1. FC Nürnberg - FC Schalke 04 1:2 Schalke feiert Terodde-Rekord und Meisterschale in Nürnberg

Stand: 16.05.2022 00:01 Uhr

Schalke 04 hat in der 2. Fußball-Bundesliga einen schmeichelhaften Sieg im Freundschaftsduell mit dem 1. FC Nürnberg geholt und die Meisterschaft klargemacht. Und Stürmer Simon Terodde knackte am 34. Spieltag einen weiteren Rekord.

Von Julian Tilders

Am Sonntag (15. Mai 2022) traf der Schalker Torjäger im letzten Spiel der Saison spät zum 2:1 (1:0)-Auswärtssieg für die Gelsenkirchener. In Minute 88 feierte er seinen 30. Treffer der Spielzeit - Rekord innerhalb einer Schalker Saison. Terodde krönte sich zum vierten Mal zum Zweitliga-Torschützenkönig.

Zuvor hatte Schalke in Nürnberg lange in Führung gelegen dank des Traumtores von Rodrigo Zalazar (15. Minute). Der FCN kam kurz vor Teroddes Rekordtreffer durch Lukas Schleimer zum Ausgleich (86.).

Schalker Platzsturm Nummer zwei

Nach dem Abpfiff stürmten die Fans auf den Rasen des Nürnberger Max-Morlock-Stadions. Schon beim Aufstieg nach dem Sieg über St. Pauli war dies in der Schalker Arena geschehen. Weder Durchsagen des Stadionsprechers noch das Eingreifen von Ordnern konnte die Anhänger beider Lager am Sonntag aufhalten.

Tausende von Fans versammelten sich offensichtlich friedlich vor der Haupttribüne, um die Übergabe der Meisterschale an Schalke 04 zu beobachten. Die neue Chefin der Deutschen Fußball Liga (DFL), Donata Hopfen, übergab um 17.39 Uhr dann die Schale an den im Spiel gesperrt fehlenden Kapitän Danny Latza.

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S04-Trainer Mike Büskens bilanzierte später am Sportschau-Mikro unter "Meistertrainer"-Rufen der Fans: "Wir waren generell ein bisschen schläfrig. Haben berechtigterweise auch das 1:1 kassiert. Aber die Mannschaft will immer gewinnen - es war eine Freude, diese Reise über neun Spieltage begleiten zu dürfen."

Medizinische Notfälle auf Rängen: Fans schweigen zu Beginn

Im mit 50.000 Fans ausverkauften Stadion war schon vor dem Start alles für ein Fußballfest der befreundeten Klubs angerichtet - gespielt wurden die Hymnen beider Vereine, die alle Anwesenden auf beiden Seiten mitsangen.

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Allerdings wurde die Festtagsstimmung bei sommerlichem Wetter durch medizinische Notfälle auf den Rängen getrübt, zunächst vor dem Spiel in den FCN-Reihen, dann auch zu Beginn der Partie im Schalker Auswärtsblock. Die Fans beider Lager stellten erstmal ihre lautstarke Unterstützung ein.

Zalazar trifft aus eigener Hälfte - Klaus weit vorne

Die anfängliche Stille wurde spätestens in Spielminute 15 unterbrochen. Denn der fußballerische Teil des Sonntags wurde durch ein absolutes Traumtor von Schalkes formstarkem Zalazar (vier Tore in den letzten acht Spielen) eröffnet, der am vergangenen Spieltag gegen St. Pauli bereits den wichtigen Treffer zum 3:2 und damit zum Aufstieg erzielt hatte.

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Nürnberg war aufgerückt, verlor im Angriff die Kugel - Darko Churlinov spielte zu Zalazar und ging steil. Doch der Schalker sah, dass FCN-Torwart Carl Klaus (der anstelle von Christian Mathenia ran durfte) zu weit vor dem Tor stand und schenkte ihm den Ball aus knapp 60 Metern ein. Auch Schalkes Trainer Büskens konnte es gar nicht glauben, raufte sich angesichts des Geniestreichs perplex die Haare.

Dabei hatte eigentlich Nürnberg sich bei einem eher gemächlichen Sommerkick die ersten vielversprechenden Chancen erarbeitet. Schleimer verzog knapp (3.), Johannes Geis' Freistoß wurde von Ralf Fährmann, der zum Saisonabschluss nochmal statt Martin Fraisl das S04-Tor hüten durfte, per Flugparade entschärft (14.).

Nürnberg mutig - Schalkes Fährmann mit starker Leistung

Auch in Hälfte zwei nahm das Spielgeschehen - freundlich ausgedrückt - nicht gerade Tempo auf. Nürnberg hatte längst das Plus an Standardsituationen, konnte diese aber nicht ummünzen in Zählbares. Aus dem Spiel heraus ging wenig. Spektakuläre Szenen waren jedoch Mangelware.

Es dauerte, bis Schalke-Torwart Fährmann gegen jetzt aktivere Nürnberger erneut eingreifen musste. Tom Krauß prüfte den 33-Jährigen von der Strafraumkante (53.). Brenzlig wurde es, als Enrico Valentinis abgefälschter Torschuss auf der Latte landete (65.).

Der FCN machte Druck, erarbeitete sich das klare Chancenübergewicht. Gegen Florian Hübner kratzte Fährmann den Ball noch von der Linie (71.). Auch Fährmann zeichnete mit seiner Leistung maßgeblich dafür verantwortlich, dass Schalke die Meisterschale in die Höhe recken durfte.

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Terodde räumt letzte Zweifel mit Rekordtor aus

Geschlagen wurde Fährmann zwar noch beim Nürnberger Ausgleich durch Schleimer, doch Terodde räumte nach Vorlage von Blendi Idrizi dann spät letzte Zweifel an der Meisterfeier aus.