Bundestrainer Alfred Gislason muss auf fünf weitere Spieler verzichten, die positiv auf Corona getestet wurden.

Handball | EM

So wollen die deutschen Handballer Corona in den Griff bekommen

Stand: 19.01.2022, 11:36 Uhr

Neun infizierte Spieler, das letzte Gruppenspiel mit nur einem Torwart im Kader: Bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft grassiert das Coronavirus. Der DHB will mit strengen Corona-Regeln gegensteuern.

Von Erik Rönicke

Till Klimpke, Marcel Schiller, Julius Kühn, Hendrik Wagner, Torwart Andreas Wolff, Kai Häfner, Timo Kastening, Lukas Mertens und Luca Witzke - die Liste der positiven Corona-Fälle bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft ist lang. Beim Deutschen Handballbund (DHB) gelten deshalb strenge Corona-Regeln.

Trotz Sieg gegen Polen: Keine Party!

Christoph Steinert, Geburtstagskind und erfolgreichster deutscher Schütze beim letzten Gruppenspiel gegen Polen am Dienstag (18.01.2022) wurde nach dem Spiel deutlich. Auf die Frage, ob es nach dem Sieg noch eine kleine Geburtstagsparty geben würde, gab er zu verstehen: "Nein, absolut nicht, auf keinen Fall!"

Für die Spieler gelten strenge Corona-Regeln. Seit dem Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs isolieren sich die Teammitglieder auf ihren Einzelzimmern. Nur zu Spaziergängen gehen die Spieler raus. Das Essen wird den Spielern auf ihr Zimmer gebracht. Videostudien zur Vorbereitung auf die Gegner werden derzeit ausschließlich digital per Chat durchgeführt.

Kapitän Johannes Golla gab auf einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch (19.01.2022) zu verstehen, dass dadurch natürlich eine andere Atmosphäre im Team herrsche als noch bei vorherigen Turnieren. Trotzdem würden alle Spieler die Situation gut händeln und es gebe einen intensiven Austausch in Chat-Gruppen.

Bisher noch kein Training nach Corona-Ausbruch

Auch ein Training gab es seit dem Corona-Ausbruch noch nicht. Erst bei der Abfahrt zum Spiel gegen Polen habe sich das Team am Bus wiedergetroffen, sagte Bundestrainer Alfred Gislason bei der Pressekonferenz. Die nachnominierten Spieler hat die Mannschaft erst in der Kabine in der Halle gesehen, nachdem die negativen PCR-Tests der Nachrücker vorlagen.

"Das war schon eine sehr besondere Situation sich überall mit Maske zu bewegen, auch in der Kabine", sagte der nachgerückte Paul Drux. "Aber vielleicht hat uns das auch eine gewisse Lockerheit gegeben."

"Es ist mir ein Rätsel, wie das Virus zu uns hereingekommen ist", resignierte Bundestrainer Gislason. Seit Anfang Januar halte man sich an die strengen Regeln und trotzdem sei es passiert. "Mehr können wir kaum tun", so Gislason.

Nächstes Training nur mit negativem Test

Bevor es überhaupt in die nächste Trainingseinheit geht, will Gislason mindestens einen Schnelltest beim gesamten Team durchführen. Am Mittwochvormittag hat das Team ohnehin einen erneuten PCR-Test absolviert. Mit der Hoffnung auf negative Resultate werden momentan die Ergebnisse erwartet. Das Training soll dann planmäßig am Nachmittag starten.

Überraschung für das Geburtstagskind trotz Corona

Für Geburtstagskind Steinert gab es trotz der strengen Corona-Regeln noch eine Überraschung zum Geburtstag. Mannschaftskoch Nils Walbrecht habe ihm einen Kuchen gebacken und ein Ständchen gesungen. Den restlichen Geburtstag in Isolation habe er ansonsten mit Telefonieren verbracht und so Kontakt nach Hause gehalten.

Quarantäne-Ende nach fünf Tagen möglich

Alle positiv getesteten Spieler, die über kaum bis keinerlei Symptome klagen, könnten sich laut den Turnier-Regeln nach fünf Tagen in Quarantäne mit zwei negativen PCR-Tests an zwei aufeinanderfolgenden Tagen frei testen. Als Erster käme dafür Julius Kühn infrage. Sein positives Testergebnis liegt mittlerweile drei Tage zurück.

Am Mittwoch (19.01.2022) sind nach den ersten fünf Nachnominierten noch Torwart Daniel Rebmann und Linksaußen Patrick Zieker zur Mannschaft gestoßen. Das erste Spiel der deutschen Mannschaft in der Hauptrunde steht bereits am Donnerstag (20.01.2022) gegen Spanien auf dem Programm.

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