Andrea Herzog (Kanuslalom)

Kanu-Slalom Bittere Niederlage - Leipzigerin Andrea Herzog verpasst Olympia

Stand: 28.04.2024 18:58 Uhr

Der Traum von Olympia ist für Andrea Herzog geplatzt. Auf ihrer Heimatstrecke in Markkleeberg hatte sie eine glänzende Ausgangslage, erwischte aber kein optimales Rennen und musste Elena Lilik den Vortritt lassen. Auch Franz Anton und Lennard Tuchscherer verpassten das Olympia-Ticket.

Es war ein bitteres Wochenende für die beiden Leipziger Kanu-Asse Andrea Herzog und Franz Anton. Bei den Qualifikationsrennen für die Olympischen Spiele in Paris gingen Beide auf ihrer Heimstrecke im Kanupark Markkleeberg leer aus. Während Anton die Spiele klar verpasste, fehlten Herzog nur wenige Sekunden.

Herzog fehlen 1,59 Sekunden zum Sieg

Die 24-Jährige hatte am Samstag (27. April 2024) im Canadier-Einer noch eine blitzsaubere Fahrt durch die Tore hingelegt und vor ihrer schärfsten Konkurrentin Elena Lilik gewonnen, die in Weimar geboren wurde und für Kanu Schwaben Augsburg startet. Am Sonntag sollte die Krönung folgen, doch Herzog war 1,59 Sekunden langsamer als Lilik, die sich den Sieg und damit das Olympia-Ticket schnappte.

Für Herzog wäre es die zweite Olympia-Teilnahme gewesen. Bei der Premiere vor drei Jahren in Tokio war sie im Canadier-Einer prompt zu Bronze gepaddelt. Zuvor hatte sie 2019 völlig überraschend bei den Weltmeisterschaften Gold gewonnen. Lilik wird dagegen erstmals Olympisches Flair erleben.

Kajak der Männer: Drama um Aigner - Hegge fährt nach Paris

Auch der Augsburger Noah Hegge feiert im Sommer in Paris seine Olympia-Premiere. Der Schwabe patzte im Kajak-Einer zwar im vierten und letzten Qualifkationsrennen am Sonntag, hatte aber Grund zum Jubeln, weil Stefan Hengst ihm die Fahrkarte für die Olympischen Spiele quasi schenkte. Hengst gewann haarscharf vor Hannes Aigner, der seine vierten Spiele um 62 Hundertstel verpasste. Aigner hätte das letzte Quali-Rennen gewinnen müssen, weil er "nur" Zweiter wurde, bleibt ihm der Eintrag in die Geschichtsbücher vergönnt: Aigner wäre der erste deutsche Kanu-Sportler gewesen, der es vier Mal in Folge zu Olympia schafft.

Diesmal musste er Hegge den Vortritt lassen. Der 25-Jährige war nach insgesamt vier Quali-Rennen der Beste. Die Grundlage hatte er nach starken Auftritten auf seiner Heimatstrecke in Augsburg vor einer Woche gelegt.

Noah Hegge im Kajak-Einer

Noah Hegge fährt nach Paris.

Leipziger Anton raus aus dem Olympia-Rennen

Im Canadier-Einer der Männer vergab Lokalmatador Franz Anton bereits am Samstag seine Chance auf das Paris-Ticket. Nach den Plätzen acht und vier in Augsburg kam der Kanut vom Leipziger KC auch in Markkleeberg nicht über Rang drei hinaus und ist raus aus dem Quali-Rennen. Sein Mannschaftskollege Lennard Tuchscherer war vor dem Augsburger Sideris Tasiadis, der im dritten Rennen seinen dritten zweiten Platz holte noch im Rennen.

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Tasiadis trotzt Wiederholungsdurchlauf

Ein Einspruch mischte die Karten im Finaldurchgang am Sonntag neu. Tasiadis hatte bereits einen Sieg und das Ticket für die Spiele errungen, als ein Einspruch wegen eines verschobenen Tores die letzten vier Fahrer noch einmal aufs Wasser zwang. Nach der Wiederholung sicherte sich Anton die schnellste Zeit. Tasiadis fuhr auf Rang fünf, Tuchscherer wurde lediglich Sechster - somit fährt der nervenstarke Augsburger im Sommer nach Paris.

Funk fährt nach Paris

Das Ticket für die Olympischen Spiele in der Tasche hat auch Ricarda Funk. Die Kajak-Fahrerin aus Bad Kreuznach holte alle vier Siege, damit kann sie für Paris planen. "Eine Olympia-Quali ist gefühlt das Härteste, was es gibt. Das gerade sind die härtesten zwei Wochen seit den letzten fünf Jahren. Es ist gefühlt härter als die Olympia-Teilnahme, weil man einfach abliefern muss. Man muss performen. Alles was zählt, ist Platz eins, Platz zwei ist leider zu schlecht", sagte die Weltmeisterin von 2021 und 2022.

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2021 gab es vier Olympia-Medaillen

Nimmt man das Ergebnis der Olympischen Spiele von Tokio 2021 als Maßstab, dürfen sich jene vier Sportler, die den nationalen Ausscheid für sich entscheiden, gute Hoffnungen auf eine vordere Platzierung oder gar eine Medaille in der französischen Hauptstadt machen.

Vor drei Jahren konnte das deutsche Team in Tokio vier Medaillen in vier Wettbewerben erringen: Funk holte Gold im K1, jeweils Bronze gab es für die Leipzigerin Andrea Herzog im C1 sowie die Augsburger Hannes Aigner im K1 und Sideris Tasiadis im C1. Bei der WM 2023 im britischen Lee Valley waren die deutschen Slalom-Kanuten überraschend leer ausgegangen.

spio/dpa