Liverpools Fabinho feiert seinen Treffer mit seinen Teamkollegen

Fußball | Champions League Liverpool zeigt Villarreal Grenzen auf und zieht ins Finale ein

Stand: 03.05.2022 22:51 Uhr

Der FC Liverpool hat sich für das Finale der Champions League qualifiziert. Das Team von Trainer Jürgen Klopp setzte sich gegen den FC Villarreal durch, das zwar tapfer kämpfte, sich aber der individuellen Qualität des Gegners geschlagen geben musste.

Von Jörg Strohschein

Der Traum des Außenseiters ist beendet. Das perfekte Spiel, dass der FC Villarreal für dieses Halbfinal-Rückspiel in der Champions League benötigt hätte, ist den Spaniern nicht gelungen. Der FC Liverpool, das von Jürgen Klopp zu einer kühlen Ergebnismaschine geformte Team, hat sich am Dienstagabend (03.05.2022) mit 3:2 (0:2) im Estadio de la Cerámica durchgesetzt.

Nach dem 2:0-Hinspielerfolg der Engländer an der Anfield Road sind die "Reds" letztlich souverän ins Finale in gut drei Wochen im Stade de France in Paris eingezogen.

Dabei hätte es kaum besser beginnen können für Villarreal. Bereits nach drei Minuten flammte der Glaube an die Sensation bei den Spaniern auf. Nach überaus stürmischen Anfangsminuten stand Angreifer Boulaye Dia an der richtigen Stelle und staubte - nach dem ersten nennenswerten Angriff - zum 1:0 ab.

Villarreal mit viel Willen und Mut

Die Mannschaft von Trainer Unai Emery war in der Folge im Vergleich zum Hinspiel nicht wiederzuerkennen. Villarreal spielte nahezu durchgehend mutig, offensiv, aktiv, torgefährlich. Sämtliche defensiven-taktische Zwänge, die noch vor einer Woche das Team sichtlich lähmten, schienen wie weggewischt.

Und Liverpool? Das Klopp-Team war von diesem Willen, dieser Dynamik, diesen Druckmitteln der Gastgeber überaus beeindruckt. Aber es gelang den "Reds" dennoch gut eine halbe Stunde lang und mit sehr viel Mühe, die Spanier vom eigenen Tor fernzuhalten. Bis Villarreal doch einmal durch Lo Celso alleine vor dem Gehäuse auftauchte. Diese Möglichkeit konnte Liverpools Torhüter Alisson (37.) mit einer fantastischen Rettungsaktion gerade noch entschärfen.

Aber vier Minuten später war es dann doch soweit: Nach einer Flanke von Étienne Capoue köpfte Francis Coquelin aus fünf Metern zum 2:0 ein. Der Ausgleich aus beiden Partien war damit für die Spanier geschafft, die Partie war nun völlig offen.

Passivität der Spanier rächt sich schnell

Zu Beginn der zweiten Hälfte versuchte Liverpool früher zu attackieren, sich aus der Umklammerung zu befreien. Aber Villarreal hielt die Intensität zunächst konstant hoch, nervte das Klopp-Team und ließ es kaum einmal ins Spiel kommen. Nach einem abgefälschten Distanzschuss von Trent Alexander-Arnold hatten die Spanier allerdings Glück, dass der Ball von der Querlatte ins Toraus (55.) fiel. Nach diesem Schuss übernahm Liverpool dann aber plötzlich die Spielkontrolle,

Villarreal verteidigte nur noch die Führung. Die Spanier mussten ihrem hohen Tempo bis dahin Tribut zollen. Und diese plötzliche Passivität sollte sich schnell rächen. Fabinho erzielte aus spitzem Winkel für Liverpool das 2:1 (62.). Danach schien die Luft bei den Spaniern raus zu sein, als hätte ihnen jemand den Stecker gezogen. Nur fünf Minuten später glich Luis Diaz per Kopfball zum 2:2 aus. Nach 74 Minuten traf Sadio Mané nach einem Konter dann sogar zum 3:2.

Die Spanier hatten den coolen Engländern nichts mehr entgegenzusetzen. Villarreal hatte alles versucht, war nicht weit von einer Sensation entfernt. Aber die Spanier hatten sich ihre Kräfte nicht gut eingeteilt und konnten das vielleicht auch gar nicht. Sie mussten sich am Ende allerdings auch der hohen individuellen Qualität des Liverpooler Kaders geschlagen geben.