Streit um Freistoßspray geht weiter

Das Freistoßspray im Einsatz beim Spiel zwischen Schalke und Wolfsburg

Fußball

Streit um Freistoßspray geht weiter

Der Fußball-Weltverband FIFA hat bei der Benutzung des Freistoßsprays gegen das Patentrecht verstoßen und einen Rechtsstreit gegen die Erfinder in Brasilien verloren. Die gehen jetzt aufs Ganze.

Laut der "Süddeutschen Zeitung" haben die beiden Unternehmer nun auch Klage beim FIFA-Ethikkomitee eingereicht. Die richtet sich unter anderem gegen Präsident Gianni Infantino.

Die FIFA habe durch die kostenlose Nutzung des Produkts "in flagranter böser Absicht" gehandelt, hatte ein Zivilgericht des Bundesstaates Rio de Janeiro Ende Oktober geurteilt. Das Gericht hatte den Klägern in ihrer Berufung gegen ein früheres Urteil recht gegeben und die FIFA zur Zahlung von 50.000 Real (rund 7.600 Euro) für moralischen Schaden sowie einen noch zu berechnenden Betrag für Sachschaden verurteilt. Wie hoch der ausfallen könnte, ist völlig ungewiss. Der Verband kann gegen das Urteil in Revision gehen.

Keine Einigung über das Patent

Die beiden Erfinder - der Brasilianer Heine Allemagne und der Argentinier Pablo Silva - hatten der FIFA das Freistoßspray für die WM 2014 zur Verfügung gestellt, ohne sich mit ihr über den Kauf des Patents geeinigt zu haben.

"Wir sind sehr glücklich, aber auch schockiert, dass zwei einfache Menschen wie wir einen Giganten wie die FIFA zu Fall gebracht haben", zitierte die italienische Zeitung "Gazzetta dello Sport" Allemagne und Silva. Die beiden hatten demnach eine Offerte der FIFA von 500.000 US-Dollar für das Patent abgelehnt. Nach der Weltmeisterschaft in Brasilien verwendete der Weltverband das Spray weiter, aber ohne Zustimmung.

 Weitere Klagen könnten folgen

Mit dem Spray wird der Abstand der Mauer bei Freistößen markiert. Silva und Allemagne haben das Produkt in fast 50 Ländern patentrechtlich schützen lassen. Nach Abschluss des Prozesses in Brasilien wollen sie auch in anderen Ländern klagen. Auch in Deutschland, wie Silva der "Süddeutschen Zeitung" sagte. Man könne sich nun absehbar schwere Geschütze leisten: "Bislang haben wir nur mit Zahnstochern kämpfen können."

Was die Klage beim FIFA-Ethikkomitee gegen Infantino angeht, stehen die Chancen vorerst schlecht. Das Gremium konnte sich nämlich in der Vergangenheit noch nie dazu durchringen, den Schweizer zu rüffeln. Erst wenn Allemagne und Silva weitere Prozesse gewinnen, etwa in Deutschland oder England, könnte es kritisch werden für Infantino.

dpa | Stand: 24.11.2021, 12:45

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