Premier League - veränderte Dynamik im Schlussspurt

Chelseas Trainer Frank Lampard beim Spiel bei West Ham United an der Seitenlinie

Aufhebung der Europapokal-Sperre für Manchester City

Premier League - veränderte Dynamik im Schlussspurt

Die Aufhebung der Europapokal-Sperre für Manchester City durch den Sportgerichtshof CAS verändert die Dynamik in der Premier League. Denn dort muss in Sachen Europapokal-Qualifikation neu gerechnet werden.

Vor allem bei Manchester United war die Enttäuschung groß. Nicht nur, dass die "Red Devils" dem Stadtrivalen City den Europapokal-Ausschluss von Herzen gegönnt hätten, sie hätten auch noch unmittelbar von ihm profitieren können. Denn wäre es bei der Sperre geblieben, dann stünde United als aktuell Tabellen-Fünfter auf einem Champions-League-Platz.

Doch dann hob der internationale Sportgerichtshof CAS das Urteil gegen Manchester City auf. Das Team von Trainer Pep Guardiola darf in den kommenden zwei Spielzeiten nun doch in der Champions League spielen. Die Richter revidierten damit eine entsprechende Sperre der Europäischen Fußball-Union. Die UEFA hatte City wegen Verstößen gegen die Finanzregeln sanktioniert. Dagegen war der Klub vor den CAS gezogen.

Und United, das sich vor dem Urteil am Montag (13.07.2020) noch mit einem Vorsprung von vier Punkten auf den Verfolger Wolverhampton Wanderers ausgestattet sah, ist jetzt gefordert im Kampf um die "Königsklasse". Aktuell müsste der Klub mit der Europa League vorlieb nehmen.

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Direkte Duelle im Schlussspurt

Die Aufhebung der City-Sperre hat im Schlusspurt der Saison die Dynamik und die Gemengelage in der Premier League verändert. Das betrifft vor allem den FC Chelsea (63 Punkte), Leicester City und eben Manchester United (beide 59) auf den Plätzen drei bis fünf.

Eine große Rolle spielen die aktuelle Form und das Restprogramm. In Sachen Champions League hat Leicester aktuell die schlechtesten Karten. Aus den sechs Partien nach dem Re-Start in England holte das Team von Brendan Rogers nur einen Sieg und der Schlussspurt hat es in sich. Mit Sheffield, Tottenham und Manchester United geht es gegen direkte Konkurrenten.

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Auch Wolverhampton mit Chancen

Ganz anders die "Red Devils" aus Manchester. Seit dem Re-Start ungeschlagen können sie am letzten Spieltag beim formschwachen Leicester die Champions League klar machen.

Auch Chelsea muss noch bangen. Die "Blues" haben zwar die Pflichtaufgabe gegen Norwich City (1:0) erfüllt, müssen aber auch noch bei Meister Liverpool ran und erwarten dann die Wolverhampton Wanderers - vielleicht zum Showdown. Denn sollten die "Wolves" Burnley und Crystal Palace schlagen und Chelsea in Liverpool verlieren, könnte es am letzten Spieltag an der Stamford Bridge zu einem Endspiel um einen Platz in der "Königsklasse" kommen.

Die aktuelle Lage in der Premier League
TeamTabellenstandEuropapokalRestprogramm
FC Chelsea3 / 63 Punkte / +15 ToreChampions LeagueLiverpool (A), Wolverhampton (H)
Leicester City4 / 59 Punkte / +29 ToreChampions LeagueSheffield (H), Tottenham (A), Manchester United (H)
Manchester United5 / 59 Punkte / +26 ToreEuropa LeagueCrystal Palace (A), West Ham United (H), Leicester (A)
Wolverhampton Wanderers6 / 55 Punkte / +11 ToreEuropa LeagueBurnley (A), Crystal Palace (H), Chelsea (A)
Sheffield United7/ 54 Punkte / +5 Tore-Leicester (A), Everton (H), Southampton (A)
Tottenham Hotspur8 / 52 Punkte / +9 Tore-Newcastle (A), Leicester (H), Crystal Palache (A)

Manchester City nimmt und gibt

Es gibt sehr viele Unwägbarkeiten, die die Lage in der Premier League so kompliziert machen, doch es kommt noch viel schlimmer. Und zwar wegen der englischen Pokalwettbewerbe. Denn auch der Sieger des FA-Cups und des Ligapokals ziehen in die Europa-League-Qualifikation ein. Sollten die beiden Cup-Gewinner die Saison mindestens als Fünfter beenden, dann reichen sie ihre Startplätze an die jeweils nächstbeste Mannschaft in der Tabelle weiter.

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Im Ligapokal ist das schon geschehen. Den hat Manchester City gewonnen. Das jetzt ja nun doch für die Champions League qualifizierte Team verschafft damit dem Sechsten einen Auftritt in der Europa-League-Qualifikation - auch eine Folge der CAS-Entscheidung. So ist für die beiden kleineren Klubs - Wolverhampton auf Platz sechs und Sheffield United auf Platz sieben - alles beim alten geblieben. Denn City blockiert jetzt zwar wieder einen Champions-League-Platz, macht durch den Sieg im Ligapokal aber wieder einen Europa-League-Platz frei.

Wer holt den FA-Cup?

Im FA-Cup stehen die beiden Klubs aus Manchester, der FC Chelsea und der FC Arsenal im Halbfinale. Sollte nicht ausgerechnet Arsenal den Titel holen, könnte auch der Siebte international spielen. Damit würde Sheffield United eine ohnehin schon traumhafte Saison krönen. Das Team von Trainer Chris Wilder sorgt auf der Insel für einen Erfolg, der mit der völlig überraschenden Meisterschaft von Leicester City im Jahr 2016 zu vergleichen ist. Erst zuletzt spielten "The Blades" den FC Chelsea beim 3:0-Sieg teilweise an die Wand. Und selbst für den Tabellen-Achten, aktuell Tottenham, ist noch alles drin. Denn der Sieger der aktuellen Europa-League-Saison bekommt zur Belohnung einen Startplatz für die Champions League. Und da liegen Manchester United und die Wolverhampton Wanderers noch aussichtsreich im Rennen. Und sollten sich die schon über die Liga für Europa qualifiziert haben, rutscht in der Tabelle wieder ein Team nach.

red/sid/dpa | Stand: 14.07.2020, 23:24

Premier League

RangTeamSP
1.FC Liverpool3899
2.Manchester City3881
3.Manchester Utd.3866
4.FC Chelsea3866
5.Leicester City3862
 ...  
18.AFC Bournemouth3834
19.FC Watford3834
20.Norwich City3821
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