Die italienische Läuferin Nadia Battocletti bei der Leichtathletik-EM in Rom.

Abendsession - der fünfte EM-Tag Diaz Fortun gewinnt Dreisprung-Finale - Doppelerfolg für Battocletti

Stand: 11.06.2024 23:09 Uhr

In einem der dramatischsten Duelle der Dreisprung-Geschichte hat der Spanier Jordan Diaz Fortun bei der Leichtathletik-EM in Rom über Titelverteidiger Pedro Pichardo (Portugal) triumphiert. Italien jubelte mit Nadia Battocletti: Sie gewann nach den 5.000 m auch die 10.000 m. Über 400 m Hürden siegten die Topfavoriten Femke Bol und Karsten Warholm. Die Abendsession des fünften Wettkampftags im Überblick.

10.000 m - Battocletti holt sich das Double

Nadia Battocletti lief sich erneut in die Herzen der Fans im Stadio Olimpico. Die Italienerin, die bereits über 5.000 m nicht zu schlagen war, stürmte mit 30:51,32 Minuten vor den Augen von Staatspräsident Sergio Mattarella zu ihrem zweiten Titel. Hinter der Doublesiegerin sicherte sich die Niederländerin Diane van Es (30:57,24) Silber, Bronze ging an Megan Keith (31:04,77/Großbritannien).

Eine ganz starke Leistung zeigte Lisa Merkel aus Tübingen. In ihrem ersten großen internationalen Rennen legte die junge Deutsche einen couragierten Auftritt hin und wurde in der Klassezeit von 32:17,24 Minuten Neunte. Eva Dieterich (33:17,78/Tübingen) wurde 19., Deborah Schöneborn (33:48,90/Berlin) landete auf Platz 23.

10.000 m - das Finale der Frauen

Sportschau

Dreisprung - Grandioses Finale geht an Diaz

Was für eine Hochspannung bei den Dreispringern! Der Portugiese Pedro Pichardo und der Spanier Jordan Alejandro Diaz Fortun, beide in Kuba geboren, stachelten sich gegenseitig zu einem Weltklasse-Duell hoch, das die Zuschauer im Stadio Olimpico in Atem hielt.

Zunächst legte der Olympiasieger, Titelverteidiger und Top-Favorit Pedro Pichardo mit 18,04 m vor. Damit blieb er nur vier Zentimeter unter seiner eigenen Bestmarke. Doch Diaz Fortun konterte eindrucksvoll - erst mit 17,96 m, dann explodierte der Spanier auf der Sprungbahn auf eine Weite von 18,18 m. Es ist die drittbeste Marke in der Geschichte des Sports. Nur der Brite Jonathan Edwards (1995/18,29) und der US-Amerikaner Christian Taylor (2015/18,21) sprangen jemals weiter.

Dritter in Rom wurde der Franzose Gogois (17,38 m). Zufrieden sein durfte auch der deutsche Max Heß, der mit einem Satz von 17,04 m auf Platz fünf landete. Bei seinem besten Sprung, der womöglich zu Bronze gereicht hätte, trat Heß knapp über.

Dreisprung - das Finale der Männer

Sportschau, 11.06.2024 18:38 Uhr

Speerwerfen - Christin Hussong meldet sich zurück

Ex-Speerwurf-Europameisterin Christin Hussong hat sich mit einem starken vierten Platz zurückgemeldet. Die 30-Jährige warf gleich im ersten Versuch mit 61,92 m Saisonbestleistung. Die Titelträgerin von Berlin 2018 konnte nach gesundheitlichen Problemen in der Vergangenheit lange nicht mehr an einstige Glanzzeiten anknüpfen. Den Sieg sicherte sich die Österreicherin Victoria Hudson mit 64,62 m vor der Serbin Adriana Vilagos, die nur 20 Zentimeter weniger warf. Die Norwegerin Marie-Therese Obst holte Bronze mit 63,50 m.

Speerwurf - das Finale der Frauen und die Stimmen

Sportschau, 12.06.2024 23:01 Uhr

200 m - Kambundji verteidigt ihren Titel

Die Schweizerin Mujinga Kambundji verteidigte in einem Herzschlagfinale ihren Titel über 200 m. Kambundji setzte sich nach 22,49 Sekunden in einem Fotofinish gegen Daryll Neita (Großbritannien/22,50) durch, Bronze sicherte sich die Französin Helene Parisot (22,63). Die neue 100-m-Europameisterin Dina Asher-Smith (Großbritannien) hatte auf einen Start über die halbe Stadionrunde verzichtet.

Die Schweizer Sprinterin Mujinga Kambundji bei der Leichtathletik-EM in Rom.

Mujinga Kambundji konnte ihr Glück nach dem Zieleinlauf kaum fassen.

200 m - das Finale der Frauen

Sportschau

Hochsprung - Tamberis goldene Show

Der Italiener Gianmarco Tamberi ist seiner Favoritenrolle im Hochsprung gerecht geworden und hat eine echte Show abgeliefert. Der Titelverteidiger übersprang angefeuert von den italienischen Fans 2,37 Meter und erreichte damit Meisterschaftsrekord. Silber ging an den Ukrainer Vladyslav Lavskyy (2,29), Bronze holte sich Lavskyys Landsmann Oleh Doroshchuk (2,26). Pech hatte Mateusz Przybylko. Der 32-Jährige Europameister von 2018 übersprang 2,17 m und verletzte sich dann beim ersten Versuch über 2,22 m am Fuß. Er musste den Wettkampf abbrechen.

Zehnkampf - Kaul kämpft und wird Vierter

Titelverteidiger Niklas Kaul hat den Zehnkampf in Rom auf Platz vier beendet. 4:17,77 Minuten im abschließenden 1.500-m-Lauf reichten nicht, um den Rückstand auf den drittplatzierten Franzosen Makenson Gletty noch wettzumachen. Es siegte der Este Johannes Erm vor dem Norweger Sander Skotheim.

Der Mainzer, der den ersten kompletten Zehnkampf der Olympia-Saison absolvierte, erlebte in der italienischen Hauptstadt ein Wechselbad der Gefühle.

400 m Hürden - Warholm nicht zu schlagen

Der Olympiasieger und dreimalige Weltmeister Karsten Warholm aus Norwegen war über die 400 m Hürden in 46,98 Sekunde nicht zu schlagen, auf dem Weg zu den Olympischen Spielen holte er sich leicht und locker sein drittes EM-Gold in Serie. Silber sicherte sich zur Freude der frenetischen italienischen Fans Alessandro Sibilio, der in 47,50 Sekunden wie auch der drittplatzierte Schwede Carl Bengtström (47,94) einen Landesrekord aufstellte. Der deutsche Vertreter Emil Agyekum ist auf Platz sechs gelaufen. 

400 m Hürden - das Finale der Männer

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400 m Hürden - Bol siegt mit Meisterschaftsrekord

Bei den Frauen jubelte die Niederländerin Femke Bol über Gold. Sie lief in 52,49 Sekunden ebenfalls Meisterschaftsrekord. Silber holte Louise Maraval aus Frankreich (54,23), Bronze ging an Bols Landsfrau Cathelijn Peeters (54,37).

400 m Hürden - das Finale der Frauen

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | Sportschau | 11.06.2024 | 09:55 Uhr