Nürnberg zittert sich zum Remis bei St. Pauli

St. Paulis Rodrigo Zalazar (l) im Zweikampf mit Nürnbergs Tom Krauß

FC St. Pauli - 1. FC Nürnberg 2:2

Nürnberg zittert sich zum Remis bei St. Pauli

Im Montagsspiel der 2. Fußball-Bundesliga hat sich der der 1. FC Nürnberg beim FC St. Pauli ein etwas glückliches Unentschieden erkämpft, trotz zweimaliger Führung. Dabei spielte der Videobeweis wieder einmal eine gewichtige Rolle.

Der FC St. Pauli hat am Montagabend (19.10.2020) gegen den 1. FC Nürnberg nur 2:2 (1:1) gespielt. Vor 1.000 Zuschauern am Millerntor brachte Neuzugang Manuel Schäffler (8. Minute) bei seinem Debüt den "Club" in Führung. Rodrigo Zalazar (28.) glich per Foulelfmeter nach Videobeweis aus, Johannes Geis (49.) erhöhte wieder nach Videobeweis per Handelfmeter, Daniel Buballa (78.) gelang erneut der Ausgleich.

"Club" verspielt erneut Führung

Beide Teams müssen damit weiter auf ihren zweiten Saisonsieg warten. St. Pauli rangiert in der Tabelle auf dem siebten Platz. Nürnberg, das sowohl gegen Regensburg (1:1) als auch gegen Darmstadt (2:3) Führungen aus der Hand gegeben hatte, ist Neunter. "Das tut sehr weh", sagte Nürnbergs Elfmeterschütze Geis bei "Sky". Schon in der vergangenen Saison hatte der FCN insgesamt 25 Punkte nach Führungen verspielt.

Johannes Geis: "Den Willen hat man gesehen"

Sportschau 19.10.2020 00:18 Min. Verfügbar bis 19.10.2021 ARD Von Ina Kast


Buballa: "Kräfte haben nicht für den Sieg gereicht"

"Man hat gesehen, dass wir alles gegeben haben. Am Ende haben die Kräfte nicht für den Sieg ausgereicht", analysierte St. Paulis Torschütze Buballa bei "Sky". Der Hamburger Christopher Avevor ärgerte sich über sein unglückliches Handspiel vor dem 1:2: "Das ist extrem bitter. Ich berühre den Ball auf jeden Fall mit der Hand. Es ist Elfmeter. Aber es wird nicht die letzte Diskussion über ein Handspiel sein."

Schon in der zweiten Minute hatte St. Pauli die Chance zur Führung, nachdem der von Schalke gekommene Stürmer Guido Burgstaller bei seinem Startelf-Debüt vor der Strafraumgrenze einen Freistoß herausgeholt hatte. Zalazar nagelte den Ball aufs linke Eck, Nürnbergs Schlussmann Christian Mathenia parierte glänzend.

Abseitstreffer nicht gegeben

Quasi im Gegenzug gab es die vermeintlich kalte Dusche für die Hamburger. Nürnbergs Angreifer Robert Hack (4.) war steil geschickt worden und lupfte den Ball über St. Paulis Schlussmann Robin Himmelmann in die Maschen. Wenngleich der Pfiff recht spät kam, zählte der Treffer wegen Abseits zu Recht nicht.

Vier Minuten später machte es der von Wehen Wiesbaden gekommene FCN-Angreifer Schäffler besser. Nach Flanke von Kevin Lohkemper stand er im Zentrum goldrichtig und netzte frei vor Himmelmann zur Führung ein.

Becker mit Pfostentreffer

Die Hamburger schüttelten sich, blieben bei ihrer offensiven, aber auch riskanten Spielweise, pressten extrem hoch und setzten den "Club" so weiter ständig unter Druck. Finn Becker (11.) traf mit einem Drehschuss von der Strafraumgrenze nur den linken Außenpfosten.

Foulelfmeter nach Videobeweis

Nach Zuspiel von Daniel Kyereh kam Max Dittgen (23.) links am Strafraum zum Abschluss, Mathenia wischte den Ball gerade noch über die Latte. Aufregung dann drei Minuten später: Tom Krauß erwischte Kyereh links im Strafraum an der Ferse. Erst nach Überprüfung der Videobilder gab Schiedsrichter Florian Heft Strafstoß, den Frankfurt-Leihgabe Zalazar souverän verwandelte.

Doch es ging weiter munter hin und her in einer tempo- und abwechslungsreichen ersten Hälfte. Nach einer halben Stunde hatte Nürnbergs Hack die Chance zur neuerlichen Führung, jagte den Ball aber frei vor dem Tor weit drüber. Auf der Gegenseite brachte Simon Makienok aus guter Position den Ball per Kopf nicht an Mathenia vorbei. Dittgen hatte dann nochmal aus 14 Metern die Chance zur Führung, Mathenia parierte das Geschoss unkonventionell mit der Brust.

Handelfmeter nach Videobeweis

Mit einem Paukenschlag ging es in den zweiten Durchgang. Einen Schuss von Fabian Nürnberger wehrte Avevor (48.) im Strafraum beim Wegdrehen irgendwie auch mit der Hand ab. Erneut wurde der Videobeweis bemüht, erneut gab es danach Strafstoß. Geis brachte Nürnberg vom Punkt wieder in Führung.

Die Partie blieb unterhaltsam, hatte aber nicht mehr das Niveau und das Tempo des ersten Durchgangs. Was auch daran lag, dass das 1:2 bei St. Pauli Wirkung zeigte und den Nürnbergern mehr Selbstsicherheit gab. Die Hamburger mussten auch dem hohen Pressing der ersten Halbzeit Tribut zollen, der FCN agierte souveräner und ballsicherer.

Buballa mit Traumtor zum 2:2

Dennoch wendete sich das Blatt zugunsten der Hamburger. Nachdem Makienok (77.) noch eine gute Chance zum Ausgleich vergeben hatte, traf Buballa kurz darauf doch zum 2:2. Eine Flanke von rechts stoppte er links am Strafraum mit dem Oberschenkel und setzte die anschließende Direktabnahme der Marke "Tor des Monats" perfekt ins lange Eck. St. Pauli drückte in der Schlussphase auf den Sieg, der "Club" wackelte bedenklich, doch am Ergebnis änderte sich nichts mehr.

St. Pauli spielt nun am Samstag (24.10.2020) um 13 Uhr bei Darmstadt 98. Nürnberg empfängt tags zuvor um 18.30 Uhr den Karlsruher SC.

Statistik

Fußball · 2. Bundesliga · 4. Spieltag 2020/2021

Montag, 19.10.2020 | 20.30 Uhr

Wappen FC St. Pauli

FC St. Pauli

Himmelmann – Ohlsson, Avevor (62. L.-M. Zander), Ziereis (62. Knoll), Buballa – Becker – Kyereh, Zalazar Martinez (82. Benatelli), Dittgen (77. Daschner) – Makienok, Burgstaller (77. Taschtschi)

2
Wappen 1. FC Nürnberg

1. FC Nürnberg

Mathenia – Valentini, Margreitter, Sörensen, Handwerker – Hack (90.+2 Sorg), Geis, Krauß, Nürnberger (88. Rhein) – Lohkemper (71. Köpke), Schäffler (70. Schleusener)

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Schäffler (8.)
  • 1:1 Zalazar Martinez (28./Foulelfmeter)
  • 1:2 Geis (49./Handelfmeter)
  • 2:2 Buballa (78.)

Strafen:

  • gelbe Karte Krauß (1 )
  • gelbe Karte Ohlsson (3 )
  • gelbe Karte Sörensen (1 )
  • gelbe Karte Schäffler (1 )
  • gelbe Karte Avevor (3 )
  • gelbe Karte Becker (1 )
  • gelbe Karte Lohkemper (2 )
  • gelbe Karte Köpke (1 )
  • gelbe Karte Nürnberger (2 )

Zuschauer:

  • 1.000

Schiedsrichter:

  • Florian Heft (Wietmarschen)

Vorkommnisse:

  • Foulelfmeter (St. Pauli) und Gelbe Karte für Krauß (Nürnberg) nach Videobeweis (27.). Handelfmeter (Nürnberg) und Gelbe Karte für Avevor (St. Pauli) nach Videobeweis (49.).

Stand der Statistik: Freitag, 30.10.2020, 23:11 Uhr

red | Stand: 19.10.2020, 22:52

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