Rangnick sagt Schalke ab: "Zahlreiche Unwägbarkeiten"

Ralf Rangnick als Schalke-Trainer 2011

Rangnick sagt Schalke ab: "Zahlreiche Unwägbarkeiten"

Der frühere Trainer Ralf Rangnick kehrt nicht als Sportvorstand zum Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zurück. Diese Entscheidung gab der 62-Jährige, der auch als Kandidat für den Job des Bundestrainers gilt, am Samstag über seinen Medienberater bekannt.

Rangnick wird wie folgt in einer Mitteilung seines Managements zitiert: "Schalke 04 ist für mich eine Herzensangelegenheit. Die überwältigend positiven Reaktionen der königsblauen Gemeinde auf meine mögliche Rückkehr haben mich zutiefst beeindruckt und in meinen Gefühlen für diesen ganz besonderen Verein bestätigt."

Zur Begründung sagt der 62-Jährige: "Ich hätte mich gerne eingebracht, um Schalke auf dem schwierigen Weg zurück zu alter Stärke zu helfen. Leider sehe ich mich aufgrund der zahlreichen Unwägbarkeiten innerhalb des Vereins derzeit nicht in der Lage, die sportliche Verantwortung bei S04 zu übernehmen."

Er wünsche allen Mitgliedern und Anhängern des Vereins, dass es ihnen gelinge, sämtliche Kräfte zu bündeln, um Schalke 04 auf und außerhalb des Platzes wieder zu einer Einheit zu machen und nach oben zu führen.

Schalker Aufsichtsratschef will noch einmal "alles ausloten"

Der Schalker Aufsichtsratschef Jens Buchta zeigte sich überrascht über die Absage: "Das erste Gespräch mit seinem Management am vergangenen Donnerstag war sehr konstruktiv und inhaltlich wertvoll. Der Aufsichtsrat war entschlossen, in einer für die kommende Woche vereinbarten zweiten Runde eine Einigung mit Ralf Rangnick zu erreichen."

Es sei bedauerlich, dass es dazu nicht kommen werde. Der Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten habe zugleich "angesichts der Ereignisse der letzten zehn Tage ein gewisses Verständnis" für die Entscheidung des früheren Schalke-Trainers. Buchta kündigte an, Anfang der Woche noch einmal mit dessen Berater Marc Kosicke sprechen zu wollen. "Ich werde da sicherlich noch einmal alles ausloten", sagte Buchta am Samstagabend vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Großes Vertrauen im Umfeld

Rangnick, der von 2004 bis 2005 und für sechs Monate im Jahr 2011 Trainer des Revierclubs gewesen war, sollte nach dem Willen einflussreicher Personen aus Wirtschaft und Politik aus dem Umfeld des Clubs neuer Sportvorstand werden. Unterstützt wurde dies von Fans, bei denen Rangnick großes Vertrauen genießt.

Am Donnerstag hatte das Tabellenschlusslicht bekannt gegeben, dass ein "konstruktives Gespräch über ein mögliches Engagement" mit Rangnick stattgefunden habe. Der Ex-S04-Coach war der Wunschkandidat der Schalker, die schon für die 2. Bundesliga planen, gewesen.

Wie es weitergeht, ist wieder völlig offen

Wie es auf Schalke auch nach einem möglichen Abstieg im Sommer weitergeht, ist damit wieder völlig offen. Die angestrebte Verpflichtung von Rangnick hatte zuvor auch für große Aufregung und Diskussionen in den Clubgremien gesorgt. Der Verein steht als Tabellenletzter vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga. Der Klub war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Abstiegskampf in der Bundesliga: Für wen der Trend spricht Sportschau 15.03.2021 04:02 Min. Verfügbar bis 06.06.2021 Das Erste

dpa/red | Stand: 20.03.2021, 13:21

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