Paul Drux und Johannes Golla beim Spiel des DHB-Teams gegen Frankreich. / picture alliance/dpa | Jan Woitas

Aus im WM-Viertelfinale Medaillentraum der deutschen Handballer platzt gegen Frankreich

Stand: 25.01.2023 22:55 Uhr

Deutschlands Handballer mit dem Füchse-Kapitän Paul Drux müssen weiter auf die erste WM-Medaille seit dem Titelgewinn 2007 warten. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason verlor am Mittwochabend im Viertelfinale gegen Olympiasieger und Rekord-Weltmeister Frankreich mit 28:35 (16:16) und büßte damit alle Chancen auf eine Medaille ein.
 
Vor rund 5.500 Zuschauern in Danzig war Johannes Golla mit sechs Toren bester Werfer für die DHB-Auswahl, für die das Turnier mit der Platzierungsrunde um die Ränge fünf bis acht weitergeht. Dort ist Ägypten am Freitag in Stockholm der nächste Gegner.

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Füchse-Kapitän Drux wieder mit dabei

Paul Drux kehrte für das Viertelfinale zurück in den Kader der DHB-Auswahl. Der 27 Jahre alte Rückraumspieler hatte sich nach einem auskurierten Erkältungsinfekt rechtzeitig fit gemeldet. Dies teilte der Deutsche Handballbund 90 Minuten vor dem Anpfiff mit. Drux hatte die letzte Hauptrundenpartie gegen Norwegen (26:28) am vergangenen Montag verpasst, am Dienstag aber schon wieder mit der Mannschaft trainiert.
 
Dass das deutsche Team nur als Außenseiter in dieses Spiel gegen Frankreich geht, war schon vorher klar. Nur: Das sah man auf dem Spielfeld erstmal nicht, weil die DHB-Auswahl einen herausragenden Start in die Partie hinlegte. Andreas Wolff zeigte im Tor von Beginn an eine starke Leistung. Der 31-Jährige hatte beim Turnier in Polen und Schweden schon in den Spielen zuvor überragt - nun bestätigte er seine Ausnahmeverfassung auch gegen die Franzosen. Wolff parierte etliche Würfe des Gegners, was die Grundlage des deutschen Spiels war.

Frankreich nutzt Schwächen gnadenlos aus

In der 16. Minute führte die DHB-Auswahl sogar mit vier Toren (11:7), Frankreichs Trainer Guillaume Gille nahm daraufhin die erste Auszeit. Ob es Dika Mem, Nedim Remili oder Altstar Nikola Karabatic ist: Gille hat etliche Ausnahmehandballer in seinem Kader. Wozu die Franzosen in Abwehr und Angriff fähig sind, zeigten sie auch gegen die Deutschen. Aber die hielten dagegen.

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Zumindest lange. Erst in der Schlussphase erlaubte sich das DHB-Team eine längere Schwächephase, die Frankreich gnadenlos ausnutzte. Kurz nach der ersten französischen Auszeit hatten schon technische Fehler das deutsche Spiel erstmals geprägt: Innerhalb von rund drei Minuten egalisierte der Olympiasieger so die anfangs klare deutsche Führung.

Knorrs und Wolffs Extra-Klasse reicht nicht

Es entwickelte sich zunächst ein packendes Duell mit einem irren Tempo. Beide Mannschaften spielten auf Angriff und sie taten das, ohne Zeit zu verlieren. Es ging hin und her. Und es blieb eng.
 
Erstaunlich war mal wieder, wie der gerade mal 22-jährige Juri Knorr agierte. Der Jüngste im deutschen Team dirigierte auch gegen diesen Weltklasse-Gegner die Angriffe der DHB-Auswahl. Dazu verwandelte er noch fast jeden seiner Würfe. Im Angriff Knorr und Wolff im Tor: dieses Duo hatte die DHB-Auswahl mit ihren starken Leistungen schon vorab durch das Turnier getragen.
 
Aber diesmal reichte das nicht. Weil in der Schlussphase genau das passierte, was schon gegen Ende der ersten Halbzeit passierte: zu viele technische Fehler. Und die nutzte Frankreich als Team aus der Weltspitze gnadenlos aus.

Sendung: rbb24, 25.01.2023, 21:45 Uhr