Corona: Europas Ligen zwischen Geisterspielen und Normalbetrieb

Eredivisie: Szene aus dem Spiel Vitesse Arnhem gegen AZ Alkmaar vor leeren Rängen

Fußball | International

Corona: Europas Ligen zwischen Geisterspielen und Normalbetrieb

Von Jens Mickler

In Deutschland wird über die Zuschauerauslastung beraten. Andere Länder haben bereits Geisterspiele eingeführt, wieder andere lassen die Stadiontore offen.

Den Anfang machten die Niederlande: Bereits vor zweieinhalb Wochen reagierte die Regierung im Nachbarland und verhängte einen Teil-Lockdown. Das hatte auch Auswirkungen auf die Fußballstadien. So werden seit Mitte November die Begegnungen in der Eredivisie nur als Geisterspiele durchgeführt. Diese Regelung gilt noch bis 4. Dezember.

Derzeit liegt die Inzidenz in den Niederlanden bei 918,2 (Stand: 29.11.2021) - ein Höchstwert. Der rasante Anstieg der vergangenen Wochen hat sich in den vergangenen Tagen allerdings stark verlangsamt.

Geisterspiele auch in Österreich

Ähnlich ist die Situation in Österreich. Dort dürfen Spitzensportveranstaltungen seit vergangenen Montag (22.11.2021) zwar weiterhin stattfinden, aber nur noch ohne Zuschauer. Betroffen ist davon auch die österreichische Fußball-Bundesliga. Der Lockdown soll zumindest zehn, maximal zwanzig Tage für alle Geimpften und Genesenen gelten.

"Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr keine Zuschauer mehr in den Stadien begrüßen dürfen", sagte Ligachef Christian Ebenbauer der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

"Es ist bedauerlich, dass man wieder in dieser Situation ist und der Fußball ohne Fans im Stadion auskommen muss. Man muss aber dazusagen, bei diesen Zahlen ist es nachvollziehbar, dass sich die Regierung mit diesen Themen auseinandersetzen muss", so Ebenbauer. Österreich hat einen Inzidenzwert von 958,4 (Stand: 29.11.2021) und aktuell rückläufige Zahlen.

Keine Einschränkungen in der Premier League

In den anderen großen europäischen Spielklassen sind wie in Deutschland (noch) Zuschauer zugelassen. So gibt es beispielsweise für die englische Premier League keine Einschränkungen. Der Begriff 2G - der aktuell für viele Bundesliga-Stadien gilt - ist in England unbekannt. Einige Klubs wie etwa der FC Chelsea verlangen aber von ihren Besucherinnen und Besuchern einen doppelten Impfnachweis.

42.000 Zuschauer kamen am Sonntag (28.11.2021) an die Stamford Bridge zum Spiel des FC Chelsea gegen Manchester United. Das Stadion war damit ausverkauft. Jeweils 53.000 Besucher schauten sich die Partien der Top-Klubs FC Liverpool und Manchester City am vergangenen Wochenende an. Großbritannien hat derzeit eine Inzidenz ähnlich wie in Deutschland, sie liegt aktuell bei 447.

Italien stellt auf 2G um

Etwas entspannter ist die Lage in Italien und Spanien, wo die Inzidenzen etwas über 100 liegen - in Spanien bei 108, in Italien bei 136. In der Serie A in Italien ist derzeit eine Auslastung von 75 Prozent mit 3G erlaubt, ab 6. Dezember soll es bei 75 Prozent Zuschauerauslastung bleiben, dann allerdings nur noch mit 2G.

Weitere Einschränkung für die italienischen Stadien: Wenn eine Region zur "Gelben Zone" zurückgestuft wird - beispielsweise wegen hoher Infektionszahlen, niedriger Impfquote oder voller Intensivstationen - reduziert sich die maximale Auslastung auf 50 Prozent. Von Geisterspielen ist man in Italien derzeit also noch relativ weit entfernt.

KNVB drängt auf Lockerungen

In den Niederlanden ist übrigens auch der Amateursport von den Corona-Maßnahmen hart getroffen. In der Zeit von 17 Uhr bis 5 Uhr morgens ist kein Trainingsbetrieb für Amateur- und Jugendfußballer erlaubt. Das soll sich nach Wunsch des KNVB, des niederländischen Fußballverbandes, ändern.

So bittet der Verband das Repräsentantenhaus, die Regelungen zu überdenken. Die niederländische Regierung berät am Dienstag (30.11.2021) über das weitere Vorgehen in der Coronakrise.

50.000 Zuschauer in Köln, kaum Masken: Fußball in der Kritik Aktuelle Stunde 28.11.2021 02:08 Min. Verfügbar bis 28.11.2022 WDR

Stand: 29.11.2021, 12:48

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