Mbappés ausgebliebener Wechsel - Ausdruck eines Machtwechsels

Kylian Mbappe beim Aufwärmen vor dem Spiel

Transfermarkt

Mbappés ausgebliebener Wechsel - Ausdruck eines Machtwechsels

Von Chaled Nahar

Das Transferfenster war von spektakulären Wechseln vieler großer Stars geprägt. Die wichtigste Botschaft liegt aber in einem Transfer, der nicht stattfand: Kylian Mbappés Verbleib in Paris markiert möglicherweise ein neues Zeitalter.

Der Emir von Katar hatte offenbar gute Laune. "Das Ende", schrieb er bei Twitter. Auf einem Foto dazu lachte Paris Saint-Germains katarischer Präsident Nasser Al-Khelaifi in die Richtung von Florentino Perez, dem Präsidenten von Real Madrid. "Das Ende" der Verhandlungen um einen Transfer von Kylian Mbappé nach Madrid sollte in dem Tweet von Emir Tamim bin Hamad Al Thani wohl gemeint sein. Doch der Transfer, der nicht erfolgte, ist vielleicht der spannendste der am Dienstag beendeten Wechselperiode. Denn er markiert wohl auch "das Ende" einer Ära.

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Der alte Hochadel des europäischen Fußballs ist abgelöst

200 Millionen Euro - die in den Medien gehandelte Summe, die Madrid demnach als Ablöse für Mbappé zu zahlen bereit gewesen ist, konnte man als normaler Klub eigentlich kaum ausschlagen. Erst recht nicht vor dem Hintergrund, dass Mbappés Vertrag 2022 ausläuft und der damit ablösefrei sein wird. Dass Paris das Angebot aus Madrid ausschlug, ist ein Beleg für die neuen Machtverhältnisse im europäischen Klubfußball.

Der alte Hochadel des Fußballs um Real Madrid, den FC Barcelona oder Manchester United könnte an Europas Spitze nun in den kommenden Jahren durch ein Trio von Klubs abgelöst werden, bei denen Geld keine Rolle spielt. Paris Saint-Germain, Manchester City und der FC Chelsea steckten in diesem Sommer Hunderte von Millionen in Gehälter, Beraterhonorare und Ablösesummen, um große Namen in ihre Teams zu holen. Die drei Klubs dominierten im Jahr 2021 den Transfermarkt und in der vergangenen Saison auch schon die Champions League.

Die Pandemie ging an drei Klubs fast spurlos vorbei

Der europäische Fußball hat in der Coronakrise laut UEFA acht Milliarden Euro verloren. Einige Klubs, gelenkt und finanziert von reichen Staaten aus dem Nahen Osten oder von Oligarchen, müssen sich darüber keine Sorgen machen. Um finanziellen Gewinn geht es ihnen nicht. Die Coronavirus-Pandemie hatte finanziell keine Auswirkung auf ihr Geschäft. Die Aufweichung der Regeln des Financial Fairplay im Zuge der Coronakrise schon: Es ist noch leichter, die besten Teams des Kontinents zusammenzustellen.

Chelsea, Man City, PSG - Luxussteuer für die Reichen

WDR 5 Sport inside – der Podcast: kritisch, konstruktiv, inklusiv 28.08.2021 53:28 Min. Verfügbar bis 22.08.2041 WDR 5


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Eine Ironie bleibt daher, dass mit Nasser Al-Khelaifi der Präsident von Paris Saint-Germain als Chef der Klubvereinigung ECA im Herbst die neue Formulierung der finanziellen Regeln im europäischen Klubfußball mitgestalten können wird. "Das Ende" könnte die Überschrift dazu sein.

Stand: 01.09.2021, 21:05

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