Union verspielt in Stuttgart in letzter Sekunde Platz vier

Stuttgarts Lucky Punch in Unterzahl Sportschau 25.10.2021 05:31 Min. Verfügbar bis 30.06.2022 Das Erste

VfB Stuttgart - 1. FC Union Berlin 1:1

Union verspielt in Stuttgart in letzter Sekunde Platz vier

Von Julian Tilders

Beinahe wäre der Höhenflug von Union Berlin in der Fußball-Bundesliga gegen über weite Strecken unterlegene Stuttgarter weitergegangen. Doch der dezimierte VfB bejubelte am Ende ein Remis.

Am 9. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat der 1. FC Union Berlin den VfB Stuttgart auswärts vor allem im zweiten Durchgang dominiert, kam aber doch nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus.

Den ersten Treffer am Sonntag (24.10.2021) erzielte Berlin-Angreifer Taiwo Awoniyi (31. Minute), der damit bereits sein siebtes Saisontor bejubeln konnte. Doch in letzter Sekunde glich Wahid Faghir noch aus (90.+3).

Matarazzo voll des Lobes

Damit verpasst Union Berlin den Sprung Platz vier und zieht ob des späten Gegentreffres doch nicht an Bayer 04 Leverkusen (17 Punkte) vorbei, das am Sonntagnachmittag zuvor eine Führung gegen den 1. FC Köln aus der Hand gegeben hatte. Stuttgart rangiert mit weiterhin neun Zählern im unteren Tabellendrittel.

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"Es ist das zweite Mal in dieser Saison, dass wir in Unterzahl den Ausgleich erzielt haben", lobte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo sein Team nach der Partie am Sportschau-Mikro: "Das spricht dafür, dass wir eine tolle Moral haben."

Stuttgart dominant in der Anfangsphase

Dabei war zu Beginn erstmal zu sehen, dass der VfB sich etwas vorgenommen hatte. Die Elf von Trainer Matarazzo agierte zunächst etwas zielstrebiger als die Gäste, die im 5-3-2 aus einer stabilen Defensive heraus auf Umschaltmomente lauerten. Diese scheiterten aber noch daran, dass jeder dritte Pass beim VfB landete.

Stuttgart war die aktivere Mannschaft, machte mit gut 60 Prozent Ballbesitz das Spiel und zeigte sich deutlich passsicherer. Dabei fehlte allerdings im Angriffsdrittel noch jede Durchschlagskraft gegen die "Eisernen".

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Disziplinierte Defensivreihen lassen zunächst wenig zu

Die Abwehrreihen beider Teams sorgten für eine eher zähe Spielphase in Hälfte eins. Der gefährlichste Flankenlauf war Unions Stürmer Sheraldo Becker zu verdanken, dessen flache Hereingabe aber eine Idee zu lang geriet für Christopher Trimmel am zweiten Pfosten (16.).

Auch Stuttgart kam in Wallung. Konstantinos Mavropanos spielte einen perfekten langen Ball, Wataru Endo hatte den tiefen Laufweg angeboten. Seinen Abschluss setzte der Japaner dann aber unter Bedrängnis über den Kasten (17.). Auch nach einer guten halben Stunde setzte Endo einen Akzent und scheiterte mit einem Schlenzer knapp an Union-Torhüter Andreas Luthe (33.)

Awoniyis Lauf geht weiter

Union war zwischenzeitlich aber über die altbekannte Tugend der körperlichen Intensität besser ins Spiel gekommen - und Endo ein schwerwiegender Ballverlust unterlaufen. Stürmer Awoniyi arbeitete vorbildlich zurück und attackierte Endo beim Sturmlauf, dem dann von Rani Khedira stark der Ball abgenommen wurde. Becker legte beim Gegenstoß ab an die Sechzehnerkante, von der aus Awoniyi abgeklärt ins untere Eck verwandelte.

VfB-Coach Matarazzo deutete an, er hätte die Situation wegen eines vermeintlichen Fouls an Endo abgepfiffen: "Ich kann nicht beurteilen, ob es eine hundertprozentige Fehlentscheidung war, weil ich die Bilder nicht gesehen haben. Aber das ist mit beiden Händen, auch vorher wird er geschubst."

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Blitz-Gelb-Rot für Karazor

In der zweiten Halbzeit machte Union einfach weiter. Und zwar damit, den VfB effektiv von der Gefahrenzone fernzuhalten. Dabei standen die Spieler von Trainer Urs Fischer vergleichsweise tief, gingen aber in der eigenen Hälfte aggressiv ins Mittelfeldpressing und erzwangen immer wieder Umschaltmomente.

Noch vor der Stundenmarke brannten dann Stuttgarts zentralem Mittelfeldmann Atakan Karazor die Sicherungen durch. Innerhalb von nur 30 Sekunden foulte er zweimal Khedira - und sah Gelb-Rot (57.).

Faghir macht Stuttgarter Ermüdung wett

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo ließ dennoch in der Offensive weiter früh anlaufen und trieb sein Team dazu, Druck zu machen. Union verwaltete aber den Spielstand zunächst mit enormer Disziplin gegen zunehmend ermüdete Stuttgarter.

Doch der eingewechselte Daniel Didavi legte in letzter Sekunde nochmal auf für den ebenfalls frisch hereingekommenen Faghir. Das dänische Top-Talent zog ab, ausgerechnet der Ex-Stuttgarter Timo Baumgartl fälschte den Ball dann unhaltbar für Unions Torwart Andreas Luthe ab.

Union hat den FC Bayern zu Gast

Der VfB hat am Mittwoch um 20.45 Uhr den 1. FC Köln im DFB-Pokal zu Gast und tritt in der Liga am Sonntag um 15.30 Uhr beim FC Augsburg an. Union muss derweil im Pokal am Mittwoch um 18.30 Uhr auswärts bei Drittligist Waldhof Mannheim antreten. Danach empfängt Berlin in der Liga am Samstag um 15.30 Uhr den FC Bayern München an der Alten Försterei.

Stand: 24.10.2021, 19:22

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