Trotz mehrerer Coronafälle bei der Handball-WM: Kap Verde darf spielen

Symbolbild Corona-Test

Weltmeisterschaft

Trotz mehrerer Coronafälle bei der Handball-WM: Kap Verde darf spielen

Positive Fälle nun auch direkt bei der Handball-WM in Ägypten. Betroffen sind Kap Verde, Gegner der deutschen Mannschaft, Slowenien, Dänemark und Brasilien. Ausgeschlossen wird Kap Verde vorerst nicht. Die IHF passt ihren Testrhythmus nun an.

Kurz vor dem Turnier hatten mehrere Corona-Fälle in den Teams für die Absage von Tschechien und den USA gesorgt. Auch bei Brasilien und Kap Verde wurden mehrere positive Testergebnisse bekannt. Die Kapverdier sind trotzdem vom portugiesischen Trainingslager aus nach Ägypten geflogen und wurden dort nicht wie geplant im Teamquartier, sondern in einem Hotel unter Quarantänebedingungen einquartiert.

IHF ändert Testrhythmus

Am Donnerstagabend hatte die IHF in einer Pressemitteilung vier weitere positive Tests bei Kap Verde bestätigt. Außerdem habe es zwei Fälle bei Spielern von Slowenien, die beide beim Auftaktspiel der Slowenen auch nicht zum Einsatz kamen, einen positiven Test im brasilianischen Team und auch bei einigen Hotelangestellten und einem Medienvertreter, sowie einem Anreisenden aus den USA positive Tests gegeben. Die jüngsten Corona-Tests bei Kap Verde seien alle negativ ausgefallen, teilte der Weltverband IHF am Freitag wenige Stunden vor dem ersten Gruppenspiel des WM-Neulings gegen Ungarn auf dpa-Anfrage mit. Deshalb stehe der Austragung der Partie nichts im Wege.

Am Freitag wurde auch bekannt, dass der Däne Emil Jakobsen ebenfalls betroffen ist. Er werde nun ebenso isoliert wie sein Zimmerkollege Morten Olsen, teilte der dänische Handballverband am Freitagvormittag mit. Das bedeutet, dass Jakobsen am Abend bei der Begegnung gegen Bahrain nicht auflaufen wird. Bei Olsen wird auf einen negativen Test im Laufe des Tages gehofft. Die IHF will nun reagieren und alle am direkten Turnierablauf beteiligten Personen ab sofort täglich einem PCR-Test unterziehen.

DHB will Klarheit

Ihr Frühstück nahmen der deutsche Kapitän Uwe Gensheimer und Co. am Freitagmorgen vorsichtshalber isoliert auf ihren Zimmern im Teamhotel zu sich. Der Deutsche Handballbund (DHB) drängt jedenfalls auf eine schnelle Entscheidung des Weltverbandes IHF. Zusammen mit anderen Nationen habe man seine Bedenken geäußert und "unsere Sorgen bezüglich Garantien, die gegeben werden", berichtete DHB-Sportvorstand Axel Kromer am Freitagmorgen im deutschen Teamquartier in Gizeh.

Dass die Partie der Afrikaner am Freitagabend gegen Ungarn stattfinden konnte, war lange ungewiss. Auch das deutsche Vorrundenspiel gegen den Inselstaat am Sonntag (18.00 Uhr/ARD) stand auf der Kippe. "Es scheint wohl alle Optionen zu geben", sagte Kromer nach einer technischen Besprechung mit der IHF noch am Freitagmorgen.

Möglicher Nachrück-Kandidat, falls eine Mannschaft noch abreisen muss, könnten beispielsweise die Niederlande sein. Allerdings wurde den Niederländern nach Sportschau-Informationen am Donnerstag (14.01.2021) noch mitgeteilt, dass sie nicht nach Ägypten fliegen werden. Bereits nachgerückt sind die Schweiz und Nordmazedonien. Es wäre auch möglich, dass nicht weiter aufgefüllt wird.

Fraglich ob die "Bubble" hält

Fraglich ist weiterhin, wie dicht die vorgesehene "Blase", in der sich die WM-Beteiligten aufhalten sollen, ist. Axel Kromer, Sportvorstand des Deutschen Handballbundes, berichtete von Nachbesserungsbedarf. Norwegens Starspieler Sander Sagosen kritisierte die Bedingungen im Teamhotel deutlich als "einen großen Witz". Bundestrainer Alfred Gislason und einige Spieler hatten die Situation am Buffet bemängelt, bei der die Mannschaften sich offenbar näher kamen als erwünscht.

red/sid | Stand: 15.01.2021, 16:22

Darstellung: