CL-Quartett zahlt in Solidartopf

Hans-Joachim Watzke (L) und Karl-Heinz Rummenigge bei einem Kongress

20 Millionen Euro

CL-Quartett zahlt in Solidartopf

Das Quartett der deutschen Teilnehmer aus der Champions League zahlt 20 Millionen Euro in einen Solidartopf. Daraus sollen die Klubs bedient werden, die wegen der Corona-Krise besonders gebeutelt sind - ein Tropfen auf dem heißen Stein.

"Wir haben immer gesagt, dass wir uns solidarisch zeigen werden, wenn Klubs unverschuldet durch diese absolute Ausnahmesituation in eine Schieflage geraten, die sie alleine nicht mehr beherrschen können", wird Hans-Joachim Watzke als Geschäftsführer in einer Mitteilung von Borussia Dortmund am Donnerstag (26.03.3030) zitiert.

Der BVB, Bayern München, RB Leipzig und Bayer Leverkusen verzichten laut der Mitteilung "zunächst auf ihren Anteil an noch nicht verteilten nationalen Medienerlösen der DFL in der kommenden Saison". Dabei handle es sich um 12,5 Millionen Euro. Aus eigenen Mitteln werde das Quartett die Summe auf insgesamt 20 Millionen Euro erhöhen.

Zur Einordnung: Für die Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League erhält jeder Verein in der Saison 2019/20 laut UEFA 15,25 Millionen Euro Startprämie. Zusätzlich gibt es für jedes Gruppenspiel leistungsabhängige Prämien: 2,7 Millionen Euro für einen Sieg, 900.000 Euro für ein Unentschieden.

Aktion soll Solidarität in der Bundesliga unterstreichen

Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer von RB Leipzig, betonte, dass bei der Entscheidung unterschiedliche Interessen abgewogen werden müssen: "In solch einer Situation gibt es für uns unterschiedliche Verantwortlichkeiten: Das eine ist, sicherzustellen, dass wir keine Personaleinschnitte vornehmen müssen und auch den Verein weitestgehend stabilisieren – zeitgleich wollen wir natürlich den Erhalt der Bundesliga gewährleisten und solidarisch unterstützen, wo wir können. Zudem wollen wir der sozialen Verantwortung in der Stadt und Region weiterhin gerecht werden. Diese Säulen gilt es ganzheitlich und verantwortlich zu bedienen. Das tun wir."

Bayern-Präsident Herbert Hainer sagte: "Auch im Fußball müssen die Stärkeren den Schwächeren helfen, denn wir alle wollen in Zukunft wieder Fußballspiele und die Bundesliga mit vielen Mannschaften sehen. Deswegen ist es selbstverständlich."

Hainer erwartet, dass Vernunft einzieht

Über die Verteilung des Geldes solle die Deutsche Fußball Liga bestimmen. Deren Präsidiumssprecher Christian Seifert sagte laut Mitteilung des BVB: "Diese Aktion unterstreicht, dass Solidarität in der Bundesliga und 2. Bundesliga kein Lippenbekenntnis ist. Das DFL-Präsidium ist den vier Champions-League-Teilnehmern sehr dankbar im Sinne der Gemeinschaft aller Klubs."

Hainer erwartet wie sein Vorgänger Uli Hoeneß eine veränderte Fußballwelt nach der Krise: "Es wird sicherlich nicht mehr so sein, wie es vorher war in puncto Transfermarkt und Transfersummen. Ich gehe davon aus und wünsche mir, dass wieder etwas Vernunft einzieht."

Experten pessimistisch - Fußball läuft die Zeit davon Sportschau 21.03.2020 04:35 Min. Verfügbar bis 21.03.2021 Das Erste

DFL soll das Geld verteilen

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) reagierte mit großer Dankbarkeit auf die gemeinsame Solidaraktion des CL-Quartetts. "Diese Aktion unterstreicht, dass Solidarität in der Bundesliga und 2. Bundesliga kein Lippenbekenntnis ist", sagte DFL-Boss Christian Seifert: "Das DFL-Präsidium ist den vier Champions-League-Teilnehmern sehr dankbar im Sinne der Gemeinschaft aller Klubs."

Die Verteilung des Geldes und eine mögliche Aufstockung durch andere potente Klubs könnte am Dienstag (31.03.2020) zum Thema werden. Dann stimmt die Vollversammlung der DFL unter anderem über die Empfehlung ab, den Spielbetrieb in den beiden höchsten Ligen bis zum 30. April auszusetzen.

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red | Stand: 26.03.2020, 18:14

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