2. Liga - Heidenheim macht Aufstiegsrennen spannend

Heidenheims Tobias Mohr bejubelt sein Tor zum 1:0 mit seinen Mannschaftskollegen

Englische Woche

2. Liga - Heidenheim macht Aufstiegsrennen spannend

Auch weil die drei Top-Teams schwächeln, mischt Heidenheim wieder kräftig mit im Aufstiegsrennen der 2. Liga. Stuttgart und der HSV treffen im Topduell der englischen Woche aufeinander, die Heidenheimer könnten weiter nach oben klettern.

Eine kurze Meldung aus Heidenheim, vor den Spielen der Englischen Woche: Das Heidenheimer Stadion ist bereit für das Abenteuer Fußball-Bundesliga. Die Arena am Schlossberg fasst 15.000 Zuschauer, und damit exakt die vorgeschriebene Mindestgröße für Bundesliga-Heimspiele. Außerdem können die Tribünen bei Bedarf nach oben erweitert werden, wie die "Heidenheimer Zeitung" schon im Sommer 2018 bemerkte.

Heidenheim zurück im Aufstiegsrennen

Der provisorische Erstliga-Check bietet sich an, weil die Heidenheimer seit dem Wiederbeginn der 2. Bundesliga sehr nahe an die Aufstiegsplätze gerückt sind. Der Rückstand auf den Tabellendritten Stuttgart beträgt einen Punkt, zwei Punkte sind es auf den Zweiten HSV. Am Donnerstag (28.05.2020) treffen die beiden Zweitliga-Großmächte aufeinander - der Verfolger aus Heidenheim könnte dann sogar auf Platz drei klettern, der am Ende der Saison zwei Relegationsspiele um den Aufstieg bedeuten würde.

Schon in der Vorsaison schnupperte der Klub aus dem 50.000-Einwohner-Städtchen ganz im Osten von Baden-Württemberg am Bundesliga-Aufstieg, am Ende fehlten gerade einmal zwei Punkte. Auch aktuell ist die Tabellensituation wieder "überragend", so Heidenheims Coach Frank Schmidt im SWR. "Wir werden uns nicht beschränken, wenn es die Möglichkeit gibt, nochmals vorne reinzuschnuppern", sagte Heidenheims Coach zu den erneuten Aufstiegschancen. "Aber es ist nicht so, dass nur die Mannschaften vor uns etwas zu verlieren haben." Schmidt, in Heidenheim so lange im Amt wie kein Trainer bei einem anderen deutschen Profiklub, führt die Mannschaft weiterhin mit den altbewährten Mitteln durch die Saison. Nach dem 0:3 im ersten Spiel nach der Corona-Zwangspause gegen Bochum gab es eine seiner klaren Ansprachen - das Team zeigte mit dem Sieg gegen Wehen Wiesbaden eine Reaktion.

Mögliche Endspiele gegen Bielefeld und Hamburg

Und bei noch sieben ausstehenden Spielen gibt es im Moment keinerlei Anzeichen, warum die Heidenheimer nicht bis zum Schluss ein ernstes Wort mitreden sollten bei der Vergabe der Tickets für die erste Liga. Am Mittwoch tritt Heidenheim beim FC St. Pauli an, es folgen in den kommenden Wochen drei weitere Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. Und ganz zum Schluss geht es gegen den HSV und gegen Bielefeld, zwei Duelle, die dann womöglich Endspiele um den Aufstieg werden könnten.

Bielefeld, HSV und Stuttgart schwächeln

Zumal die drei Top-Teams der Liga, Bielefeld, Hamburg und Stuttgart schlecht aus der Pause gekommen sind. Beim VfB herrscht nach der zweiten Pleite im zweiten Spiel sogar Alarmstimmung. Bei den Niederlagen gegen Wehen Wiesbaden (2:3 nach 2:1-Führung) und gegen Kiel, als Daniel Didavi das Team durch einen unnötigen Platzverweis schwächte, zeigte der VfB eine bedenkliche Instabilität.

Coach Pellegrino Matarazzo musste sich im Anschluss bei der Pressekonferenz fragen lassen, ob die Qualität der Mannschaft tatsächlich für das ausgegebene Ziel Aufstieg ausreiche. Was er im Grundsatz bejahte, er meinte aber auch: "Wir müssen uns noch mehr anstrengen."

Stuttgarts Matarazzo: "Gibt keine Selbstläufer in dieser Liga"

Sportschau 24.05.2020 00:39 Min. Verfügbar bis 24.05.2021 ARD

Stuttgarter Medien stellen Qualitäts- und Trainerfrage

Die sportliche Leitung um Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat mussten dem Trainer bereits den Rücken stärken, Mislintat gab Matarazzo in den "Stuttgarter Nachrichten" sogar eine Jobgarantie, sollte der VfB den Aufstieg verpassen. "Die Trainerfrage können wir uns sparen, auch für den Fall, dass wir gegen den HSV verlieren sollten."

Topspiel zwischen Stuttgart und HSV

Mit einem Sieg im Topspiel am Donnerstagabend (20.30 Uhr), diesmal im eigenen Stadion, würde sich Stuttgart wieder am HSV vorbeischieben - und bei den Hamburgern wiederum mehr Nervosität auslösen. Der HSV wartet ebenfalls noch auf den ersten Sieg seit der Fortsetzung der Saison. Nach dem 0:0 gegen Spitzenreiter Bielefeld haderten die Hamburger vor allem mit der Abschlussschwäche und der verpassten Chance, den Sieben-Punkte-Rückstand auf den Tabellenführer zu verkürzen.

Nun muss der HSV aber auch wieder nach hinten schauen: Bei einer Pleite gegen Stuttgart und einem Heidenheimer Sieg könnte der HSV auf Platz vier abrutschen. Dies dürfte in Hamburg ungute Erinnerungen wecken an die Vorsaison, als der Topfavorit im Endspurt sogar die Chance auf die Relegation verspielte.

red/dpa/sid | Stand: 25.05.2020, 14:00

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