Spiel Eispiraten Crimmitschau - Krefeld Pinguine

Eishockey | DEL2 "Wir sind noch nicht fertig" - Eispiraten wollen weiter Geschichte schreiben

Stand: 27.03.2024 10:01 Uhr

In einer spektakulären Serie haben die Eispiraten Crimmitschau den Aufstiegsaspiranten Krefeld Pinguine aus den Playoffs der DEL2 geworfen. Für die Westsachsen soll es aber noch weiter gehen, obwohl der Einzug ins Halbfinale bereits der größte Erfolg seit der Neugründung für den ETC ist.

Im siebten und alles entscheidenden Spiel gegen die Krefeld Pinguine standen die Zeichen für Crimmitschau schon auf Saisonende. Nach einer 3:0-Führung in der Serie hatte das Traditionsteam Krefeld Pinguine ausgeglichen, führte im Sahnpark kurz vor Schluss mit zwei Toren. Doch das Team von Jussi Tuores zeigte Moral, glich aus und errang nach doppelter Overtime den vierten Sieg mit 6:5, der den ETC ins Halbfinale geführt hat.

Dort warten die Eisbären Regensburg bereits am Gründonnerstag (28. März) zur ersten Partie der "Best of Seven"-Serie. Sport im Osten tickert alle Semifinals der Eispiraten live.

Die Halbfinal-Ansetzungen
Datum Uhrzeit Spielort
28. März 20:00 Uhr Regensburg
30. März 19:30 Uhr Crimmitschau
01. April 17:00 Uhr Regensburg
03. April 19:30 Uhr Crimmitschau
05. April 20:00 Uhr Regensburg (wenn nötig)
07. April 17:00 Uhr Crimmitschau (wenn nötig)
09. April 20:00 Uhr Regensburg (wenn nötig)

Eispirat Reichel: "Das kann man nicht zweimal erleben"

Das unglaubliche Duell zwischen den Pinguinen, die eigentlich wieder zurück ins Oberhaus wollten, und dem Underdog aus Westsachsen, den einige Experten vor der Saison eher als Playdown-, denn als Playoff-Teilnehmer sahen, war außergewöhnlich.

Der Torschütze zum 1:0 für Crimmitschau, Thomas Reichel, hatte solch ein Spektakel noch nicht erlebt, wie er Sport im Osten nach dem Sieg sagte: "So ein Up and Down im Spiel, auch in der Serie, das kann man nicht zweimal erleben." Auch Siegtorschütze Dominic Walsh war baff: "Beim letzten Spiel in Krefeld hätten wir den Sack schon zu machen müssen. Jetzt kommen wir hier nach zwei Toren Rückstand noch einmal heran. Wahnsinn."

Eispiraten-Torschütze Reichel: "Wir sind noch nicht fertig"

Siegtorschütze Walsh: "Stolz auf das Team"

Dabei sah es viereinhalb Minuten überhaupt nicht gut aus. Krefeld führte mit zwei Toren, doch angepeitscht von über 4.000 Fans im Sahnpark glichen die Westsachsen durch Mario Scalz und Colin Smith aus, ehe Walsh in der 88. Minute das Kunsteisstadion zum Bersten brachte.

"Ich bin sprachlos und einfach nur stolz auf die Mannschaft. Ein unglaubliches Gefühl auch wegen der Fans. Es war mega", konstatierte der Held des Abends. Sein Teamkollege Reichel pflichtete bei: "Dass wir so zurückkommen, das hat die Serie widergespiegelt. Sie war unglaublich hart. Dazu geile Fans, unfassbare Stimmung. Es geht nicht besser."

Jetzt wartet Regensburg

Viel Zeit zum Jubeln bleibt nicht, bereits am Gründonnerstag wartet die erste Halbfinalpartie. Auch der Gegner aus Regensburg musste im Viertelfinale die volle Distanz über sieben Spiele gehen, setzte sich gegen die Ravensburg Towers am Ende knapp durch.

Die Eisbären beendeten die reguläre Saison auf dem zweiten Rang und damit vor Crimmitschau, genießen in einem möglichen Spiel Sieben somit Heimrecht. In den vier Duellen in dieser Saison gewann jeweils das Heimteam, die Westsachsen jeweils deutlich mit 4:1. In einer engen Liga, in der alle Viertelfinals sieben Partien bis zu Entscheidung brauchten, ist eine Prognose gewagt.

Eispiraten-Siegtorschütze Walsh: "Sowas erlebt man nicht jeden Tag"

Walsh: "In den Playoffs kann alles passieren"

Das weiß auch Dominic Walsh: "Keine Ahnung wie die Serie verläuft. Die Liga ist dieses Jahr einfach krass. In den Playoffs kann alles passieren, wir gucken von Spiel zu Spiel." Auch wenn er und seine Teamkollegen noch lange nicht genug haben.

"Wir sind noch nicht fertig, wir wollen weiterkommen", unterstrich Thomas Reichel die Ambitionen der Eispiraten in der erfolgreichsten Saison seit über 30 Jahren. In einem möglichen Finale würde es gegen den Sieger der Serie zwischen dem ESV Kaufbeuren und den Kassel Huskies gehen.

Füchse müssen Segel streichen

Eben jene Huskies hatten am Mittwochabend (26. März) die Saison der Lausitzer Füchse beendet. Weißwasser unterlag beim Topfavoriten und dem letzten aufstiegsberechtigten Team in den Playoffs mit 1:4. Die Serie ging somit denkbar knapp mit 3:4 verloren. Dabei schlug sich die Mannschaft von Petteri Väkiparta gegen den Sieger der Hauptrunde beachtlich, verschlief jedoch den Start ins Schlussdrittel und kassierte binnen 132 Sekunden drei Gegentore.

Diese Schwächephase "hat dieses Spiel und die Serie entschieden", sagte der Coach nach dem Spiel. Dennoch zeigte sich der Finne stolz: "Die Messlatte lag sehr hoch. Wir haben bewiesen, dass wir in dieser DEL2 sehr gutes Eishockey spielen können. Das war eines unserer großen Ziele. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und die Organisation. Wir hatten einen Weg gefunden, Kassel etwas entgegenzusetzen."

Julian Wäser (Lausitzer Füchse) gegen Yannik Valenti (26, Kassel Huskies)

Gegen die Kassel Huskies war für die Lausitzer Füchse in den Playoffs der DEL2 Schluss.

Eislöwen wollen wieder oben angreifen

Ganz und gar nicht erfolgreich lief es bei den Dresdner Eislöwen. Gestartet mit dem Ziel Aufstieg, entgingen die Elbestädter erst in den Playdowns dem Abstieg in die Oberliga. Doch kleine Brötchen werden in der Landeshauptstadt nicht gebacken, trotz zweier Trainerwechsel in der abgelaufenen Saison und einem beinahe schon katastrophalen 13. Platz in der Hauptrunde.

Nach zwei guten Spielzeiten folgte der tiefe Fall. Sportdirektor Matthias Roos kündigte laut Sächsischer Zeitung an, den Etat für Spieler um 20 bis 25 Prozent zu erhöhen. "Wir brauchen eine Mannschaft, mit der wir körperbetontes Eishockey spielen können. Dafür wollen wir mehr erfahrenere Spieler holen - und in der kommenenden Saison mitspielen um die Meisterschaft."

jar