 Punkten Rückstand auf Kobayashi haben bei Halbzeit der Tour keine realistischen Chancen mehr auf den Gesamtsieg - sofern sich Kobayashi keinen großen Patzer mehr leistet.

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Leyhe wieder stark

In der Tageswertung schaffte es neben Eisenbichler und Geiger auch Stephan Leyhe (128,0 Meter/136,5 Meter) in die Top 10. Der Willinger wurde starker Zehnter (+27,5 Punkte) und ist in der Gesamtwertung Achter.

Constantin Schmid konnte nach 133,0 Metern und Rang elf im ersten Durchgang seine Top-Leistung im Finaldurchgang nicht bestätigen. Trotz hoher Anlaufgeschwindigkeit kam er nur auf 125,5 Meter und fiel auf Platz 20.

Wellinger froh - Freund frustriert

Etwas fürs Selbstbewusstsein konnte Andreas Wellinger tun. Der Olympiasieger, der in Oberstdorf (29.12.2021) bereits in der Qualifikation ausgeschieden war, wurde mit Weiten auf 131,0 Meter und 129,0 Metern guter 22.

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Severin Freund konnte seinen Aufwärtstrend von Oberstdorf und der Garmisch-Quali nicht fortsetzen. Mit 128,0 und 127,5 Metern beendete er das Neujahrsspringen nur als 28.

Paschke, Lisso und Hoffmann verpassen Finale

Den zweiten Durchgang der Top 30 verpassten drei Deutsche. Pius Paschke musste sich in seinem K.o.-Duell mit 127 Metern dem jungen Slowenen Lovro Kos (135,5 Meter) geschlagen geben. Und auch Justin Lisso (Schmiedefeld) mit 121,5 Metern und Felix Hoffmann (Suhl) mit 116 Metern, die über die sogenannte Nationale Gruppe die Quali überstanden hatten, schieden vorzeitig aus. Paschke wurde 31., Lisso 43., Hoffmann 46.

Die Termine der Vierschanzentournee im Überblick
DatumWettbewerbAustragungsort
28.12.2021QualifikationOberstdorf
29.12.2021WettbewerbOberstdorf
31.12.2021QualifikationGarmisch-Partenkirchen
01.01.2022WettbewerbGarmisch-Partenkirchen
03.01.2022Qualifikation (ab 13.30 Uhr/Ticker)Innsbruck
04.01.2022Wettbewerb (ab 13.30 Uhr/Ticker)Innsbruck
05.01.2022Qualifikation (ab 17.15 Uhr/Livestream und Ticker)Bischofshofen
06.01.2022Wettbewerb (ab 17.30 Uhr/Livestream und Ticker)Bischofshofen
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