Deutschlands Trainer Alfred Gislason geht über das Spielfeld.

Handball | EM

Handball-EM: DHB schließt Turnierrückzug vorerst aus, Spanien-Spiel findet statt

Stand: 20.01.2022, 17:04 Uhr

Trotz zwölf aktiver Coronfälle im Team wollen die deutschen Handballer vorerst nicht von der EM zurückziehen. Drei weitere Spieler wurden nachnominiert, das Spiel gegen Spanien findet wie geplant statt.

"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir es verantworten können, im Turnier zu bleiben", sagte Mark Schober, Vorstandschef des Deutschen Handballbundes (DHB), bei einer Online-Pressekonferenz. "Die Situation ist sehr dynamisch. Es kann sein, dass wir am morgigen Tag eine andere Entscheidung treffen müssen." Neben gesundheitlichen hätten "auch sportliche, rechtliche und wirtschaftliche Abwägungen eine Rolle gespielt", sagte Schober. "Wir lassen von der EHF prüfen, zu welchen Bedingungen ein Rückzug zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist."

Bis zum Donnerstag (20.01.2022) sind die deutschen Handballer aber von weiteren positiven Corona-Fällen verschont geblieben. Alle am Mittwochabend vorgenommenen PCR-Tests seien negativ ausgefallen, teilte der Deutsche Handballbund am Mittag mit.

Spiel gegen Spanien findet statt - EHF lehnt Spielverlegung ab

WDR aktuell 20.01.2022 02:05 Min. Verfügbar bis 20.01.2023 WDR

Spiel gegen Spanien findet statt

Der DHB wollte das Spiel gegen Spanien verlegen lassen und stellte einen entsprechenden Antrag bei der Europäischen Handball-Föderation (EHF). Die lehnte den Antrag ab. Die erste Hauptrunden-Partie findet am Donnerstag (18 Uhr/Sportschau und Liveticker) also wie geplant statt.

"Zu einem eventuellen Rückzug wies die EHF am Donnerstagmorgen in ihrer Antwort auf komplexe Folgen unter anderem auf sportlicher und wirtschaftlicher Ebene hin", schrieb der DHB in einer Pressemitteilung: "Dem Antrag auf Spielverlegung gab die EHF nicht statt und verwies dabei auf eine ähnlich vielschichtige Gemengelage von der sportlichen Situation Spaniens bis hin zu bestehenden Sendeplänen und -verpflichtungen sowie ähnlich herausfordernde Corona-Situationen bei den Teams anderer teilnehmender Nationen hin."

DHB-Sportvorstand Axel Kromer: "Können mit 16 Spielern auf der Platte stehen"

Sportschau 20.01.2022 00:52 Min. Verfügbar bis 20.01.2023 Das Erste

So wurden auch zwei Spieler der Spanier positiv auf Corona getestet. Demnach fallen der ehemalige Bundesliga-Profi Joan Cañellas sowie Rückraumspieler Ian Tarrafeta aus, wie der spanische Verband mitteilte. Beide Spieler seien sofort in ihren Zimmern isoliert worden, ihnen gehe es gesundheitlich gut.

Auf die Frage, warum die deutsche Mannschaft soviel stärker als andere Teams betroffen sei, hatten die Verantwortlichen keine Antwort. "Wir haben keine Erklärung, wie das Virus in die Mannschaft gekommen ist", sagte Kromer.

Drei neue Spieler sollen die Ausfälle kompensieren

Bundestrainer Alfred Gislason bat drei weitere Spieler zu dem Turnier in der Slowakei und Ungarn. Rechtsaußen Tobias Reichmann (MT Melsungen) sowie die Rückraumspieler David Schmidt und Lukas Stutzke (beide Bergischer HC) sind inzwischen zum Team gestoßen.

Heymann, Steinert und M'Bengue infiziert - nun zwölf aktive Fälle

Der DHB hatte zuvor mitgeteilt, dass es sich bei den drei neuen Coronafällen um Rückraumspieler Sebastian Heymann, den bislang besten DHB-Schützen Christoph Steinert (17 Tore) und Turnierdebütant Djibril M'Bengue handelt. Zudem infizierte sich ein namentlich nicht genanntes Mitglied des Funktionsteams.

Damit steigt die Zahl der aktiven Fälle in der deutschen Mannschaft auf zwölf. Bereits auf vorherige Infektionen hatte der Verband mit Nachnominierungen reagiert.

Quelle: nch/sid/dpa/red

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