Alles Friedrich, oder was?

Francesco Friedrich

Bob-WM Vierer

Alles Friedrich, oder was?

Gehen die Friedrich-Festspiele in Altenberg weiter? Der Sachse will sich nach dem überlegenen WM-Sieg im Zweier am kommenden Wochenende auch die Goldmedaille im großen Schlitten holen.

Der Lokalmatador vom BSC Sachsen Oberbärenburg, Francesco Friedrich, ist der große Goldfavorit und kann sich eigentlich nur selbst schlagen. "In Altenberg ist es kalt geworden, das Eis wird also richtig schnell. Dann wollen wir auch gleich den Bahnrekord von Andre Lange pulverisieren", sagte Friedrich mit Blick auf die anstehenden vier Läufe am Samstag (ab 13:30 Uhr) und Sonntag (im Livestream auf sportschau.de ab 13:00 Uhr). Sollte der erneute Doppelsieg gelingen, wäre Friedrich drei Jahre bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage liegt schon vier Jahre zurück. In Igls 2016 wurde es hinter Oskars Melbardis aus Lettland "nur" der zweiten Platz.

Lochner setzt voll auf Angriff

In Altenberg lauert die Gefahr auch aus dem deutschen Team. Zweier-Silberling Johannes Lochner hat sich viel vorgenommen. "Wir hoffen, dass wir im Vierer Paroli bieten können", sagte der gebürtige Berchtesgadener, der diese Saison in Winterberg die Nase vorn hatte und zuletzt am Königssee wieder ganz nah dran war. "Das hat mich damals geärgert. Jetzt gibt es die Retourkutsche", kündigt Lochner an.

Happyend für Nico Walther?

Bobpilot Nico Walther

Bobpilot Nico Walther

Nico Walther war verganendes Wochenende der große Pechvogel im Zweier, als er auf Position zwei liegend im vierten und letzten Lauf noch auf den vierten Platz zurückfiel. Jetzt im Vierer will es der Sachse noch einmal wissen und eine schwere Saison krönen. Anschieber Eric Franke ist optimistisch: "Es war eine sehr schwierige Saison für uns. Jetzt wollen wir eine Medaille. Die Farbe ist völlig egal", sagte der Potsdamer dem "Tagesspiegel". Motivation zieht Franke sich aus dem Abschneiden bei Olympia 2018 in Pyeongchang, wo er mit Walther Zweiter hinter Friedrich wurde.

Bundestrainer Spies warnt

Also alle Zeichen auf einen Dreifachsieg? Bundestrainer René Spies warnte: "Bevor wir da von einem Dreifachsieg reden, müssen wir erstmal heil runterkommen. Bei den niedrigeren Temperaturen wird es im Vierer an die Grenzen gehen." Zudem verwies er auf die internationale Konkurrenz, vor allem auf den Kanadier Justin Kripps und Oskars Melbardis aus Lettland. Diesen dürfe man in den vier WM-Läufen keine Angriffsfläche bieten, "sonst sind sie wie Haie, die einen kleinen Tropfen Blut riechen. Die beißen sofort zu". In der laufen Saison hatte Friedrich vier Mal, Kripps aber auch drei Mal die Nase vorn.

Ein Thema in Sportschau, 29.02.2020, 08:55 Uhr

dpa/sid | Stand: 27.02.2020, 14:00

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