Kommentar: "Glaube an die Stärke der Nationalmannschaft erschüttert"

Joachim Löw beim Spiel gegen Nordmazedonien

WM-Qualifikation

Kommentar: "Glaube an die Stärke der Nationalmannschaft erschüttert"

Von Kerstin von Kalckreuth

Das 1:2 gegen Nordmazedonien: Rückschlag für Bundestrainer Joachim Löw und die deutsche Fußball-Nationalelf - mit bösen Folgen? Ein Kommentar von Kerstin von Kalckreuth.

Das Schlimmste war nicht die Niederlage an sich, das peinliche 1:2 gegen den krassen Außenseiter Nordmazedonien. Die erste Niederlage in einer WM-Qualifiktion seit 20 Jahren.

Das Schlimmste war das Gefühl danach. Und das hatte auch Joachim Löw schon sehr bald nach Spielende erkannt: Nur nicht den Glauben verlieren, appellierte der Bundestrainer.

Nur nicht den Glauben daran verlieren, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gut spielen kann und dass sie wettbewerbsfähig in die Europameisterschaft im Sommer geht. Der Bundestrainer appellierte noch in der Kabine an seine Spieler, an seinen Trainerstab, und später auch an diejenigen, die diese Niederlage verfolgt hatten.

Der zweite Tiefschlag nach dem 0:6

Aber das Vertrauen ist schwer erschüttert. Die Blamage gegen Nordmazedonien war der zweite Tiefschlag nach dem 0:6 im vergangenen Herbst in Spanien. Wieder war die deutsche Mannschaft nicht auf den Punkt vorbereitet. Wieder gab es zu viele Abspielfehler, zu wenig Tempo, zu wenig echte Torchancen, zu wenig Zuordnung in der Defensive – und irgendwann auch wieder zu wenig Glaube an die eigene Stärke.

Und Joachim Löw? Dem Bundestrainer gelang es wieder nicht, während des Spiels Impulse zu setzen und so die Wende zum Besseren einzuleiten.

Ein mulmiges Gefühl

Dabei war nach den Siegen gegen Island und Rumänien in dieser WM-Qualifikation viel vom frischen Wind die Rede gewesen: Joachim Löw vor seinem letzten Turnier. Der Bundestrainer, der noch einmal alles aus seiner Mannschaft herausholt. Und Spieler, die ihrem Trainer bedingungslos folgen.

Dann jedoch kamen stürmische Böen aus Nordmazedonien und mit ihnen das mulmige Gefühl, dass die EURO im Sommer das zweite Turnier nach der blamablen WM 2018 sein könnte, bei dem Bundestrainer Löw voll auf die Vorbereitung setzt, und dann doch nach der Vorrunde nach Hause fährt.

Es kann alles gut werden, aber...

Immerhin: Joachim Löw hat seinen Spielern eine schonungslose Fehleranalyse mit auf den Weg gegeben. Er kennt diese Situation und ist Fußball-Fachmann genug, nicht die selben Fehler zu machen wie 2018. Er hat weiterhin die Möglichkeit, seine Mannschaft mit Mats Hummels und Thomas Müller zu verstärken.

Die deutsche Mannschaft hat Potenzial. Es kann alles gut werden. Allein mir fehlt der Glaube. 

Kommentar: "Glaube an die Stärke der Nationalmannschaft erschüttert"

Sportschau 01.04.2021 02:05 Min. Verfügbar bis 01.04.2022 ARD Von Kerstin von Kalckreuth


Stand: 01.04.2021, 10:54

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