FC Bayern - und sonst nichts

Bayern Müller (r.) jubelt mit Lewandowski

18. Spieltag, München enteilt der Konkurrenz

FC Bayern - und sonst nichts

Von Dirk Burkhardt

Wer sich um den FC Bayern Sorgen gemacht hat, kann beruhigt sein. Die Münchener haben ihre kleine Problemzone abgearbeitet - und weil die Konkurrenz mitspielt, scheint das Meisterschaftsrennen früh gelaufen.

Die Münchener hatten am Sonntag (24.01.2021) gleich mehrfach Grund zur Freude. Sie hatten nicht nur den Rückrunden-Auftakt auf Schalke klar und souverän gewonnen. Es hatte nicht nur Robert Lewandowski mit seinem 23. Saisontor einen neuen Bundesliga-Rekord für 18 Spieltage aufgestellt. Und 53 Tore hatte zu diesem Zeitpunkt auch noch kein Bundesliga-Team auf dem Konto.

Aber viel mehr freute die Münchener bei ihrem Sieg in Gelsenkirchen die Null auf der anderen Seite des Spielfelds. Denn zum zweiten Mal in Folge hielten die Bayern ihren Kasten sauber. Das ist ihnen ungewöhhlicherweise in dieser Saison noch nicht gelungen. Damit scheint sich, auch wenn die Gegner Augsburg und Schalke hießen, langsam eine Baustelle zu schließen.

"Wir haben weniger zugelassen als zuletzt", meinte Schlussmann Manuel Neuer. Für ihn war die Null eine besondere. Als erster Bundesliga-Torwart blieb er insgesamt 197 Partien ohne Gegentreffer. Der nächste Rekord.

Vorentscheidendes Polster?

Und zack ist ganz nebenbei das, was Anfang Januar nach der Bundesliga-Niederlage in Mönchengladbach und dem Pokal-Aus bei Zweitligist Holstein Kiel nach einer beginnenden Schwächephase aussah, spätestens nach den drei Siegen in der englischen Woche Makulatur.

Trainer Hansi Flick bremst zwar: "Wir haben ein gewisses Polster. Aber wichtig ist, dass wir jedes Spiel so angehen wie die letzten Spiele." Aber wenn eine Bayern-Krise aus zwei Niederlagen oder nicht so deutlichen Siegen besteht und in einen Sieben-Punkte-Vorsprung auf Leipzig als erstem Verfolger mündet, sieht es für die Konkurrenz um die Meisterschaft finster aus. So einen Vorsprung nach 18 Spieltagen haben die Münchner noch nie hergegeben. Die als härtester Verfolger gehandelten Dortmunder liegen sogar schon 13 Zähler zurück.

Rosige Zukunft

Angesichts der Tatsache, dass die Münchener in der Bundesliga als nächstes mit Hoffenheim, Hertha BSC und Bielefeld weiter eher die unteren Tabellenregionen auf dem Speiseplan haben und sich die Verfolger aus Leipzig und Leverkusen schon am nächsten Spieltag im direkten Duell weiter Punkte wegnehmen, dürfte sich mit Blick auf den Titelkampf im Süden Deutschlands Entspannung breitmachen.

"Wir sind einen Riesenschritt nach vorne gekommen in der Tabelle. Das ist das, was zählt", meinte dann auch Thomas Müller, mit neun Toren und zehn Vorlagen zweitbester Scorer der Bayern und der Liga.

Weitere Rekorde stehen an

In anderen europäischen Top-Ligen müssen sich die großen Titelverteidiger wie der FC Liverpool in England (sechs Punkte Rückstand auf die Spitze), Real Madrid in Spanien (sieben Punkte) oder Juventus Turin in Italien (sieben Punkte) in Schwächephasen echte Sorgen um die Meisterschaft machen. Die Münchener können aber schon für Nummer 31 planen und weitere Rekorde angehen.

Lewandowski möchte die Uralt-Marke von 40 Saisontreffern in einer Bundesliga-Saison von Gerd Müller knacken. Neuer wird wohl als erster Torhüter 200 Ligaspiele ohne Gegentor überstehen. Und der nächste Titelrekord steht auch schon vor der Tür: Anfang Februar geht es nach Katar zur FIFA-Klub-WM. Die zählt noch zur Vorsaison, und gewinnen die Bayern auch dort den Titel, hätten sie zum ersten Mal alle sechs möglichen Trophäen in einer Spielzeit eingesammelt.

Historie - die 40 Saisontore von Gerd Müller Sportschau 19.03.2020 01:15 Min. Verfügbar bis 19.03.2021 Das Erste

Stand: 24.01.2021, 23:28

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5.Bor. Dortmund2339
6.Bayer Leverkusen2237
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13.FC Augsburg2223
14.1. FC Köln2321
15.Hertha BSC2318
16.Arm. Bielefeld2218
17.1. FSV Mainz 052217
18.FC Schalke 04239
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