FA Cup - Leicester City feiert historischen Titel mit Tausenden Fans

Leicester bejubelt den Treffer von Youri Tielemans (l.)

1:0 gegen Chelsea

FA Cup - Leicester City feiert historischen Titel mit Tausenden Fans

Es war ein historischer Tag in London: Nicht nur, dass Leicester City zum ersten Mal überhaupt in seiner Geschichte den FA Cup gewinnen konnte. Sie konnten den Titel auch mit Fans im Stadion bejubeln. Thomas Tuchel verpasste den ersten Titel als Chelsea-Coach.

Es waren Szenen, wie man sie im europäischen Fußball lange Zeit nicht gesehen hat: Feiernde Fans im Londoner Wembley-Stadion beim FA-Cup-Finale zwischen dem FC Chelsea und Leicester City.

21.000 Zuschauer durften unter Auflagen ins Stadion - mit vorherigem negativen Corona-Test und mit Mund-Nasen-Schutz auf der Tribüne. Letzteres wurde allerdings mal mehr und mal weniger beachtet.

Schmeichel: "Davon geträumt, seit ich ein Kind bin"

Vor allem nach Abpfiff, als in der Leicester-Kurve alle Dämme brachen: Zum ersten Mal überhaupt in seiner Vereinsgeschichte gewinnt der Klub, der 2016 sensationell Meister wurde, den FA-Cup. Zuvor hatten die "Foxes" bei allen vier Endspiel-Teilnahmen verloren. "Ich habe davon geträumt, seit ich ein Kind bin", sagte Leicesters Torhüter Kasper Schmeichel bei den Feierlichkeiten auf dem Spielfeld.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Er hatte dank einer herausragenden Parade in der Schlussphase gegen Chelseas Mason Mount großen Anteil am Erfolg. Ebenso wie Torschütze Youri Tielemans, der in der 63. Minute mit einem Sensationstreffer aus 25 Metern in den Winkel für das Tor des Tages sorgte.

Chilwells Treffer kurz vor Schluss aberkannt

Der Treffer fiel in Leicesters stärkster Phase im Spiel - und war schlussendlich der einzige Schuss auf das Tor von Chelsea-Keeper Kepa Arrizabalaga. Die "Blues" wiederum müssen sich vorwerfen lassen, ihre Feldüberlegenheit nicht in Tore verwandelt zu haben.

Unermüdlich lief Chelsea nach dem Rückstand an, kam durch Ben Chilwell kurz vor Schluss sogar zum Ausgleich. Der Treffer wurde aber nach Entscheidung des VAR wegen Abseits zurückgenommen. Chelseas Trainer Thomas Tuchel haderte nach der Partie mit dem Videoassistenten - allerdings wegen einer anderen Szene und einem vermeintlichen Handspiel auf Seiten von Leicester.

Tuchel: "Wir sind enttäuscht, aber nicht sauer"

"Die Spieler haben sofort gesagt, das war Handspiel", sagte Tuchel: "Zum zweiten Mal in Folge gibt es Handspiel zu unseren Ungunsten, und der VAR greift nicht ein." Schon im letzten Premier-League-Spiel gegen den FC Arsenal (0:1) hatte Chelsea erfolglos gefordert, dass der Videoassistent herangezogen wird. "Gegen Arsenal war es auf der Linie, und heute wieder eins, die sind wirklich entscheidend."

Seiner Mannschaft wollte der 47-Jährige keine Vorwürfe machen. "Wir sind enttäuscht, aber nicht sauer über die Leistung der Jungs", sagte Tuchel. "Ich glaube, die Leistung war gut genug, um zu gewinnen." In der zweiten Hälfte habe Chelsea das Spiel kontrolliert. "Wir haben ein Tor aus dem Nichts kassiert. Ein fantastisches Tor und ein Glückstor."

Leicester gedenkt verstorbenem Klub-Eigentümer

Leicester gedachte nach dem Erfolg seines ehemaligen Inhabers Vichai Srivaddhanaprabha. Der thailändische Mäzen war 2018 nach einem Heimspiel bei einem Hubschrauberabsturz neben dem Stadion ums Leben gekommen. Srivaddhanaprabha hatte Leicester City 2010 gekauft und aus der zweiten Liga bis zur englischen Meisterschaft 2016 geführt.

Sein Sohn Aiyawatt, der den Klub seither führt, kam für die Feierlichkeiten auf das Spielfeld und bejubelte den historischen Titel mit Jamie Vardy und Co. - unter dem Jubel der auch eine halbe Stunde nach Abpfiff immer noch anwesenden Tausenden Leicester-Fans.

Testprogramm für Zuschauerrückkehr

Im Rahmen eines Testprogramms zur Rückkehr von Zuschauern bei Kultur- und Sportevents durften rund 21.000 Menschen ins Stadion, das bis zu 90.000 Plätze bietet. Seit Ausbruch der Pandemie in Europa im Frühjahr 2020 gab es nie mehr eine so große Anzahl von Fans bei einem Fußballspiel auf dem britischen Kontinent. In Großbritannien haben bereits mehr als ein Viertel der Bevölkerung vollen Impfschutz.

Schon am Dienstag gibt es für Chelsea die Chance auf Revance - beim Duell beider Klubs in der Premier League. Auch dort werden Zuschauer für eine Atmosphäre sorgen, wie man sie lange Zeit nicht erlebt hat.

msc | Stand: 16.05.2021, 10:45

Darstellung: